Sonntag, 18. Februar 2024

South Carolina Primary 2024 - Vorschau Republikaner

Nach den Auftaktsiegen Donald Trumps in Iowa und New Hampshire, war nicht mehr zwingend damit zu rechnen, dass Nikki Haley noch weiter im Rennen um die Nominierung der Republikaner verbleibt. Als sie dann auch noch in Nevada eine Demütigung ihrer eigenen Partei hinnehmen musste, als die Teilnehmenden des dortigen Primary, bei dem Trump nicht antrat (er gewann den Caucus in Nevada), mehrheitlich die Option "einen anderen Kandidaten" wählten, war doch ziemlich klar, dass die Mehrheit der Republikaner nicht hinter Haley steht. Dennoch, Trumps Herausforderin kämpft weiter und ermöglicht es Trump noch nicht, sich in Ruhe auf die General Election gegen Biden konzentrieren zu können. Haley scheint zudem sogar gewillt zu sein, auch am Super Tuesday noch antreten zu wollen. Aber zunächst wird in einer Woche am 24. Februar in South Carolina abgestimmt.

South Carolina Republican Primary
by DonkeyHotey, CC BY 4.0

Umfragen sehen Trump vorn - rettet sich Haley in den Super Tuesday?


In South Carolina will Nikki Haley die Wende im Vorwahlkampf schaffen. Von 2011 bis 2017 war sie Gouverneurin des Bundesstaats, bevor sie von Donald Trump als Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen ernannt wurde. Anders als noch in New Hampshire werden ihr in ihrem Heimatbundesstaat aber kaum Chancen auf einen Sieg eingeräumt. In den Umfragen kommt sie auf  etwa 32 %. Etwa doppelt so viel Zuspruch erhält Donald Trump mit 64 %.

Die Vorwahl der Republikaner in South Carolina findet als Open Primary statt. 
50 Delegiertenstimmen werden im Winner-Take-All Prinzip vergeben. Diese werden wie folgt aufgeteilt: 29 Delegiertenstimmen erhält der Sieger des Primary, also wer die meisten Simmen im ganzen Bundesstaat erhalten hat. Dazu werden 7 x 3 Stimmen für die Ergebnisse in den 7 Congressional Districts (CD) vergeben. Wer also die meisten Stimmen in einem CD gewonnen hat, erhält 3 Delegiertenstimmen für diesen CD.

Es ist praktisch also egal, wie groß der Vorsprung des Siegers sein wird, er oder sie erhält alle Delegiertenstimmen. Nikki Haley könnte es ggf. schaffen, in ein oder zwei einzelnen Congressional Districts vor Trump zu liegen und so 3-6 Delegierte gewinnen.

Viel wichtiger als die Frage, ob Trump alle 50 Delegiertenstimmen oder etwa nur 47 holt, ist dann doch die Frage wie groß sein Vorsprung vor Haley dann tatsächlich sein wird. Auch wenn dies im Vergabeverfahren Winner-Take-All keine Rolle spielt, wäre eine Niederlage in dem Ausmaß, dass Haley in ihrem Heimatbundesstaat bevorsteht (also ein Drittel zu zwei Drittel) ein weiterer Rückschlag, ganz gleich von wo sie in den Umfragen mal gestartet war. Kann sie das Rennen dagegen knapper gestalten, etwa 45 zu 55 %, könnte sie den Gegenbeweis zum Vorhalt liefern, dass sie gegen Trump nicht konkurrenzfähig sei. Dies müsste ihr mit Hinblick auf den Super Tuesday mindestens gelingen.
Dazwischen liegt noch der Michigan Primary am 27. Februar.

