Sonntag, 6. November 2016

Clinton kann laut Umfragen Abwärtstrend stoppen, aber noch längst nicht durchatmen

Im Wahlkampfendspurt haben sich in den Umfragen zwei wesentliche Trends abgezeichnet. Zunächst konnte Hillary Clinton massiv von der umfassenden Negativkritik an Trumps ungewollt veröffentlichten vulgären Äußerungen gegenüber Frauen profitieren. Der Republikaner hatte zunächst mit einem Abschwung zu kämpfen, der ihn bereits dicht an den Rand eines K.O. brachte. Durch seine mäßigen bis guten TV-Auftritte konnte er sich aber über Wasser halten. Zwar machte Clinton keine Fehler, sie versäumte es aber, Trump den letzten Stoß mitzugeben.
Der Abwärtstrend für die Demokratin setzte dann bereits ein, kurz bevor ihre E-Mails die Schlagzeilen beherrschten. Sei es durch Wikileaks oder aber auch durch die FBI-Ermittlungen, sie war in der Defensive. Diese Entwicklung beschleunigte den Prozess der sinkenden Umfragewerte nochmals.
Aus einer komfortablen Mehrheit für Hillary Clinton ist eine Zitterpartie geworden. Donald Trump scheint die traditionell republikanischen Staaten gesichert zu haben und darüber hinaus ist das Rennen in den Swing States offen. Trump hat sich bis auf Schlagdistanz an Clinton herangekämpft. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er auch den einen oder anderen Swing State gewinnen, wie etwa Ohio oder Iowa. Ob er aber wirklich im Gesamtergebnis an Clinton vorbeiziehen kann, bleibt fraglich.
Für Hillary Clinton scheint es so, als würde der klare Negativtrend in den Umfragen weitgehend gestoppt zu sein. Von einem freien Fall ins Bodenlose ist demnach nicht zu sprechen. Sie bleibt die Favoritin für die Wahlnacht. Für Trump müsste einfach alles passen, sein Sieg wäre schon eine bittere Enttäuschung für die Demokraten.

Hier findet Ihr die aktuellen Umfragewerte für die wichtigsten Bundesstaaten.
und
hier geht es zur aktuellen Kartenübersicht mit einer Prognose auf Basis der Umfragen.

Wahlkampfendspurt: Die letzten Termine der Kandidaten


Die letzten beiden Tage des Wahlkampfs setzen die Protagonisten nochmal auf die persönliche Präsenz in den wichtigsten Bundesstaaten.

Republikaner überraschend in Minnesota


Nachdem Trump heute von Florida über North Carolina nochmal in den Westen reiste und dort seinen Wahlkampf in den Bundesstaaten Nevada und Colorado fortsetzte, startet er am Sonntag einen wahren Reisemarathon. Er konzentriert sich zunächst etwas überraschend nochmal auf die Bundesstaaten Iowa und Minnesota. Insbesondere letzterer gilt eigentlich nicht als Swing State und wird sicher den Demokraten zugerechnet. Danach besucht er dann am Abend innerhalb von 4 bis 5 Stunden drei weitere Bundesstaaten. Es geht über Michigan weiter nach Pennsylvania. Am späten Abend schließt er den Tag noch mit einer Rede in Virginia ab.
Am Montag dann geht es am Morgen bereits in Florida weiter. Über North Carolina und abermals Pennsylvania schließt Trump dann seinen Wahlkampf zusammen mit Vizekandidat Mike Pence in Manchester, New Hampshire ab.
Mike Pence ist am Sonntag in Florida, North Carolina und New Hampshire. Am Montag vor dem Abschluss mit Trump ist der Vizekandidat noch in Minnesota, Michigan und Pennsylvania unterwegs.
Die Familie Donald Trumps ist natürlich ebenfalls noch mit Stimmenfang und Mobilisierung beschäftigt.

Trumps Tour am Sonntag und Montag: Iowa > Minnesota > Michigan > Pennsylvania > Virginia > Florida > North Carolina > Pennsylvania > New Hampshire

Pence Tour am Sonntag und Montag: Florida > North Carolina > New Hampshire > Minnesota > Michigan > Pennsylvania > New Hampshire

Demokraten versuchen sich breit aufzustellen


Das Lager um Hillary Clinton zeigt sich insgesamt nicht weniger reisefreudig. Am Sonntag startet die Demokratin in Ohio und reagiert anschließend auf das Erstarken Trumps in New Hampshire mit persönlicher Präsenz vor Ort in Manchester. Am Montag startet sie in North Carolina und fliegt dann weiter nach Michigan. Zu einem großen Wahlkampfabschluss kommt es dann in Philadelphia, Pennsylvania bei einem gemeinsamen Auftritt u. A. mit den Familien Clinton und Obama.
Der amtierende US-Präsident Obama (in Florida, Michigan, New Hampshire und Pennsylavnia), dessen Vize Joe Biden (in Pennsylvania) , Senator Bernie Sanders (in Arizona und Nevada) und auch Ehemann Bill (in Michigan und Pennsylvania) und Tochter Chelsea Clinton (in Pennsylvania) sind in den kommenden 48 Stunden ebenfalls nochmal fleißig unterwegs.
Vizekandidat Tim Kaine ist am Sonntag in Wisconsin und am Montag in nach einer Rede in North Carolina noch zusammen mit dessen Ehefrau Anne Holton im Heimatbundesstaat Virginia aktiv.

Alle persönlichen Auftritte werden natürlich flankiert durch unzählige Wahlwerbespots in TV und Radio. Die sozialen Netzwerke werden ebenfalls nochmals massiv zum Wahlkampf genutzt.

Im Senat könnte der geplante Wechsel hin zu einer Mehrheit der Demokraten platzen


Im Senat könnte sich derweil der Trend in Richtung der Republikaner drehen. Nach aktuellen Umfragen könnten sie evtl. knapp ihre Mehrheit verteidigen. Aber auch hier gilt, dass der Ausgang keineswegs gewiss ist. Käme es so, müsste Hillary Clinton als US-Präsidentin gegen/mit einen komplett republikanisch dominierten Kongress arbeiten. Würde Trump ins Weiße Haus ziehen, hätte er zumindest vom Papier eine deutlich bessere Ausgangsposition.
Hier gibt es alle wichtigsten Infos und aktuelle Umfragen zu den Kongresswahlen, die ebenfalls am Dienstag stattfinden.

Kommentare:

Dirk Warkner hat gesagt…

Dem Autor und Betreiber der Seite vielen vielen Dank...es gibt meines Wissens nach im deutschsprachigen Raum keine Webseite, die in ähnlich vollständiger Weise wichtige Informationen und Hintergründe und aktuelle Entwicklungen / Zahlen zusammenträgt und präsentiert....DANKE!

Anonym hat gesagt…

Dem kann man sich nur anschließen!!!