Das Kandidatenfeld der Demokraten für die US-Präsidentschaftswahl 2020 ist so groß, wie nie zuvor. In der folgenden Auflistung gebe ich Euch einen Überblick über die Kandidatinnen und Kandidaten sowie eine erste Einschätzung über deren Erfolgschancen. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert
Link zu den aktuellen Umfragewerten der Demokraten
Das aktuelle Kandidatenfeld:
Joe Biden
Am 25.04.2019 verkündete Joe Biden seine Kandidatur für die Demokraten. Bereits 2016 überlegte Biden öffentlich in das Rennen um die demokratischen Vorwahlen einzusteigen, entschloss sich aber letztlich dagegen, da die Zeit für eine ernsthafte Kandidatur nach dem Tod seines Sohnes Beau Biden zu knapp gewesen wäre.
Joe Biden ist über Parteigrenzen hinweg anerkannt und relativ beliebt. Der frühere Senator von Delaware wäre bei der Amtsübernahme 78 Jahre alt. Möglich wäre auch, dass Biden daher "nur" eine Amtszeit anstreben könnte und für diese Zeit eine junge Demokratin oder einen jungen Demokraten als Running Mate auswählt, die oder der er dann 2024 nach vier Jahren Vizepräsidentschaft die Kandidatur ermöglichen will.
Bereits im Jahr 2017 hatte Biden das PAC "American Possibilities" gegründet, das es ihm ermöglichte, finanzielle Vorbereitungen für eine eigene Kandidatur, aber auch zur Unterstützung anderer Kandidaten zu diversen Wahlen zu treffen. Eine Übersicht über die unterstützten Politiker Bidens PAC findet Ihr hier.
Erfolgschance: Joe Biden gilt laut Umfragen als Topfavorit. Ein unangefochtener Frontrunner der Demokraten ist er allerdings nicht. Es wird trotz seiner konstant starken Umfragewerte schwierig werden, 1990 Delegierte für den 1. Wahlgang auf dem Nominierungsparteitag zu erhalten. Bidens wichtigste Stärke, die ihn insbesondere auch von seinen schärfsten Verfolgern unterscheidet, ist die große Unterstützung der Schwarzen, was insbesondere in den Südstaaten einen erheblichen Vorteil für Biden bedeutet. Zudem trauen die Anhänger der Demokraten keinem Kandidaten bessere Chancen zu, Donald Trump im November zu schlagen.
Joe Biden steht inhaltlich der Politik Barack Obamas sehr nahe und pflegt ein enges und sehr gutes Verhältnis zum früheren Präsidenten. Biden dürfte beste Chancen beim Parteiestablishment und dem moderat bis konservativen Flügel der Partei haben, was ein interessanter Kontrast zu einigen links-progressiven jüngeren Kandidatinnen ist.
Bernie Sanders
by Gage Skidmore, CC BY-SA 2.0, Link |
Bernie Sanders begeisterte insbesondere viele links-progressiv ausgerichtete Wählerinnen und Wähler, vor allem auch jüngeren Alters. Der noch immer amtierende Senator aus Vermont wetterte gegen das Washingtoner Establishment und das der demokratischen Partei. Der langanhaltende Wettkampf mit Hillary Clinton belegte auch, eine deutlich erkennbare Spaltung der Demokraten, die bis heute nicht überwunden zu sein scheint.
Update: Am 19.02.2019 hat Bernie Sanders seine erneute Kandidatur für die Vorwahlen der Demokraten verkündet.
Erfolgschance: Bernie Sanders hat sich in den Umfragen seit dem Herbst wieder verbessert und ist an Elizabeth Warren vorbeigezogen. Will Sanders gegen Biden gewinnen, muss es ihm allerdings gelingen, einerseits Wählerinnen und Wählern von Elizabeth Warren zu gewinnen und andererseits gleichzeitig wählbarer werden, für eine weiterhin starke moderate Basis der Demokraten. Letzteres dürfte allerdings sehr schwer werden und scheint auch nicht zwingend das Ziel des Senators zu sein.
Abschreiben sollte man Sanders aber noch nicht. Seine Unterstützerbasis ist weiterhin sehr hoch, Spendengelder fließen in hohem Maße.
Sanders müsste mit Erfolgen in den frühen Bundesstaaten der Vorwahlen, Iowa und New Hampshire insbesondere im direkten Duell mit Elizabeth Warren als Sieger hervorgehen, um Konkurrenten auf dem linken Flügel frühzeitig auszustechen.
Elizabeth Warren
Elizabeth Warren wurde zuletzt bei den Midterm Elections 2018 als Senatorin für den Bundesstaat Massachusetts deutlich im Amt bestätigt.
Im Vorwahlkampf 2016 zögerte Warren lange mit einer öffentlichen Unterstützung. Die deutlich linksgerichtete Politikerin stand inhaltlich eher den Positionen Bernie Sanders nahe. Jedoch konnte sie sich scheinbar nicht gegen eine weibliche Kandidatin, die zudem auch noch die aussichtsreichere war, entscheiden. Als absehbar war, dass Sanders die Vorwahlen nicht zu seinen Gunsten entscheiden konnte, erklärte Warren im Juni 2016 ihre Unterstützung für Hillary Clinton.
Warren ist eine auch im politischen Alltag immer wieder öffentlich wahrnehmbare Kritikerin Donald Trumps und forderte zudem ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten.