Kurzportrait US-Bundesstaat South Carolina (SC)


South Carolina gehört zu den klassischen Südstaaten der USA. Im "Palmetto State"  leben knapp 5,4 Mio Einwohner. Charleston ist mit über 150.000 Menschen die größte Stadt des Bundesstaats, im Großraum Charleston leben sogar über 800.000 Einwohner. Die Hauptstadt Columbia ist mit knapp 140.000 Menschen die zweitgrößte Stadt.
Im Jahr 1860 war die Sezession South Carolinas die Basis der Gründung der Konföderation, welche ein Jahr später in den Amerikanischen Bürgerkrieg mündete.
South Carolina hat mit gut 26% einen hohen Anteil an Schwarzen. Der Bundesstaat ist wie der gesamte Südosten der USA (Ausnahme Florida) kulturell und religiös stark evangelikal beeinflusst. 

South Carolina wählt bei Präsidentschaftswahlen sicher republikanisch. Seit 1980 hat hier die "Grand Old Party" (GOP)  immer gewonnen. 2020 gewann Donald Trump mit 55,1 % gegen Joe Biden, der 43,4 % der Stimmen erhielt.
Aktueller Gouverneur ist der Republikaner Henry McMaster. Im US-Senat wird South Carolina durch die Republikaner Lindsey Graham und Tim Scott vertreten. Im Repräsentantenhaus wird der Bundesstaat von sechs Republikanern sowie dem prominenten Demokraten Jim Clyburn (früherer Majority Whip) vertreten.

Mittwoch, 14. Februar 2024

Demokrat Suozzi gewinnt Special Election in New York

Der Demokrat Tom Suozzi hat die Nachwahl in New Yorks Congressional District 3 gewonnen. Suozzi konnte sich damit gegen die Republikanerin Mazi Pilip durchsetzen.

Nach etwa 70 % ausgezählter Stimmen, liegt Suozzi bei 55% und damit etwa 10% vor Pilip. Der Vorsprung wird voraussichtlich noch etwas geringer werden, der Sieg ist Suozzi aber nicht mehr zu nehmen.

Damit haben die Demokraten ihren Rückstand im US-Repräsentantenhaus verkürzt. Die Republikaner haben dort eine Mehrheit von 219 Sitzen. Die Demokraten kommen nun auf 213 Sitze. Weitere drei Sitze sind aktuell vakant.

Montag, 12. Februar 2024

Nachwahl in New York: Mehr als ein Sitz im Repräsentantenhaus

Am Dienstag wird in New Yorks Congressional District 3 ein neuer Vertreter für das US-Repräsentantenhaus gewählt. Diese Special Election außerhalb des normalen Turnus wurde erforderlich, nachdem der Republikaner George Santos durch das US House Ethics Committee aus dem Repräsentantenhaus ausgeschlossen wurde. Santos hatte im Wahlkampf vielfach falsche Angaben zu diversen Punkten seines Lebenslaufs gemacht. Santos sieht sich inzwischen auch mit strafrechtlichen Konsequenzen konfrontiert.

In den letzten Wochen aber bestimmte nicht mehr Santos die Schlagzeilen, sondern das Rennen um die Nachfolge des Republikaners. Santos hatte 2022 mit 53,7 % den Demokraten Rob Zimmermann, 46,2 % besiegt. Zwei Jahre zuvor hatte Santos noch gegen den demokratischen Amtsinhaber Tom Suozzi mit 43,5 zu 56,0 % verloren.

Jener Suozzi tritt nun wieder für die Demokraten an und will gegen die Republikanerin Mazi Melesa Pilip einen wichtigen Sitz zurückgewinnen. In den letzten Umfragen führt Suozzi mit rund 4 %.

Wahl von besonderer Bedeutung


Es gibt einige Gründe, weshalb Demokraten und Republikaner mit besonderer Aufmerksamkeit auf diese Nachwahl in New York blicken.

Sitzverhältnis im Repräsentantenhaus


Zuvorderst steht natürlich das reine Machtverhältnis im aktuellen Repräsentantenhaus im Fokus. Die Republikaner haben aktuell 219 Sitze, die Demokraten kommen auf 212 Sitze, während vier Sitze vakant sind. Einer dieser vakanten Sitze ist der des New York CD 3. Die weiteren Sitze, darunter auch der des zurückgetretenen früheren republikanischen Sprechers, Kevin McCarthy, Kalifornien, CD 20, werden im Mai und Juni neu gewählt.
Zwar droht den Republikanern kein formaler Machtwechsel, angesichts der stets knappen Abstimmungen, wie zuletzt auch die gescheiterte Amtsenthebung Alejandro Mayorkas, zählt für den aktuellen Sprecher Mike Johnson jede einzelne Stimme, um sich zumindest ein paar wenige Abweichler leisten zu können.

