Donald Trump: Eure Meinung zur Arbeit des US-Präsidenten

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Dritte TV-Debatte der Republikaner – Bush der Verlierer




Jeb Bush erneut blass geblieben



Die dritte TV-Debatte der Republikaner ist gelaufen und sie hat aufgezeigt, dass sich das Kandidatenfeld langsam aber sicher in aussichtsreich und nicht aussichtsreich aufteilt. Jeb Bush scheint mehr und mehr ins Hintertreffen zu geraten.



Jeb Bush by Gage Skidmore 2Gestern hatte Jeb Bush wieder einen äußerst passiven und unsicheren Abend erwischt. Eine kurze Attacke gegen Marco Rubio zu Beginn der Debatte war der offensivste Höhepunkt, der in Erinnerung geblieben ist. Selbst die Reaktion Rubios darauf konnte Jeb Bush nicht mehr wirklich kontern und blieb in der Folge bei seinen Beiträgen äußerst blass und verunsichert

Bush hatte Rubio vorgeworfen, wegen des Wahlkampfes seinen Aufgaben und Pflichten als Senator in Florida nicht genügend nachzukommen. Er würde zu viele Abstimmungen verpassen. Rubio konterte und sagte, dass seine Abwesenheitsquote nichts besonderes sei im Vergleich zu früheren Kandidaten in vergleichbarer Situation. Außerdem würde Bush ihn nur deshalb attackieren, weil dessen Berater ihm das empfohlen hätten. Applaus aus dem Publikum. Ein Lächeln Jeb Bushs, das war es dann auch für diesen Moment. In seinem Abschlussstatement versuchte sich Bush dann nochmal etwas von seinen Mitbewerbern abzusetzen. Er wolle die Menschen im Land wieder zusammenführen. Er stehe nicht für Zynismus und Spaltung.

Insgesamt hatte Bush nur gut 6 Minuten Redezeit, weniger als alle anderen Kandidaten. Carly Fiorina hatte z. B. fast 11 Minuten Redezeit.



Carly Fiorina wieder mit guter Performance


Carly Fiorina by Gage SkidmoreDie zuletzt in den Umfragen abgestürzte Carly Fiorina musste den Abend wie schon in den Debatten davor eine gute Leistung abliefern, um wieder zurück ins Rampenlicht zu treten. Dies scheint ihr auch gelungen zu sein. Bereits in ihrem Eingangsstatement, bei dem alle Kandidaten ihre eigene Schwäche erklären sollten, hatte sie die ersten Lacher auf ihrer Seite. Sie eröffnete damit, dass ihr bei den vorigen Debatten vorgeworfen wurde, zu wenig gelächelt zu haben. Sie schwieg daraufhin einige Augenblicke und lächelte auffällig in die Kamera und ins Publikum. Mehr war nicht nötig, um einen gelungenen Einstand in den Abend zu haben.

In den folgenden Diskussionen tat sich Fiorina rhetorisch durchaus bemerkenswert bei zwei Themen hervor. Sie wolle ein einfaches und leicht verständliches Steuersystem, was auf drei Seiten erklärt werden könne. Das jetzige Steuerrecht sei viel zu kompliziert und zu lang. Die Mehrheit der Amerikaner würde es nicht verstehen und bräuchte Unterstützung.

Hart ins Gericht ging Fiorina auch mit der demokratischen Spitzenkandidatin Hillary Clinton. Clintons Einsatz für Frauen sei nicht glaubwürdig. Während der ersten Amtszeit Obamas, in der Clinton Teil der Regierung war, seien 92% der verlorenen Arbeitsplätze Stellen von Frauen gewesen. Außerdem sei die Armutsrate von Frauen in dieser Zeit auf einem Höchststand gewesen.

Fiorina schloss ihre Ausführungen an dem Abend auch mit einem Vergleich zu Hillary Clinton. Sie, Fiorina, sei zwar bis jetzt nicht die Topfavoritin bei den Republikanern, aber sie versichere, dass sie zu Clintons schlimmsten Albtraum werden wird. In einem Duell mit Clinton würde sie die Demokratin schlagen.



Trump und Carson gingen friedlich miteinander um


Wer nach den jüngsten verbalen Fernduellen zwischen den beiden Spitzenreitern auf einen heftigen Schlagabtausch am gestrigen Abend hoffte, wurde enttäuscht. Donald Trump und Ben Carson gingen äußerst fair miteinander um. Es schien fast so, dass sie vor dem Duell einen Nichtangriffspakt vereinbart hätten. Besonders auffällig wurde dies ziemlich zu Beginn der Debatte, als sich Trump zu Vorwürfen von John Kasich äußerte.