Politische Schwerpunkte Warrens liegen in einer links ausgerichteten Finanz- und Gesundheitspolitik.
Elizabeth Warren wird in diesem Sommer 70 Jahre alt.
Erfolgschance: Elizabeth Warren ist prominent und insbesondere bei Frauen und links-progressiven Wählerinnen und Wählern beliebt. Laut Umfragen ist sie allerdings im letzten Quartal 2019 wieder etwas zurückgefallen und liegt nun wieder hinter Bernies Sanders.
Elizabeth Warren scheint derzeit nur noch mäßige Chancen haben und wird spätestens nach dem Super Tuesday vor der Frage stehen, ob sie noch realistische Chancen auf die Nominierung hat.
Politisch ist Pete Buttigieg eindeutig als eher progressiv zu bezeichnen. Sei es in der Klimapolitik oder bei der Frage nach einer Verschärfung der Waffengesetze. Dennoch fehlt es dem jungen Kandidaten noch an politischem Profil. Zunächst aber gilt es, sich bekannt zu machen. Und das gelang ihm besser, als den übrigen "No-Name"-Kandidaten".
Erfolgschance: Pete Buttigieg war der klare Gewinner des Wahlkampfauftakts im 1. Quartal 2019. Durch gute TV-Auftritte schaffte es der Außenseiter seine Popularität zu steigern und stieg in den Umfragen zu den Top 4 Kandidaten auf. Dort stagnieren allerdings seine Werte. Ihm ist es bislang nicht gelungen, auf Tuchfühlung zum Spitzentrio zu kommen. Inhaltlich wäre Buttigieg insbesondere für Biden-Unterstützer eine Alternative. Solange der frühere Vizepräsident im Rennen ist, dürfte es für Buttigieg kaum einen Weg geben, sich entscheidend zu verbessern. Die Kandidatur Mike Bloombergs setzt ihm zudem ebenfalls zu. Buttigiegs politische Aussichten bei diesen Vorwahlen werden sich wohl schon im Februar entscheiden. Er muss zwingend Delegierte in Iowa und New Hampshire gewinnen. Auf diese beiden Bundesstaaten hat Buttigieg seine Kampagne aufgebaut. Schafft er das nicht, ist er am Super Tuesday bereits chancenlos - und wäre dann ein interessanter Running Mate.
Michael Bloomberg
By Bloomberg Philanthropies - CC0, Link |
UPDATES: Am 24.11.2019 verkündete Mike Bloomberg seine Kandidatur für die Demokraten.
Am 08.11.2019 berichteten mehrere Medien, dass Bloomberg nun doch eine Kandidatur erwägen könnte. Eine offizielle Verkündung gab es bislang noch nicht, jedoch die Bestätigung, dass Vorbereitungen getroffen würden, z. B. die Registrierung zur Vorwahl in Alabama.
Am 05.03.2019 verkündete Michael Bloomberg, dass er 2020 nicht antreten werde.
(VERALTET: Keine Gerüchteküche, in der Michael Bloomberg fehlen darf. Der inzwischen 76-jährige Unternehmer und Politiker darf in dieser Auflistung nicht vergessen werden. Der Gründer von Bloomberg L.P. und Bloomberg Television gehört laut Forbes mit einem Gesamtvermögen von geschätzt knapp 50 Milliarden US-Dollar zu den 20 reichsten Menschen der Welt.
Am 08.11.2019 berichteten mehrere Medien, dass Bloomberg nun doch eine Kandidatur erwägen könnte. Eine offizielle Verkündung gab es bislang noch nicht, jedoch die Bestätigung, dass Vorbereitungen getroffen würden, z. B. die Registrierung zur Vorwahl in Alabama.
Am 05.03.2019 verkündete Michael Bloomberg, dass er 2020 nicht antreten werde.
(VERALTET: Keine Gerüchteküche, in der Michael Bloomberg fehlen darf. Der inzwischen 76-jährige Unternehmer und Politiker darf in dieser Auflistung nicht vergessen werden. Der Gründer von Bloomberg L.P. und Bloomberg Television gehört laut Forbes mit einem Gesamtvermögen von geschätzt knapp 50 Milliarden US-Dollar zu den 20 reichsten Menschen der Welt.
Bloomberg war 12 Jahre lang von Bürgermeister von New York und schied Ende 2013 aus dem Amt. Danach setzte er sich für zahlreiche wohltätige Zwecke ein. Ein von Bloomberg leidenschaftlich vertretenes Thema ist der Kampf gegen den Klimawandel. Mit Trumps Ankündigung, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen, kündigte Michael Bloomberg 2018 an, die von den USA zugesagten 4,5 Mio US-Dollar selbst privat zu zahlen.
Bloomberg war früher bereits Demokrat, wechselte vor seiner Bürgermeisterwahl zu den Republikanern, war ab 2007 unabhängig und hat sich inzwischen wieder den Demokraten angeschlossen.
Bereits bei der Präsidentschaftswahl 2016 kamen Gerüchte auf, Bloomberg könnte als Unabhängiger kandidieren. Er wollte unter allen Umständen eine Präsidentschaft Donald Trumps verhindern und blickte mit Sorge auf die Entwicklungen bei den Demokraten, als der linksgerichtete Bernie Sanders erhebliche Zustimmung erfuhr. Als jedoch klar war, dass Hillary Clinton für die Demokraten antreten würde, unterstützte Bloomberg die ehemalige US-Außenministerin öffentlich und verzichtete auf eine eigene Kandidatur.