Stimmungstest für General Election


Natürlich wird aber auch vor dem Hintergrund der anstehenden Präsidentschaftswahl im November eine Art Stimmungstest in diese Special Election hineininterpretiert. Der Congressional District 3 ist strukturell einer jener wichtigen Vorort-Bezirke, um die Demokraten und Republikaner besonders kämpfen. 
Unabhängig davon gehört der Bezirk zu den wohlhabendsten der USA und umfasst rund 770.000 Einwohner. Die einstige demokratische Hochburg, ist in den letzten Jahren Ziel der republikanischen Strategen gewesen, denen es letztlich 2022 gelungen ist, diesen Sitz von den Demokraten zu erobern. 2020 hatte Biden in diesem Bereich Donald Trump noch mit 8% schlagen können. So fürchten nicht wenige Demokraten, dass eine erneute Niederlage bei der Special Election schon einen negativen Ausblick auf diesen November geben könnte.

Kampf um das Repräsentantenhaus spitzt sich zu


Die Machtverhältnisse in Washington stehen Spitz auf Knopf. Neben dem Rennen um das Weiße Haus, entscheiden auch wieder wenige Sitze über die Mehrheit im US-Senat. Das Repräsentantenhaus wird wieder komplett neu gewählt und sehr frühe Prognosen sehen so wenige offene Sitze wie selten. Nur etwa 40 von 435 Sitzen gelten derzeit als relativ offen, die meisten anderen Sitze können sicher oder wahrscheinlich einer der beiden Parteien zugeordnet werden. Sechs Sitze aus dem Bundesstaat New York gehören dazu, weshalb die Demokraten ihren Fokus vermutlich klar auf den Empire State legen werden. Auch Kalifornien, Michigan und Ohio werden hier gezielt in den Wahlkampf aufgenommen werden. Für einen Machtwechsel benötigen die Demokraten ca. 25-30 dieser 40 offenen Sitze, während den Republikanern ca. 15-20 Sitze reichen würden, um ihre Mehrheit zu verteidigen.

Kampf gegen die Umfragen


Die angespannte Stimmung bei den Demokraten hat vorwiegend mit den schwachen Zustimmungswerten für Präsident Biden zu tun. Rund neun Monate vor der Wahl steht Biden derart schwach dar, dass gepaart mit den Diskussionen um sein hohes Alter, die Spekulationen um einen alternativen Kandidaten der Demokraten nicht aufhören. Von einem Amtsinhaberbonus kann hier ungeachtet der tatsächlichen politischen Erfolge und Misserfolge nicht gesprochen werden.
Und doch konnten die Demokraten bei verschiedenen Wahlen dieser etwas überbordenden Stimmung trotzen und wichtige Erfolge gegen die Republikaner einfahren. Einige Analysten führen das auch darauf zurück, dass Umfragen eben keine Wahlergebnisse sind. Dieser Ansatz wird unterstützt von dem Umstand, dass bei vielen Umfragen die Demokraten besser abschneiden, wenn nur Menschen befragt werden, die angeben, auch sicher oder sehr wahrscheinlich zur Wahl gehen (Likely Voters). Befragt man dagegen registrierte Wählerinnen und Wähler (Registered Voters), unabhängig von ihrer Motivation der Wahlbeteiligung, schneiden die Republikaner tendenziell etwas besser ab.

Die Republikaner dagegen erhoffen sich durch einen Sieg am Dienstag noch mehr Rückenwind für Donald Trump und sehen mit einigem Vergnügen die Verunsicherung der Demokraten, die im Zuge der anhaltenden Diskussionen um Joe Biden momentan recht dominant zu sein scheint.

