Donald Trump: Eure Meinung zur Arbeit des US-Präsidenten

Montag, 14. März 2016

Ausblick auf den Super Tuesday 2 - Live Ticker zu allen Ergebnissen


In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch finden wichtige Vorwahlen in gleich fünf Bundesstaaten statt. An diesem Super Tuesday 2 werden viele Delegiertenstimmen in Florida, Ohio, Illinois, Missouri und North Carolina vergeben. Ich berichte wieder in einem Live-Ticker über alle Ergebnisse und Entwicklungen in dieser Wahlnacht.

by Heimspiel

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Demokraten: Bernie Sanders will und muss zur Aufholjagd ansetzen


Die Lage bei den Demokraten ist relativ klar. Bernie Sanders muss aufholen. Nachdem sich Hillary Clinton in den letzten Wochen einen Vorsprung von rund 220 sicheren Delegierten erarbeitet hat, steht Sanders nun unter Zugzwang. Dabei blendet er zunächst aus, dass Clinton vorläufig noch über weitere gut 400 Superdelegierte mehr verfügt, als er selbst. Sanders Strategie wird aber sein, die Superdelegierten mit einem knappen Rennen ins Grübeln zu bringen. Viele der Superdelegierten haben sich bereits im vergangenen Sommer oder noch früher pro Clinton positioniert, zu einer Zeit, in der noch nicht zwingend absehbar war, welch positive Entwicklung Sanders Wahlkampf nehmen wird. Sollten sie ernsthaft eine Siegchance für Sanders sehen, könnten sie sich im Laufe der Vorwahlen noch umentscheiden, so die Hoffnung des Senators. Genau aus diesem Grund war es auch so wichtig, dass Sanders in Michigan bewiesen hat, Clinton auch mal etwas überraschend zu schlagen. Das war ein wichtiges Zeichen an die Superdelegierten aber auch an seine eigenen Unterstützer. Nun ist es aber an der Zeit, den Rückstand auf Clinton merklich zu reduzieren.
In den fünf Bundesstaaten werden am Super Tuesday 2 insgesamt fast 700 sichere Delegierte bei den Demokraten vergeben. Sanders sollte den Abstand zu Clinton schon um etwa 50 Delegierte reduzieren können, um die Nacht als Erfolg zu verbuchen. Insbesondere Missouri, Ohio und Illinois dürfte der Senator im Blick haben. Hier werden ihm eher Chancen zugerechnet als in North Carolina und Florida. Aber es kommt nun eben nicht mehr ausschließlich auf Siegessignale an, also die Anzahl der gewonnenen Staaten, sondern auf die Delegiertenanzahl.
In den Umfragen liegt Clinton in allen Bundesstaaten vor Sanders, der Vorsprung schmilzt aber und die Meinungsforschungsinstitute lagen bei den Vorwahlen schon einige Male nicht unerheblich daneben. Insbesondere die hohe Zahl der sonst unentschlossen Wähler oder ursprüngliche Nichtwähler, die mobilisiert werden, scheinen eine Vorhersage schwierig zu machen. Ich rechne damit, dass Hillary Clinton in Florida und North Carolina gewinnen wird, Sanders kann in Illinois, Ohio und Missouri vorne liegen. Clinton wird insbesondere auf ein starkes Ergebnis in Florida setzen. Allein hier werden 214 Delegierte vergeben. Je größer ihr Sieg hier ausfällt, desto schwieriger wird es für Sanders werden, den Delegiertenrückstand aus Florida wettzumachen. Ein 62% zu 38% Ergebnis zugunsten Clintons würde ihr in Florida bereits einen weiteren Vorsprung von rund 50 Delegierten einbringen. In Illinois werden 156 sichere Delegierte vergeben, in Ohio 143, in North Carolina 107 und in Missouri 71.

Republikaner: Florida und Ohio sind die Schlüsselstaaten


Bei den Republikanern ist das Kandidatenfeld noch etwas größer und damit auch die Ausgangslage etwas komplizierter.
Zunächst zu den Fakten: An diesem Super Tuesday 2 werden bei den Republikanern 358 Delegiertenstimmen vergeben, das sind etwa 25% aller noch ausstehenden Delegierten. Der Fokus liegt auf den Bundesstaaten Florida (99) und Ohio (66), in denen die jeweiligen Gewinner alle Delegiertenstimmen zugesprochen werden. Brisanterweise kommen mit John Kasich, Gouverneur von Ohio und Marco Rubio, Senator aus Florida zwei der Kandidaten aus eben diesen Bundesstaaten. Die Umfragen sehen insbesondere gute Chancen für John Kasich, Donald Trump in Ohio zu schlagen. Es könnte hier zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kommen. Nicht ganz so gut stehen die Chancen für Marco Rubio in Florida, hier hat Trump laut Umfragen noch einen recht komfortablen Vorsprung. Rubio selbst hatte seinen Anhängern in Ohio grünes Licht für eine Unterstützung von Kasich gegeben, um ein Davoneilen Trumps zu verhindern. Ein gleichlautender Aufruf Kasichs an seine Unterstützer in Florida blieb bislang jedoch aus.
Für Ted Cruz ist es schwierig, nun die richtige Strategie zu finden. Aber offensichtlich hat er sich für die Aussicht auf einen Zweikampf mit Donald Trump entschieden. Dafür scheint er auch bereit zu sein, zwei Siege Trumps in Ohio und Florida in Kauf zu nehmen. Cruz weiß, dass er ggf. erst in diesen sauren Apfel beißen muss, um Rubio und Kasich loszuwerden. Wer von den beiden seinen Heimatstaat verliert, dürfte im übrigen Rennen chancenlos sein. Zumindest von Kasich weiß man, dass er seine Kandidatur dann beenden würde. Cruz hatte bereits vor Wochen immer wieder gesagt, dass nur er gegen Trump gewinnen könne und zu einer Einheit gegen Trump aufgerufen. Seine Unterstützung an Kasich und Rubio für die Winner-take-All-Staaten blieb ebenfalls aus.
Für Ted Cruz gilt es, unabhänig von den Ergebnissen aus Florida und Ohio, weiter fleißig Delegiertenstimmen in den anderen Bundesstaaten zu sammeln. Insbesondere in Missouri rechne ich mit Siegchancen für Cruz.
Zusammenfassend kann man also sagen, dass Florida und Ohio nun die Schlüsselstaaten der Republikaner sein werden. Verliert Trump beide Staaten, wird es zunehmend unwahrscheinlicher, dass er trotz Spitzenposition die 1237 Delegierten-Marke erreichen wird. Gewinnt er beide Staaten, hätte er wohl fast nur noch einen Solidarisierungseffekt für Ted Cruz zu befürchten, stiegen Rubio und Kasich aus.

Live Ticker zur Wahlnacht am Super Tuesday 2


Der Super Tuesday 2 hat das Potenzial zu einer Vorentscheidung. Klären sich die Verhältnisse zugunsten Clintons und Trumps oder werden die nächsten zwei Monate zu einer Hängepartie? In etwa ab Mitternacht (Dienstag zu Mittwoch) berichte ich wieder in einem Live-Ticker über alle wichtigen Entwicklungen zu dieser Wahlnacht.

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