Sollte sich Bloomberg für eine Kandidatur 2020 entscheiden, würde er dieses Mal als Demokrat antreten.
Mike Bloomberg genießt über Parteigrenzen hinweg Anerkennung, verfügt über exzellente Verbindungen in Politik und Wirtschaft und wäre eine moderate wirtschaftsfreundliche und dennoch sozial eingestellte Alternative zu den zahlreichen links-progressiven Bewerbern bei den Demokraten. Bloomberg und Joe Biden stehen beide dem moderaten und wirtschaftsfreundlichen Flügel der Demokraten nah.
Erfolgschance: Bloombergs Chancen sind nicht so groß, wie es sein praktisch unbegrenztes finanzielles Potenzial vermuten lässt. Einerseits muss er sich mit einem in der Partei deutlich besser und intensiver verankerten Joe Biden auseinandersetzen, der ihm inhaltlich Konkurrenz macht. Andererseits muss sich Bloomberg aber auch dem linken Flügel stellen, von dessen Seite insbesondere starke Kritik an Bloombergs Kandidatur kommt. Ein Multimilliardär, der sich die Wahl "erkaufen" könnte, kommt dort nicht gut an.
Bloomberg wird in jedem Fall sein Abschneiden am Super Tuesday abwarten. Kommt er bis dahin nicht unter die Top 4 der Demokraten, könnte seine Kandidatur dort wieder enden.
Aktuell hat Bloomberg in den bundesweiten Umfragen bereits zu Pete Buttigieg aufgeschlossen. In Iowa und New Hampshire ist nicht mit Erfolgen Bloombergs zu rechnen.
Andrew Yang
by Asa Mathat for Techonomy - CC BY-SA 4.0, Link |
Erfolgschance: Andrew Yang hat sich im Sommer kontinuierlich verbessert und sich Bewerberfeld der Demokraten unter den Top 8 klar etabliert.
Ich sehe dennoch keinen Weg für Andrew Yang, ernsthaft ist das Rennen um die Kandidatur der Demokraten einzusteigen. Die Partei hat zu viele junge und ambitionierte Bewerber, als das hier ein Unternehmer ohne Partei- und Politikhintergrund eine Lücke schließen müsste. Die unkonventionelle Art Yangs hat ihm Vorteile verschafft, die aber weitestgehend auch ausgeschöpft zu sein scheinen. Yang wird dennoch sicher in die Vorwahlen starten.
Amy Klobuchar
Die 58-jährige Senatorin aus Minnesota ist eine der führenden Demokratinnen im US-Senat. Wie auch Cory Booker war sie im Nominierungsverfahren Brett Kavanaughs eine wortführende Kritikerin.
Klobuchar ist nach 2006 und 2012 im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge mit großer Mehrheit in den US-Senat gewählt worden. Sie ist über Parteigrenzen hinweg anerkannt und genießt hohe Zufriedenheitswerte in der Bevölkerung.
Neben der Justizpolitik hat die Top-Juristin ihre politischen Schwerpunkte in der Gesundheits- und Außenpolitik. Im Gegensatz zu vielen anderen tatsächlichen oder potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern ist Klobuchar eine eher moderate Demokratin, was ggf. ein gewisses Alleinstellungsmerkmal sein könnte.
In einigen Umfragen zu Beginn des Jahres 2019, sagten über 50%, dass sie noch nie von Klobuchar gehört haben. Dieses Defizit an Bekanntheit gilt es nun aufzuholen.
UPDATE, 10.02.2019: Amy Klobuchar verkündet am 10.02.2019 offiziell ihre Kandidatur.
Erfolgschance: Amy Klobuchar gehört sicher nicht zum engeren Favoritenkreis. Zwei Faktoren könnten ihrer Kandidatur jedoch Aufwind geben. Mit Blick auf die erste Vorwahl in Iowa gilt die Senatorin aus dem Nachbarbundesstaat Minnesota quasi als Lokalmatadorin. Zwar bedeutet ein starker Auftakt in Iowa noch lange nicht den Sieg und muss auch nicht zwingend erfolgreiche Vorwahlen folgen lassen, eine Niederlage jedoch kann für Kandidatinnen und Kandidaten, deren Chancen eher mäßig bis schwach eingeschätzt werden, das schnelle Aus bedeuten. Ein zweiter Punkt, den Klobuchar ausspielen wird, ist ihre eher moderate Linie. Sie wird sich nicht in den Kampf um die populärsten Positionen am linken Rand der Demokraten begeben, sondern eher die Mitte bedienen, ohne dabei klare Positionen gegen Trumps Republikaner aufzugeben. In einem möglicherweise recht schrillen Vorwahlkampf der Demokraten, könnten moderate Töne eine attraktive Alternative für nicht wenige Wählerinnen und Wähler darstellen. Am Ende dürfte Klobuchar aber keine Chancen auf die Nominierung haben, solange Joe Biden im Rennen bleibt.
Tom Steyer
Tom Steyer ist kein Politiker der Demokraten, allerdings seit langer Zeit ein finanzstarker Unterstützer und Spender. Nach aktuellen Schätzungen verfügt der 62-jährige Fondsmanager und frühere Banker von Morgan Stanley und Goldman Sachs über ein Vermögen von rund 1,6 Milliarden US-Dollar.