Donnerstag, 8. Februar 2024

Schadensträchtiger Scheinsieg: Biden entgeht Anklage in Dokumentenaffäre

Joe Biden hat vorsätzlich als sensibel eingestufte Dokumente nach seiner Amtszeit als Vizepräsident unrechtmäßig an sich genommen bzw. privat aufbewahrt. Zu diesem Schluss ist ein Sonderermittler des US-Justizministeriums gekommen, der heute seinen Bericht veröffentlichte und dem Kongress überstellte. Gleichwohl verzichtet der republikanische Sonderermittler Robert Hur auf eine strafrechtliche Anklage.

Joe Biden (48651180272)
 by Gage Skidmore, CC BY-SA 2.0 

Wasser auf Trumps Wahlkampfmühlen


Die Erleichterung über diese Entscheidung dürfte im Weißen Haus nur oberflächlicher Art sein. Denn tatsächlich ist der Verzicht einer Anklage gegen Joe Biden beste Wahlkampfmunition für Donald Trump. Dieser wird sich wegen ähnlicher Verfehlungen sehr wohl vor Gericht verantworten müssen. Sonderermittler Hur erklärt aber auch Unterschiede der beiden Ermittlungen. Joe Biden habe von Beginn an kooperiert und habe den Ermittlungsbehörden freiwillig alle Beweisstücke zur Verfügung gestellt. Trump dagegen habe sich nicht nur über Monate geweigert, die Dokumente zurückzugeben, er behinderte auch die Justiz, in der er andere dazu aufforderte Beweise zu vernichten und hat dann darüber gelogen, so Sonderermittler Hur.
Dennoch wird Donald Trump die Entscheidung als Beweis dafür nehmen, dass er gegenüber Biden systematisch benachteiligt werde.

Bericht offenbart Zweifel an Bidens mentalen Fähigkeiten


Und noch etwas fällt in dem Bericht des Sonderermittlers auf. Die Aussicht, wie sich Joe Biden in einem Prozess präsentiert hätte, skizziert Robert Hur auf Seite 6 seines über 300 Seiten starken Berichts ungewöhnlich subjektiv und provoziert damit auch direkt Unverständnis und Verärgerung im Weißen Haus. Hur vermutet, dass sich Biden in einem Prozess so wie in dessen Befragung gegenüber des Sonderermittlers geben würde. Zitat: "Herr Biden würde sich wahrscheinlich (...) als sympathischer, wohlwollender älterer Mann mit einem schlechten Gedächtnis" präsentieren.
Als Beispiele führt Hur an, dass Biden wesentliche Daten seiner zurückliegenden politischen Stationen wie privaten Ereignisse nicht mehr korrekt erinnerte.

Das Weiße Haus erklärte schriftlich am 05. Februar, dass diese Art der Darstellung des Erinnerungsvermögens des Präsidenten weder korrekt, noch angemessen sei. Der Bericht beinhalte eine äußerst nachteilige Sprache, zudem seien die Spekulationen über einen möglichen Prozess völlig überflüssig, so die Anwälte des Präsidenten.


Diese Darstellungen des Sonderermittlers nähren weiter Zweifel an Bidens mentaler Stärke. Das hohe Alter Bidens wird von vielen Amerikanern inzwischen als Problem angesehen.

Trumps Wahlkampf gegen Joe Biden spielt dieser Bericht in die Karten. Der einzige positive Aspekt für den US-Präsidenten ist, dass das Thema nun abgeräumt ist und ihn nicht durch den Wahlkampf begleiten wird. Angesichts des Schadens, ob faktisch oder nur subjektiv, dürfte dies für Biden nur ein schwacher Trost sein.

Mittwoch, 7. Februar 2024

Welche Strafverfahren laufen gegen Donald Trump?

