Donald Trump: Eure Meinung zur Arbeit des US-Präsidenten

Donnerstag, 3. März 2016

Lage der Republikaner nach dem Super Tuesday

Der Super Tuesday der Republikaner hat auf den ersten Blick zwei Gewinner hervorgebracht - Donald Trump und Ted Cruz. Schaut man allerdings genauer auf die Zahlen und wagt einen Ausblick auf die kommenden Vorwahlen, ist Trump klar im Vorteil.


Statistik über die Ergebnisse des Super Tuesday


Kandidat
Delegierte
Gewonnene Bundesstaaten
Über
40%
Über
30%
Unter
20%
Unter
10%
Trump
256
7
2
8
0
0
Cruz
219
3
1
4
3
2
Rubio
96
1
0
2
5
0
Kasich
21
0
0
1
10
9
Carson
3
0
0
0
11
9

Zusammenfassung Trump
Donald Trump kann mit seinem Abschneiden am Super Tuesday zufrieden sein. Er hat 7 von 11 Bundesstaaten und die meisten Delegiertenstimmen gewonnen. In keinem Bundesstaat lag er unter 20%, in 8 Staaten schaffte er mehr als 30%.
Zusammenfassung Cruz
Auch Ted Cruz ist es gelungen, viele Delegiertenstimmen zu erreichen, in seinem Heimatstaat Texas hat er 104 Delegierte gewonnen, rund 50% seiner Ausbeute vom Super Tuesday. Cruz gewann 3 Bundesstaaten und landete zweimal unter 10%.
Zusammenfassung Rubio
Marco Rubio hat seinen ersten Bundesstaat in diesen Vorwahlen gewonnen. Mit 96 Delegierten gewann er weniger als die Hälfte der Delegiertenstimmen seiner Konkurrenten Trump und Cruz. In fünf Bundesstaaten blieb er unter 20%.

Bewertung der Wahlergebnisse

Betrachtet man nur den Super Tuesday heißen die Gewinner Trump und Cruz. Neben der Tatsache, dass Trump die meisten Delegierten und die meisten Bundesstaaten gewonnen hat, sind insbesondere seine durchgängig soliden bis starken Ergebnisse auffällig. Als einziger Kandidat erreichte er überall mehr als 20% der Stimmen, gleich welche politische Ausrichtung die republikanischen Wähler in den jeweiligen Bundesstaaten hatten. Dies ist auch der wesentliche Unterschied zu seinen beiden ärgsten Konkurrenten Ted Cruz und Marco Rubio.
Ted Cruz hat zwar mit 219 Delegiertenstimmen kaum Boden auf Donald Trump verloren, aber es ist nicht außer Acht zu lassen, dass 104 Stimmen aus seinem Heimatbundesstaat Texas kamen. Ohne Frage ein großartiger Erfolg für den Senator. Insbesondere die Höhe seines Sieges über Donald Trump bestätigt Cruz guten Lauf. Aber man darf auch nicht übersehen, dass Cruz alle sonstigen Südstaaten an Trump verloren hat, teils sehr deutlich sogar. Und in zwei liberalen Bundesstaaten (Massachusetts und Vermont) schaffte es Cruz nicht über 10%. Solche großen Unterschiede sind eben bei Trump nicht zu erkennen und auch mit Blick auf die kommenden Wochen ist eine Veränderung dieser Tendenz nicht zu erkennen. Insofern hat Cruz eindrucksvoll bewiesen, dass er Trump schlagen kann, die schwächeren Ergebnisse dürfen aber nicht ignoriert werden.
Für Marco Rubio war der Super Tuesday eine Enttäuschung. Weniger als 100 Delegierte, fünf Mal unter 20% geblieben, mit der Folge, dass er damit auch die erforderliche Mindesthürde für den Gewinn von Delegiertenstimmen in Alabama und Texas verpasste.

Die Trump-Gegner hatten die Hoffnung, dass sich ein eindeutiger Verfolger aus dem Super Tuesday heraus entwickelt. Obwohl Cruz zwar deutlich mehr Delegiertenstimmen als Rubio holte, ist der Vergleich aber ausgeglichener, als man zunächst annehmen könnte. Cruz ist in sechs Bundesstaaten vor Rubio geblieben. Rubio hatte demnach gegen Cruz in fünf Bundesstaaten die Nase vorne. Ein eindeutiges Bild sieht anders aus. Mit dieser Ansicht tritt Rubio auch in der Öffentlichkeit auf, er sieht sich keineswegs im Nachteil gegenüber Cruz. Allerdings steht Rubio die Heimatprüfung in Florida noch bevor. Unter Berücksichtigung der aktuellen Umfragen, führt Trump allerdings in Florida mit rund 20% vor Rubio.