Steyer ist New York City geboren und lebt in San Francisco. Er engagiert sich stark für wohltätige Zwecke, wobei sein Hauptaugenmerk auf dem Klimaschutz liegt. Zudem kritisiert Steyer den starken Einfluss großer Konzerne auf die Politik in Washington.
Seit 2017 setzte sich Steyer verstärkt für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump ein.
Erfolgschance: Steyer hebt sich etwas aus dem übrigen Kandidatenfeld ab. Nicht nur, dass er offenbar über nahezu unbegrenzte finanzielle Möglichkeiten verfügt, er wird auch nicht mit der Alltagspolitik in Washington in Verbindung gebracht. Sein Engagement für soziale Zwecke und den Klimaschutz hält nun bereits viele Jahre an, was seine Forderungen auch authentisch wirken lässt. Ob Steyer ernsthaft in das Rennen um die Spitzenkandidatur eingreifen kann, ist fraglich, seine Kandidatur hat aber Potenzial, lange anzudauern. Sein erster prominenter Wahlkampfauftritt wird die TV-Debatte der Demokraten im Oktober sein.
Tulsi Gabbard
Tulsi Gabbard ist 37 Jahre alt und stammt gebürtig aus Amerikanisch Samoa. Seit 2013 sitzt sie für den Bundesstaat Hawaii im US-Repräsentantenhaus und ist die erste Hindu überhaupt im US-Kongress. Gabbard ist als Major der US-Army Mitglied des Militärs. Ihre politischen Schwerpunkte liegen in der Außen- und Verteidigungspolitik.
Im Jahr 2016 trat sie als Vize-Vorsitzende des Democratic National Committee (DNC), also der Demokratischen Partei, nach Differenzen mit der Vorsitzenden Debbie Wasserman Schultz zurück. Hintergrund war ein Konflikt in Zusammenhang mit der Organisation der Vorwahlen, bei denen Wasserman Schultz vorgeworfen wurde, Hillary Clinton zu bevorteilen. Um einen Interessenkonflikt zu vermeiden, schied Tulsi Gabbard dann aus der Führungsriege des DNC aus und setzte sich offen für Bernie Sanders ein.
Am 11.01.2019 verkündete sie ihre Kandidatur für die Vorwahlen 2020.
Erfolgschance: Tulsi Gabbard könnte es sicherlich gelingen, einige Delegiertenstimmen zu gewinnen, ich denke aber nicht, dass sie ernsthafte Chancen auf eine Nominierung haben wird. Dafür fehlt ihr die politische Erfahrung und sie müsste zahlreiche prominente Unterstützer gewinnen, die ihrerseits auf Kandidaturen verzichten. Zudem ist sie innerhalb der demokratischen Partei nicht ganz unumstritten. Ein Treffen mit Syriens Machthaber Assad und frühere Verbindungen zu homophoben Gruppen, könnten zu viele Zweifel und Fragen aufwerfen, auch wenn sie sich bereits mehrfach für ihre damaligen Positionen gegenüber Homosexuellen entschuldigt hat.
Deval Patrick
Deval Patrick ist 63 Jahre alt. Von 2007 bis 2015 war er Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts. Danach wechselte er in die Privatwirtschaft und ist derzeit als Manager beim Finanzdienstleister Bain Capital tätig. Das Unternehmen wurde übrigens vom früheren republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney gegründet.
Deval Patrick kann dem moderaten Flügel zugeordnet werden.
Am 14.11.2019 verkündete Patrick seine Kandidatur.
Erfolgschance: Der Demokrat ist relativ spät in den Wahlkampf eingestiegen, was seine Erfolgschancen eher gering erscheinen lässt. Patrick muss es gelingen, zügig Spendengelder einzusammeln, was bei so vielen Kandidaten und zu einem solch späten Zeitpunkt eine große Herausforderung sein dürfte. Zwar wird dem demokratischen Establishment momentan nachgesagt, eine Alternative zu Joe Biden zu suchen, Deval Patrick bringt aus meiner Sicht aber nicht die nötige Popularität mit, um in dieser kurzen Zeit in einen intensiven Wahlkampf der Demokraten einzusteigen und sich durchzusetzen.
Michael Bennet
Der 55-jährige Michael Bennet sitzt für den Bundesstaat Colorado seit 2009 im US-Senat. 2010 gewann er die erste Wahl zum US-Senat und wurde 2016 im Amt bestätigt.
Bennet gehört dem moderaten/konservativen Flügel der Demokraten an und grenzte sich auch bei den bisherigen TV-Auftritten von vielen seiner Mitbewerber inhaltlich ab, ohne dabei Grundpositionen der Demokraten preiszugeben.
Erfolgschance: Michael Bennet hat die Qualifikation zur 3. TV-Debatte der Demokraten verpasst und ist damit chancenlos, nennenswert in das Nominierungsrennen der Demokraten einzugreifen.