Berufungsgericht lehnt Antrag auf Immunität Trumps ab

Heute hat das Berufungsgericht in Washington D.C. einen Antrag abgewiesen, nach der sich Donald Trump auf seine Immunität als Präsident berufen wollte. Damit stellt das Gericht auf 57 Seiten fest, dass Trump für sein Handeln während seiner Amtszeit grundsätzlich auch strafrechtlich verfolgt werden darf.

Donald Trump (52250930172) (cropped)
by Gage Skidmore from Surprise,
AZ, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

Es ist anzunehmen, dass sich Trump nun an den US Supreme Court wenden wird. UPDATE: Inzwischen haben sich Trumps Anwälte an den Supreme Court gewandt. Sofern dieser sich mit der Angelegenheit befassen wird, bliebe die dortige Entscheidung final abzuwarten. Zwar wäre der Oberste Gerichtshof in einer solchen Frage von nationaler Bedeutung zuständig, allerdings müssten mindestens vier Richterinnen und Richter der Befassung auch inhaltlich zustimmen, bevor der Supreme Court einen Fall annimmt. Hierbei müssten Fehler oder Ungenauigkeiten bei der Begründung der Ablehnung durch das Berufungsgericht festgestellt werden. Da dieses aber auf ein Urteil eben jenes Supreme Courts aus dem Jahr 1974 (Verfahren gegen Richard Nixon) verweist, bei dem das Gericht damals Verfahren gegen den Präsidenten zugelassen hat, kann es durchaus sein, dass sich der Supreme Court der Sache nicht annehmen wird. Vieles hängt nun davon ab, was Trumps Anwälte für Begründungen vortragen werden.

Es ist aber auch möglich, dass der Supreme Court die Frage nach einer Generalimmunität für einen Präsidenten als so grundsätzlich betrachtet, dass es eine Befassung ohnehin als angezeigt ansieht.


Aktuelle Verfahren gegen Donald Trump

Im folgenden habe ich eine kurze Übersicht der Verfahren gegen Donald Trump zusammengestellt, um darzustellen, was zu welchem Zeitpunkt auch Gegenstand des Wahlkampfes werden kann.


1. Kapitolsturm und Wahlmanipulation 2020/2021

Die bedeutendste Anklage wurde am 01. August 2023 durch die Grand Jury in Washington D.C. erhoben, Ankläger ist Sonderermittler Jack Smith.

Sie befasst sich mit der Rolle Donald Trumps rund um den Sturm auf das Kapitol in Washington am 06.Januar 2021 und dessen Versuche, Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahl 2020 bzw. deren Bestätigung auf verschiedenen Ebenen und unterschiedliche Weisen zu seinen Gunsten zu manipulieren.


Die konkreten Anklagepunkte lauten:

  • Verschwörung zum Betrug gegen die Vereinigten Staaten von Amerika
  • Verschwörung zur Behinderung der Bestätigung des Wahlsiegs Bidens
  • Verschwörung gegen das Recht zu wählen und jede Stimme zu zählen
  • Behinderung dieses Wahlrechts

Hier findet Ihr die Anklageschrift im Detail


Die Ermittlungen gegen Donald Trump sind zu diesen Punkten abgeschlossen, infolge dessen es nun zur Anklage kam. Der Prozessbeginn wird im Jahr 2024 erwartet. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Die vorsitzende Richterin wird Tanya Chutkan sein.

Die Formulierung "Verschwörung" lässt bereits darauf schließen, dass auch noch weitere Personen angeklagt werden, was jedoch bislang noch nicht der Fall ist. Ein Grund könnte sein, dass das Verfahren gegen Donald Trump möglichst schnell vorangetrieben werden soll und weitere Angeklagte den Prozess zunächst verzögern würden.

Ob ein finales Urteil inkl. Berücksichtigung eines möglichen Einspruchs des Angeklagten noch vor dem Termin zur Präsidentschaftswahl 2024 erfolgen wird, kann derzeit noch nicht gesagt werden.


2. Dokumentenaffäre

Diese Anklage vom 09. Juni 2023 befasst sich mit dem unsachgemäßen Umgang mit als geheim oder streng geheim eingestuften Dokumenten. Auch hier ist Sonderermittler Jack Smith der Ankläger.