Governor John KasichJohn Kasich hatte Trump und Carson vorgeworfen, keine Realpolitik zu betreiben. Ihre Vorstellungen zum Steuersystem (Carson) und zur Abschiebung von 10 Mio. Illegalen im Land (Trump) seien Fantasien und hätten mit realer Politik nichts zu tun. Kasich warne die Republikaner davor, solchen Ideen und unerfahrenen Politikern hinterher zu laufen.

Trump ging darauf ein und warf Kasich vor, dass er nun plötzlich auf Angriff umschalte, weil sich seine eigenen Umfragewerte überhaupt nicht verbesserten. Kasich schmücke sich mit Erfolgen, die er selbst gar nicht zu verantworten hätte. Dem Bundesstaat Ohio, in dem Kasich Gouverneur ist, gehe es deshalb so gut, weil durch das Fracking und Öl ein besonderer Boom für Ohio entstanden sei. Dies sei ein glücklicher Zufall für Kasich gewesen. Außerdem sei Kasich doch derjenige gewesen, der im Vorstand der Krisenbank Lehman Brothers gewesen sei und damit auch mitverantwortlich für die Misere dieser Bank.

Donald Trump by Gage SkidmoreNach dieser Retourkutsche schaute sich Trump zu dem links neben ihm stehenden Ben Carson um und zwinkerte diesem zu. Carson ging nicht besonders auf Kasich ein. Dieses Zusammenspiel zwischen Trump war und Carson hatten nicht alle erwartet.



Donald Trump erklärte nochmal sehr plakativ seine Position zum Thema Einwanderung. Er wolle an der geplanten Mauer zu Mexiko festhalten. Diese Mauer sollte übrigens Mexiko bezahlen. Aber in der Mauer dürfe eine große und schöne Tür sein, durch die viele Mexikaner und andere Latinos einwandern dürften, aber nur und ausschließlich auf legalem Wege.



Insgesamt war Donald Trump an diesem Abend mehr auf seine Positionen fokussiert und weniger auf den Angriff seiner Mitbewerber. Das wird ihm wohl durchaus positiv angerechnet werden.



Ben Carson by Gage Skidmore 3Keine besonders schlechte, für einen angehenden Favoriten aber zu durchschnittliche Leistung lieferte Ben Carson ab. Gewohnt ruhig, zurückhaltend und charmant beantwortete er die Fragen der Moderatoren. In vielen Punkten gelang es ihm aber nicht, den Eindruck abzuwehren, er würde nur seine bekannten Programmpunkte skizzieren. Keine Pointen und leichte Verunsicherungen bei kritischen Nachfragen zu seinem Programm waren schon zu bemerken.

Zu seiner Haltung zur gleichgeschlechtlichen Ehe befragt, stellte Carson aber deutlich klar, dass er ohne Frage alle Homosexuelle unter dem Schutz der amerikanischen Verfassung sehe und da auch keine Unterschiede zu Heterosexuellen mache. Bei der Frage der Ehe bleibe er aber dabei, dass dies eine Sache zwischen Mann und Frau sei. Ihm deshalb Homophobie vorzuwerfen, sei typisch für gewisse Interessenbewegungen, die mit solchen Verallgemeinerungen jedoch nur Unfrieden stiften wollten und das Land zerstören würden.


Ben Carson verdeutlichte nochmals seine ablehnende Haltung zum staatlich organisierten Gesundheitssystem. Er rechnete vor, dass der Bürger für das Geld, was jeder einzelne pro Jahr für staatlich organisierte Gesundheitsleistungen koste, im privaten Sektor deutlich mehr individuelle Leistungen bekäme.


Beide Trump und Carson hatten keine Glanzauftritte, Donald Trump aber im direkten Vergleich die Nase vorn.



Rubio und Cruz mit guten Auftritten



Marco Rubio, Official Portrait, 112th CongressDie meisten Medien kürten Marco Rubio zum Sieger des Abends. Ganz so eindeutig habe ich dies nicht gesehen. Zumindest nicht inhaltlich. Rubio kann aber in jedem Fall die TV-Debatte als geglückt ansehen, weil er viele kritische Momente bemerkenswert abgewehrt hat. Eingangs erwähnt, konterte er Jeb Bush frühzeitig aus, wovon sich dieser den Abend nicht mehr erholte. Dieses direkte Duell mit Bush hat Rubio jedenfalls gewonnen. Das war ein wichtiger Schritt für Rubio, um sich zunächst an der Spitze des Verfolgerfeldes auf dem dritten Platz zu etablieren.