Kandidatur bereits wieder zurückgezogen oder abgelehnt:
Kamala Harris
Die 54-jährige Kamala Harris vertritt den Bundesstaat Kalifornien im US-Senat. Die Juristin gehörte rund sieben Jahre lang als Attorney General der Regierung Kaliforniens an und setzte sich in dieser Zeit unter anderem für stärkere Waffenkontrollen und gleichgeschlechtliche Partnerschaften ein. Zuvor machte sie sich einen Namen mit der Entwicklung eines Präventiv- und Resozialisierungsprogramms für Straftäter, das durch den republikanischen Gouverneur Schwarzenegger in Kalifornien Anwendung fand.
Als Senatorin opponiert Kamala Harris insbesondere gegen die verschärfte Einwanderungspolitik des US-Präsidenten und griff ihn scharf wegen dessen "muslim ban" an.
Am 21.01.2019 verkündete Kamala Harris ihre Kandidatur zur Präsidentschaftswahl 2020.
UPDATE: Am 03.12.2019 beendet Kamala Harris ihre Kandidatur
Erfolgschance: Kamala Harris bringt praktisch alles mit, was für eine aussichtsreiche Kandidatur bei den Demokraten erforderlich ist. Sie stünde nach Clinton, Pelosi, Sanders, Biden und Warren für einen Generationenwechsel in der Partei. Als frühere Generalstaatsanwältin bringt sie viel Kampf- und Durchsetzungskraft mit. Zudem ist sie weiblich und afroamerikanisch, was bei den Demokraten 2020 als Kontrast zu Donald Trump durchaus gefragt sein dürfte.
Nach einem starken Start in den Wahlkampf, steht Harris zu Beginn des Herbstes jedoch wieder dort, wo sie am Anfang stand. Harris ist es nicht gelungen, Anschluss an das Spitzentrio herzustellen und liegt nun auch knapp hinter Pete Buttigieg.
Die 54-jährige Kamala Harris vertritt den Bundesstaat Kalifornien im US-Senat. Die Juristin gehörte rund sieben Jahre lang als Attorney General der Regierung Kaliforniens an und setzte sich in dieser Zeit unter anderem für stärkere Waffenkontrollen und gleichgeschlechtliche Partnerschaften ein. Zuvor machte sie sich einen Namen mit der Entwicklung eines Präventiv- und Resozialisierungsprogramms für Straftäter, das durch den republikanischen Gouverneur Schwarzenegger in Kalifornien Anwendung fand.
Als Senatorin opponiert Kamala Harris insbesondere gegen die verschärfte Einwanderungspolitik des US-Präsidenten und griff ihn scharf wegen dessen "muslim ban" an.
Am 21.01.2019 verkündete Kamala Harris ihre Kandidatur zur Präsidentschaftswahl 2020.
UPDATE: Am 03.12.2019 beendet Kamala Harris ihre Kandidatur
Cory Booker
Cory Booker ist seit 2013 amtierender Senator für den Bundesstaat New Jersey. Der 49-jährige Jurist erlangte spätestens im vergangenen Jahr eine landesweite Bekanntheit, als er bei den vielbeachteten Anhörungen des Supreme Court Kandidaten Brett Kavanaughs einer der wortführenden Demokraten war und durch rhetorisch gut pointierte Reden und Fragestellungen auffiel.
Booker haftet in gewisser Weise das Image eines "Popstars" an. Er weiß sich, seine politischen Ansichten und Intentionen durch außergewöhnliche Aktionen bemerkenswert in Szene zu setzen und ist dadurch in der Lage, Menschen zu begeistern und wachzurütteln. Dabei muss der relativ junge Senator aber aufpassen, das richtige Maß zu finden. Gegner könnten versuchen, ihm die Seriosität abzusprechen, sollte Booker allzu sehr auf eine eindringliche Außenwirkung aus sein.
Politisch gehört der Senator aus New Jersey ebenfalls zum progressiven Flügel der Demokraten.
UPDATE, 01.02.2019: Cory Booker verkündete am 01.02.2019 offiziell seine Kandidatur.
UPDATE, 13.01.2020: Cory Booker beendet seine Kandidatur.
Beto O'Rourke
Trotz seiner vergleichsweise geringen bundespolitischen Erfahrung, werden dem 46-jährigen Texaner gute Chancen eingeräumt, das demokratische Bewerberfeld erheblich aufzumischen. O'Rourke hat durch seine Vitalität und Kreativität bei dessen Auftritten einen Pluspunkt, der in dieser Ausprägung kaum noch einmal bei den prominenten Demokraten zu finden ist.
Bei allem Enthusiasmus und reichlich Vorschusslorbeeren, die Präsidentschaftswahl 2020 könnte für O'Rourke angesichts der vielen unterschiedlichen Kandidaten evtl. noch zu früh kommen. Ein Sieg gegen Cruz hätte ihm wertvolle Erfahrungen gebracht, die auch seinen Einfluss deutlich vergrößert hätten.
Update, 01.11.2019: Beto O'Rourke beendet seine Kandidatur.
Julian Castro
Der 45-jährige Julian Castro ist einer der Hoffnungsträger der Demokraten, dem eine positive politische Zukunft prognostiziert wird. Castro hat bereits Regierungserfahrung. In der zweiten Amtszeit Obamas war der gebürtige Texaner Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsminister. Zuvor war er Bürgermeister der Stadt San Antonio. Im Gegensatz zu seinem Zwillingsbruder Joaquin Castro war Julian nie Mitglied des US-Kongresses, was für Präsidentschaftsbewerber eher selten ist.
