Donald Trump: Eure Meinung zur Arbeit des US-Präsidenten

Dienstag, 27. September 2016

Medienspektakel Präsidentendebatte - Worauf wird zu achten sein?

Die erste TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump steht in wenigen Stunden an. Die USA sind medial befeuert elektrisiert. Gefühlt war die Spannung noch nie so groß vor einem direkten Rededuell im Fernsehen wie in dieser Nacht. Grund dafür ist die Unsicherheit, wie sich der republikanische Kandidat Trump präsentieren wird. Aggressiv, locker, plump, unsicher, überraschend sachlich?
Die Ausgangslage ist klar: Nichts ist entschieden. Eine seriöse Prognose, wer im November gewinnen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt praktisch unmöglich. Es kann ein äußerst knappes Rennen werden. Und so können Nuancen die Entscheidung bringen. Einer der ersten Höhepunkte des Wahlkampfs 2016 in den USA steht nun in dieser Nacht an.

Worauf ist zu achten? Welche Strategie könnte man den Protagonisten anraten? 

Hillary Clinton: Die Demokratin weiß um ihre Stärke, alle kennen ihre Qualitäten. Clinton braucht nicht mehr beweisen, welch hohes Maß an politischer Erfahrung sie hat und welch großen Sachverstand sie in die politische Arbeit einbringen kann. Sie sollte diesen Umstand nicht verstecken, aber ein intellektuelles Vorführen Trumps wäre wohl ein großer Fehler. Sie kann die Debatte verwalten, keine Fehler machen. Ob das klug ist, hängt auch vom Auftreten Trumps ab. Je provokativer er agiert, desto herzlicher sollte Clintons Antwort ausfallen. Dabei darf sie jedoch nicht in die Defensive geraten. Einfache aber sachlich korrekte Lösungsvorschläge wären hier wohl das richtige Mittel. Keinesfalls darf sie sich in Detailerklärungen verheddern, die eher besserwisserisch und im schlimmsten Falle auch noch überzogen präsidial wahrgenommen werden. Gelingt es ihr, gefasst, locker und souverän den Abend zu überstehen, wäre vermutlich der erste Angriff Trumps gescheitert. Auf die Inhalte wird es bei ihr weniger ankommen. Sie muss mit einfachen Worten den Zusammenhalt der amerikanischen Gesellschaft einfordern und dabei Gründe liefern, weshalb gerade, die scheinbar Abgehängten davon profitieren können.

Donald Trump: Anders sieht es beim Spitzenkandidaten der Republikaner aus. Trump wird inhaltlich liefern müssen. Die TV-Debatten während der Vorwahlen waren auf ihn gewollt oder zufällig zugeschnitten. Durch die hohe Anzahl an Konkurrenten und damit verbunden weniger Redezeit, konnte er pointenreich seine politischen und persönlichen Spitzen setzen. Eine Glanzleistung des Entertainers Trump. Diese Qualität muss er zwar weiter anbieten, aber er wird auch beweisen müssen, dass er sich auf die neue Situation einstellen kann. Ein paar Lacher sind gut, sie passen zu ihm. Aber lächerlich darf es nicht werden. 90 Minuten höchste Aufmerksamkeit und inhaltliche Auseinandersetzung sind nicht das, was Trump bislang kannte. Das heißt nicht, dass er das nicht leisten kann, aber heute Nacht werden alle Augen auf ihn gerichtet sein und exakt diesen Punkt prüfen. Trump sollte seine politischen Ansichten nicht mittels weichgespülter oder hochtrabender Politikersprache vortragen, das würde nicht zu ihm passen. Er muss bestimmt auftreten, geordnet seine Inhalte präsentieren und dabei seiner Hauptstärke, das Erwecken von Emotionen, die größtmöglichen Chancen zur Entfaltung geben. Will er weiter punkten, muss er es schaffen, weiter die Sorgen, Ängste und den Frust der Wählerinnen und Wähler anzusprechen, emotional sogar provozieren. Gleichzeitig muss er Unentschlossenen beweisen, dass er auch in der Lage ist, seine Vorhaben zu Ende zu denken, sie zu erklären und den Eindruck erwecken, tatsächlich auch Probleme lösen zu können. Und er kann durchaus auch angreifen. Er sollte Hillary Clinton da treffen, wo sie nicht mit rechnet. E-Mail-Affäre, Gesundheitszustand usw. lohnen sich nicht, nochmals zu thematisieren. Clinton wäre vorbereitet, die Menschen kennen die Geschichten auswendig. Mit einfachen Fragen aus Sicht eines frustrierten Wählers muss er sie konfrontieren. So einfach, dass jede Antwort ihrerseits künstlich vereinfacht und nicht authentisch oder aber unerträglich detailverliebt ausfallen muss.

Man darf also gespannt sein, wie sich Clinton und Trump heute Nacht schlagen werden. Eines steht fest, beide haben noch zwei weitere Chancen im direkten Duell zu punkten.
Eine Zusammenfassung der Debatte gibt es hier dann am Dienstagmorgen.

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