Der ärgste Gegner um diesen Platz könnte künftig Ted Cruz werden. Er hatte einen durchaus erfrischenden Auftritt hingelegt. Besonders bemerkenswert, seine äußerst scharfe Kritik an den Medien, hier direkt an den Moderatoren. Cruz kritisierte die einfachen und wenig substanziellen Fragen in dieser Debatte und übernahm damit gleichzeitig die Rolle des Verteidigers aller Republikaner auf der Bühne. Die Moderatoren hatten zuvor ihre Fragen häufig sehr lax abgeschlossen. Donald Trump wurde etwa gefragt, ob sein Wahlkampf nicht eher etwas aus einem Comic sei. Ben Carson sah sich der Frage nach seinen Rechenfähigkeiten ausgesetzt. Jeb Bush sollte sich zu schlechten Umfragewerten äußern und Marco Rubio war offensichtlich eine Erklärung schuldig, weshalb er nicht als Senator zurücktrete, wenn er so wenig Zeit im Wahlkampf habe.

Ted Cruz, official portrait, 113th CongressSolche Fragen, die nichts mit inhaltlichen Diskussionen zu tun hätten, würden laut Cruz der Grund dafür sein, dass die Menschen den Medien nicht mehr vertrauten. Mit dieser Kritik traf er den Nerv des Publikums, das seine Ausführungen mit tosendem Applaus bedachte.

Ted Cruz sammelte mit lockeren Äußerungen weiter Sympathiepunkte. An die Zuschauer gewannt sagte er: „Wenn Sie jemanden suchen, mit dem Sie ein Bier trinken gehen können, bin ich nicht der richtige. Wenn Sie aber jemanden suchen, der Sie nach Hause fährt, bin ich derjenige der die Arbeit übernimmt.“

Inhaltlich verwies Cruz darauf, ein durchaus hartnäckiger und prinzipientreuer Politiker zu sein. Er sei stolz darauf, den Kampf gegen Obamacare, gegen das Amnestieprogramm für illegale Einwanderer und gegen Planned Parenthood angeführt zu haben.



Andere Kandidaten werden es weiter schwer haben.


Chris Christie at the 2015 CPAC by Gage SkidmoreAm ehesten konnte Chris Christie an dem Abend noch punkten. Im gelang es, in den kurzen Redebeiträgen seine Ansichten knapp und verständlich rüberzubringen. Bei der Finanzierung von Sozialleistungen habe die Regierung die Menschen belogen und beklaut. Er wandte sich dabei direkt in die Kamera und erklärte, dass die Sozialbeiträge in einen Fond gesteckt worden seien, in Wahrheit aber, die Gelder aus diesem Fond für andere Dinge genutzt worden seien. Dies würde nun auch Leistungskürzungen nach sich ziehen.

Zudem setzte sich Chris Christie für Investitionen in allen Energiebranchen ein, namentlich und insbesondere auch in erneuerbare Energien.


Rand Paul, Mike Huckabee und John Kasich haben es an dem Abend nicht geschafft, entscheidende Akzente zu setzen.

Rand Paul kritisierte gewohnt deutlich den großen staatlichen Einfluss. Eine Regierung solle so wenig regelnd in Erscheinung treten, dass man sie kaum wahrnimmt. Das würde echte Freiheit bedeuten. Barack Obama kritisierte er massiv dafür, dass dieser unbegrenzt Schulden mache.

John Kasich appellierte an die Republikaner ein einheitliches Bild in Fragen der Drogenpolitik abzugeben. Kindern und Jugendlichen einer offenen Debatte über die Legalisierung von Marihuana auszusetzen, sei ein falsches Zeichen. Forderungen einiger liberaler Republikaner, dass das doch jeder Bundesstaat selbst regeln solle, würden den Eindruck erwecken, dass Marihuana eher eine Frage der Einstellung und des Geschmacks sei.


Donald Trump sorgte für den letzten Lacher des Abends. Er hob hervor, dass seine gemeinsame Intervention mit Ben Carson dafür gesorgt habe, dass dem Sender viel Geld durch Werbeeinnahmen verloren gegangen seien, weil Trump in einer Zwei-Minuten-Verhandlung durchgesetzt habe, dass diese Debatte nur zwei Stunden lang geworden ist. Dies sei doch nicht schlecht. So könnten sie nun endlich alle hier raus.



Lindsey Graham gewinnt die Neben-Debatte




Lindsey Graham, official Senate photo portrait croppedDie übrigen republikanischen Kandidaten Lindsey Graham, George Pataki, Bobby Jindal und Rick Santorum traten am frühen Abend in einer eigenen Debatte auf dem Sender an. Zweifelsfrei ging Lindsey Graham als Sieger daraus hervor. Ihm gelang es, klug und humorvoll seine Themen zu vermitteln. Ob dies für ihn reichen wird, bei der nächsten TV-Debatte der Republikaner am 10.11. auf Fox News, an der Hauptdiskussion teilnehmen zu können, werden in den kommenden Tagen die Entwicklungen der Umfragen zeigen.

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