Der junge Demokrat setzt sich als Hispanic für eine umfassende Einwanderungsreform ein und kann damit auch thematisch zu einem starken Widersacher Donald Trumps werden. Mit seinem Wahlslogan "One Nation, One Destiny" setzt Castro bereits ein symbolisches Zeichen, was eindeutig gegen die Politik des Präsidenten gerichtet ist. Am 12. Januar 2019 verkündete Julian Castro offiziell seine Kandidatur.
UPDATE: 02.01.20: Julian Castro beendet seine Kandidatur!
Steve Bullock
Steve Bullock ist 53 Jahre alt. 2012 wurde er erstmals in das Amt des Gouverneurs von Montana gewählt. Dort gilt er als beliebt und erfolgreich und wurde 2016 wiedergewählt. Zuvor war der Jurist bereits als Attorney General teil der Regierung Montanas.
Bullocks Erfolg in Montana ist beachtlich. Der Bundesstaat gilt als absolutes Stammland der Republikaner. Während Donald Trump 2016 mit über 20% Vorsprung vor Hillary Clinton gewann, konnte Bullock seinen republikanischen Herausforderer mit rund 4 % Vorsprung schlagen.
Am 14. Mai 2019 verkündete er seine Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahl 2020.
Update: Am 02.12.2019 beendete Bullock seine Kandidatur
Kirsten Gillibrand
Am 16.01.2019 gab Kirsten Gillibrand ihre Kandidatur für die Demokraten, bzw die Einrichtung eines "presidential exploratory committee" bekannt, das ihre Ambitionen als Kandidatin ausloten soll. Die 52-jährige gehört zu den jüngeren aufstrebenden Demokratinnen aus dem US-Senat. Gillibrand ist 2008 als Senatorin des Bundesstaats New York in den US-Kongress gewählt worden und folgte damit auf Hillary Clinton. Zuvor war sie bereits zwei Jahre im US-Repräsentantenhaus aktiv.
Ursprünglich ist Gillibrand innerparteilich eher dem konservativen Flügel der Demokraten zuzurechnen und auch Mitglied der konservativen Blue Dog Coalition gewesen, einer der drei einflussreichen Bündnisse der demokratischen Abgeordneten im US-Kongress. Das links ausgerichtete Bündnis nennt sich Congressional Progressive Caucus, das moderate in der Mitte stehende Bündnis bildet die New Democrat Coalition. Insebsondere aus ihrer Zeit im Repräsentantenhaus haftet ihr das Image einer konservativen Demokratin an.
Inzwischen liegen Gillibrands Positionen aber eher im progressiven Bereich. Inhaltliche Schwerpunkte setzt sie dabei in der Gesundheits-, Familien- und Bildungspolitik und gilt als scharfe Verfechterin der Frauenrechte. Sie engagierte sich stark in der MeToo-Bewegung.
In diesem Zusammenhang machte sie auch vor eigenen Parteifreunden nicht halt, als sie den demokratischen US-Senator von Minnesota Al Franken nach Belästigungsvorwürfen als erste prominente Demokratin zum Rücktritt aufforderte. Im Rahmen der Untersuchungen wurden weitere Vorwürfe bekannt und als sich Frankens politischer Freund und Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, Gillibrands Forderung anschloss, trat Al Franken auch tatsächlich zurück. Kirsten Gillibrand musste für ihren Vorstoß ebenso viel Lob wie Kritik einstecken. Einen entscheidenden Nachteil für ihre Kandidatur dürfte ihr geradliniges Agieren jedoch nicht sein.
UPDATE: Kandidatur zurückgezogen
John Delaney
Der 55-jährige John Delaney ist für den Bundesstaat Maryland in das US-Repräsentantenhaus gewählt. Delaney gab als erster Demokrat seine Kandidatur bereits im Juli 2017 bekannt. Delaney gilt als klarer Außenseiter und ist über seinen Wahlkbezirk hinaus kaum bekannt. Für solche Kandidaten sind die ersten Vorwahlen von entscheidender Bedeutung. Greift ihre Kampagne nicht bereits zu Beginn, sind sie chancenlos. Deshalb investierte Delaney bereits rund 1,5 Mio US-Dollar in Fernsehspots im Bundesstaat Iowa, wo traditionell der erste Caucus stattfinden wird. Trotz dieser massiven und frühen Werbung erreichte Delaney in einer ersten Umfrage in Iowa nur rund 1% der Stimmen und lag damit abgeschlagen hinter Demokraten, die noch gar keine Kandidatur erklärt haben.
Sollten sich die Werte für Delaney nicht bessern, ist ein Rückzug noch vor Beginn der ersten Vorwahlen nicht ausgeschlossen.
Update: Am 31.01.2020 zog John Delaney seine Kandidatur zurück.
Bill de Blasio
Bill de Blasio ist 58 Jahre alt. Seit 2014 ist de Blasio Bürgermeister von New York City. Er gewann mit rund 73 % die Wahl gegen den Republikaner Lhota und wurde Nachfolger von Michael Bloomberg. 2017 wurde er mit 65 % im Amt bestätigt.
In den wesentlichen innenpolitischen Feldern der Finanz-, Bildungs- und Gesundheitspolitik ist Bill de Blasio dem linken Parteiflügel zuzurechnen.