Es bleibt also dabei, dass trotz leichter Vorteile für Ted Cruz, die beiden Senatoren sich gegenseitig schwächen und dies weiter Donald Trump in die Karten spielt.
Verstärkt wird dieser Effekt auch noch durch die Winner-take-All-Bundesstaaten, die nun zunehmend bei den Republikanern anstehen. Von besonderer Bedeutung dürfte der 15. März werden. Florida (99), Ohio (66) und Missouri (52) sind Bundesstaaten, in denen der Gewinner (fast) alle Delegiertenstimmen erhält. In Illinois (69) gibt es ein modifiziertes Winner-Take-All-Prinzip und mit North Carolina (72, proportionale Verteilung) kommt noch ein weiterer großer Bundesstaat an diesem "kleinen Super Tuesday" hinzu. Es sind also allein in diesen Bundesstaaten 358 Delegiertenstimmen zu vergeben.
Es ist nicht davon auszugehen, dass Cruz aktuell das Handtuch werfen wird, warum sollte er auch? Und Marco Rubio wird defintiv bis zum 15.03. weitermachen, um in Florida evtl. doch noch eine Wende in den bisherigen Vorwahlen zu erreichen. Läuft es schlecht für die beiden Senatoren und schafft John Kasich zuhause in Ohio keinen Sieg über Donald Trump, könnteTrump evtl. bis zu 300 Delegiertenstimmen an diesem Tag gewinnen. Damit wäre er dann schon weit über die Hälfte der erforderlichen 1237 Stimmen hinaus und hätte einen für die Senatoren wohl nicht mehr einzuholenden Vorsprung.

Brokered Convention als letzte Chance gegen Trump?


Die guten Aussichten Trumps werden allerdings etwas getrübt, wenn er unerwartet schwächelt. Eine Niederlage gegen Kasich in Ohio oder ein Cruz-Sieg in Missouri bringen zwar nicht das Kräfteverhältnis durcheinander, die Stimmen könnten am Ende aber entscheidend für das Erreichen der 1237 Delegierten sein. Schafft Trump diesen Wert nicht, fehlt ihm trotz des 1. Platzes eine Mehrheit am Nominierungsparteitag. Durch das große Bewerberfeld und die relativen Erfolge von Cruz, Rubio und auch Kasich haben derzeit alle übrigen Kandidaten zusammen einen Vorsprung von etwa 56 Delegiertenstimmen vor Donald Trump. Sollte der Vorsprung halten, könnte das Szenario einer Brokered Convention mit unabsehbaren Folgen eintreten. Vereinfacht dargestellt: Gewinnt also keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit, sind die Delegierten im zweiten Wahlgang nicht mehr an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden und können frei abstimmen. Theoretisch ist es sogar möglich, einen ganz neuen Kandidaten zu nominieren (z. B. Romney, Ryan, Bloomberg). Mit dieser Option liebäugeln einige Establishment-Republikaner, die mit Trump gar nichts anfangen können. Und auch die übrig gebliebenen Kandidaten der Republikaner werden diese Option sicher im Blick haben, was aber auch dazu führen wird, dass zumindest Cruz und Rubio wohl bis zum Schluss dabei bleiben werden. Ob es sich die Republikaner aber selbst für den Fall einer Brokered Convention erlauben können, den Spitzenreiter Trump in die Wüste zu schicken, weil er mehr oder weniger knapp die Mehrheit verpasst hat, ist ohnehin fraglich. Knapp die Hälfte der Teilnehmer einer Vorwahl auf diese Weise eine Absage zu erteilen, wäre in Hinblick auf die Mobilisierung gegen die Demokraten kein gutes Mittel. Dies könnte ich mir nur dann vorstellen, wenn Trump mit einem anderen Kandidaten relativ gleichauf liegt und beide dennoch die Mehrheit verpasst hätten. Dann ginge es eben nicht anders.
Sollte es also für Trump eine Schwächephase geben, müsste man dann nach dem März nochmal genauer nachrechnen, wie die verschiedenen Szenarien aussehen. Von besonderer Bedeutung wird aber sicherlich noch die Vorwahl in Kalifornien werden. Hier erhält der Gewinner (fast) alle 172 Delegiertenstimmen, sofern er nicht nur insgesamt sondern auch in den einzelnen Congressional Districts vorne liegt (3 Delegiertenstimmen für jeden der 53 Districts). Ein enges Rennen kann hier entschieden werden. Ein Sieg in Kalifornien kann aber auch erforderlich werden, um die 1237-Marke zu knacken. Die Vorwahl an der Westküste ist erst am 07.Juni .


Ben Carsons Aus erwartet


Ben Carson hat die in der kommenden Nacht 03:00 Uhr (deutscher Zeit) anstehende TV-Debatte auf Fox News abgesagt und für Freitag eine Erklärung angekündigt. Es kann damit gerechnet werden, dass Carson nach einer Reihe deutlicher Niederlagen aus dem Präsidentschaftsrennen aussteigen wird. Nach einer aktuellen Umfrage dürften sich die bisherigen Unterstützer Carsons auf die übrigen Kandidaten aufteilen. Ted Cruz und Donald Trump liegen hier leicht vorne.

Gesamtstand der Vorwahlen bei den Republikanern

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