UPDATE: Kandidatur zurückgezogen
Der 66-jährige John Hickenlooper war zuletzt bis Anfang diesen Jahres zwei Amtszeiten lang der Gouverneur des Bundesstaats Colorado. Davor hatte er bereits politische Erfahrungen als Bürgermeister von Denver gesammelt. Zwar ist er in politischen Kreisen kein Unbekannter, über eine landesweite Ausstrahlung verfügt er jedoch nicht.
Am 04.03.2019 gab Hickenlooper seine Kandidatur offiziell bekannt.
UPDATE: Kandidatur am 15.08.19 beendet.
Tim Ryan
Der 45-jährige Tim Ryan ist seit 2003 Mitglied des US-Repräsentantenhauses und vertritt dort einen Wahlbezirk aus dem Bundesstaat Ohio. Ryan verkündete am 04.04.2019 seine Kandidatur für die Demokraten zur US-Präsidentschaftswahl. Nach den Kongresswahlen 2016 versuchte Ryan in einer Kampfabstimmung Nancy Pelosi als Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus abzulösen. Mehr als einen Achtungserfolg erreichte Ryan jedoch nicht und unterlag deutlich mit 63 zu 134 Stimmen. Dennoch gilt Ryan als ambitionierter Hoffnungsträger der Demokraten im Repräsentantenhaus
UPDATE: Kandidatur am 24.10.19 zurückgezogen.
Jay Inslee
Jay Inslee, Gouverneur von Washington |
Jay Inslee ist seit 2013 Gouverneur des Bundesstaats Washington. Seit den 90er Jahren war er mit einer kurzen Unterbrechung Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses. Inslee trat 2012 für die Demokraten bei den Gouverneurswahlen in Washington an und gewann diese relativ knapp. Vier Jahre später wurde er mit deutlicher Mehrheit für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.
Inslee ist dem progressiven Flügel der Demokraten zuzuordnen. Bundesweit machte er sich einen Namen, als er 2017 ankündigte, dass Washington als erster Bundesstaat eine Klage gegen den von US-Präsident Trump per Dekret verhängten Einreisestopp für sieben muslimisch geprägte Länder einreichen werde. Jay Inslee ist zudem seit Beginn der Amtszeit Trumps ein scharfer Gegner der Klimapolitik des US-Präsidenten.
Als Topthema seines Wahlkampfs hat Inslee den Kampf gegen den Klimawandel an die Spitze seiner Agenda gestellt und verknüpft dieses Feld mit seinen Erfolgen, die er nach eigenen Angaben während seiner Regierung in Washington in den Bereichen Arbeit, Wirtschaft und Bildung erreicht habe.
UPDATE: Kandidatur am 25.08.19 beendet.
Erfolgschance: Auch wenn ich dem Gouverneur keine großen Chancen zurechne, so ist seine Strategie für die frühe Wahlkampfphase richtig. Er konzentriert sich auf ein großes Thema. Der Versuch die Wählerinnen und Wähler abzuholen, bei denen der Kampf gegen den Klimawandel ebenfalls wichtigstes Anliegen ist, dient der Profilierung und könnte ihm die entscheidenden Prozentpunkte bringen, um in das erweiterte Blickfeld der Öffentlichkeit zu kommen. Der Zugang zu den für den Beginn so wichtigen TV-Debatten muss für Kandidaten in der Außenseiterrolle oberste Priorität haben. Würde Inslee mit einem gewöhnlichen Themenmix antreten, dürfte er sich kaum aus dem übrigen Kandidatenfeld abheben können.
Als Topthema seines Wahlkampfs hat Inslee den Kampf gegen den Klimawandel an die Spitze seiner Agenda gestellt und verknüpft dieses Feld mit seinen Erfolgen, die er nach eigenen Angaben während seiner Regierung in Washington in den Bereichen Arbeit, Wirtschaft und Bildung erreicht habe.
UPDATE: Kandidatur am 25.08.19 beendet.
Eric Swalwell
Mit 38 Jahren ist Eric Swalwell einer der jüngsten Kandidaten der Demokraten zu den Vorwahlen 2020. Swalwell ist seit 2013 Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus und vertritt dort einen Kongresswahlbezirk aus Kalifornien. Anfang April verkündete er seine Kandidatur für die Demokraten.
Erfolgschance: Swalwell vertritt einen modernen und progressiven nach links gerichteten Kurs innerhalb der demokratischen Partei. Bei den klassischen Themen wie Klimaschutz, Waffenkontrolle, gleichgeschlechtliche Ehen, Bildung und Soziales vertritt er die Mehrheitsmeinung der Demokraten, eckt nicht an, hebt sich aber eben auch nicht von anderen auch prominenteren Kandidaten ab. Dass er gebürtig aus Iowa kommt, dürfte wohl für den dortigen Vorwahlauftakt kein entscheidender Vorteil sein. Nach aktuellem Stand scheint die Kandidatur aussichtslos zu sein.
UPDATE: Swalwell beendete seine Kandidatur am 08.07.2019.
Marianne Williamson
Die links-progressive Aktivistin hat bereits am 29.01.2019 ihre Kandidatur für die Demokraten verkündet. Marianne Williamson wurde bislang in keine politischen Ämter gewählt. Die 66-jährige ist insbesondere als Autorin spiritueller Bücher bekannt und erzielte auf diesem Gebiet auch einige nicht unerhebliche Erfolge. Als linke Aktivistin setzt sie sich insbesondere für sozial- und friedenspolitische Themen ein.
UPDATE: Am 11.01.2020 beendete Marianne Williamson ihre Kandidatur.
Wayne Messam
Wayne Messam ist 44 Jahre alt. 2015 wurde er zum Bürgermeister der rund 125.000 Einwohner zählenden Stadt Mirarmar im Südosten Floridas gewählt. Zudem ist Inhaber einer Baufirma. Am 28.03.2019 machte Messam seine Kandidatur für die Vorwahlen der Demokraten bekannt.
UPDATE: Am 20.11.2019 beendete Wayne Messam seine Kandidatur.
Seth Moulton
Von United States Government - https://moulton.house.gov/about/full-biography, Gemeinfrei, Link |
Erfolgschance: Seth Moulton dürfte seine Kandidatur insbesondere dafür nutzen, um sich selbst bundesweit und insbesondere in Massachusetts bekannt zu machen und bei späteren Wahlen auf einer gewissen Basis aufbauen zu können. Bei den Vorwahlen 2020 dürfte er jedoch noch keine ernsthaften Chancen auf Erfolg haben.
Mike Gravel
Mike Gravel Kandidatur wird hier der Form wegen mit aufgeführt. Gravel will nicht gewählt werden, sich aber über eine Kandidatur Zugang zu den TV-Debatten der Demokraten verschaffen und dort für auf den Meinungsbildungsprozess der Partei einwirken. Gravel lehnt insbesondere eine interventionalistische US-Außenpolitik ab und liegt damit auf Linie von Bernie Sanders oder Tulsi Gabbard.
Mike Gravel war von 1969 bis 1981 Senator für den US-Bundesstaat Alaska und wäre bei Amtseinführung 90 Jahre alt.
Erfolgschance: entfällt
Richard Ojeda
Joe Sestak
Sherrod Brown
UPDATE: Am 07.03.2019 verkündete Sherrod Brown, dass er 2020 nicht antreten werde.
(VERALTET: Der 66-jährige Sherrod Brown ist ein äußerst erfahrener Politiker der Demokraten. Seit nunmehr 26 Jahren vertritt er den Bundesstaat Ohio im US-Kongress, zunächst von 1993 bis 2007 im Repräsentantenhaus, danach bis heute im Senat.
Im Jahr 2016 unterstützte er Hillary Clinton bei ihrer Nominierung und war ein aussichtsreicher Kandidat für die Position des Running Mates und Vizepräsidentschaftskandidaten Clintons. Hillary Clinton entschied sich dann aber für Tim Kaine. Möglicherweise waren hier strategische Gründe ausschlaggebend, Sherrod Brown wäre im Senat vermutlich durch den republikanischen Gouverneur von Ohio, John Kasich, abgelöst worden, während Tim Kaine von einem Demokraten hätte ersetzt werden können. Bei der Präsidentschaftswahl verloren die Demokraten den wichtigen Bundesstaat Ohio an Donald Trump.
Brown ist dem liberal-progressiven Flügel der Demokraten zuzurechnen und setzte sich in der Vergangenheit immer wieder für die klassische Arbeiterschicht ein. Der Senator wird nicht allzu häufig genannt, wenn es um mögliche Kandidaten der Demokraten geht, darf aber nicht außer Acht gelassen werden. Er hat mehrfach bewiesen, einen Swing State für sich zu gewinnen, verfügt über ausreichend Erfahrung, vertritt die mehrheitlichen demokratischen Positionen und könnte gerade mit seiner Herkunft aus dem Rust Belt eine besonders starke Waffe gegen den Donald Trump sein, wenn es darum geht, verlorenes demokratisches Terrain 2020 zurück zu gewinnen.)
Hillary Clinton
Update: Am 04.03.2019 teilte Hillary Clinton öffentlich mit, 2020 nicht noch einmal anzutreten.
(Veraltet: Natürlich stellt sich auch die Frage, ob es Hillary Clinton nach ihrer Niederlage 2016 noch einmal probieren wird. Blickt man auf die (möglichen) Kandidaturen von Elizabeth Warren, Bernie Sanders, Joe Biden oder Michael Bloomberg, dürfte ihr Alter zumindest kein Problem sein. Laut einem aktuellen CNN-Bericht, soll sich Clinton weiterhin eine Hintertür offen halten. Persönlich habe ich aber Zweifel, dass Clinton es nochmal versuchen wird. Auch wenn sie rund 3 Mio Stimmen mehr erreicht hatte als Donald Trump, muss sie mit dem Makel der Niederlage leben. Und die Vorwahlen dürften 2020 ungleich schwieriger werden, als es noch 2016 der Fall war. Für die Demokraten könnte insbesondere eine erneute Kandidatur Clintons zu einer erheblichen Zerreißprobe werden.)
Die demokratischen Anführer im US-Kongress Chuck Schumer und Nancy Pelosi kommen aus meiner Sicht nicht für eine Kandidatur in Betracht. Zu wichtig und wertvoll sind ihre Rollen im Senat und Repräsentantenhaus für die Demokraten. Die beiden etablierten Kräfte kennen ihren Einfluss und ihre Stärken und werden sich nicht ohne Not in das Wagnis Vorwahlen und General Election werfen. Die Not wäre wohl erst dann zu sehen, wenn sich keine geeigneten Kandidaten bei den Demokraten finden lassen. Davon ist aber nicht auszugehen.
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