Hierzu ist Trump in 40 Punkten angeklagt, die sich wie folgt zusammenfassen lassen:

  • unbefugte Aufbewahrung von nationalen Sicherheitsgeheimnissen
  • Behinderung der Untersuchung
  • Falschaussagen 

Hier findet Ihr die Anklageschrift im Detail


Hier ist der Prozessbeginn auf den 20.Mai 2024 terminiert.


3. Fälschung von Geschäftsunterlagen

Hierbei geht es um die Vertuschung einer Schweigegeldzahlung an die Pornodarstellerin Stormy Daniels im Wahlkampf 2016, indem diese Zahlungen als Anwaltskosten an Trumps damaligen Anwalt Michael Cohen in den Geschäftsunterlagen angegeben wurden. Ebenso wird untersucht, ob Wahlkampfgelder zu diesem Zweck genutzt wurden. Ankläger ist Manhattans Bezirksstaatsanwalt Alvin Bragg.


Hierzu ist Trump in 34 Punkten seit dem 30. März 2023 angeklagt, die sich wie folgt zusammenfassen lassen:

  • Fälschung von Rechnungen für Anwaltskosten
  • Falschausstellungen von Schecks
  • Fälschung von Unterlagen der Buchhaltung

Hier findet Ihr die Anklageschrift im Detail


Hier ist der Prozessbeginn auf den 25. März 2024 terminiert und fällt damit in die Hauptphase der Vorwahlen.


4. Wahlmanipulation in Georgia

Seit 10. Februar 2021 ermittelt die Bezirksstaatsanwältin von Fulton County, Georgia, Fani Willis gegen Donald Trump. Am 14. August 2023 wurde die Anklageschrift der Grand Jury in Georgia übergeben.

Trump steht in Verdacht, versucht zu haben, das Wahlergebnis der Präsidentschaftswahl 2020 in Georgia zu manipulieren. Dabei soll er auch auf Wahlverantwortliche eingewirkt haben. Bekanntestes Beispiel ist Trumps Anruf bei Georgias republikanischen Secretary of State Brad Raffensperger, in dem Trump diesen auffordert, das Wahlergebnis nicht zu bestätigen und 11.780 Stimmen für Trump "zu finden", was genau eine Stimme Mehrheit gegenüber Joe Biden bedeutet hätte.

Dieses Gespräch findet ebenfalls schon in der Anklage zu 1. Erwähnung.

Die konkreten Anklagepunkte basieren alle auf der Annahme, dass sich Trump und die weiteren Angeklagten verschworen haben, auf unterschiedliche Weisen das Wahlergebnis in Georgia zu kippen. Die Staatsanwaltschaft stuft dies als Organisierte Kriminalität ein.

Insgesamt sind 41 Anklagepunkte zu 13 Straftaten aufgeführt, darunter

  • Betrug des Bundesstaats Georgia
  • Aufforderung zur Verletzung des Amtseids
  • Fälschung von Dokumenten
  • Fälschung von Aussagen
  • Rechtswidrige Zeugenbeeinflussung



Zwei Besonderheiten sind bei dieser Anklage zu berücksichtigen. Der Prozess darf und wird vermutlich öffentlich im TV übertragen und Donald Trump könnte sich im Falle einer Verurteilung und Haftstrafe nicht selbst begnadigen, sollte er 2024 nochmal Präsident werden.

Die Anklägerin will den Prozess zügig beginnen, möglichst innerhalb der nächsten sechs Monate. Eine Entscheidung des zuständigen Gerichts dazu steht noch aus.


Teile des Mitschnitts des Telefonats Trump/Raffensperger,
veröffentlicht von der Washington Post.



Schaden oder Nutzen für Trump?


Bislang haben Donald Trump die Strafverfahren und Anklagen nicht geschadet. Im Gegenteil, seine Darstellung einer Hexenjagd verfängt bei den Republikanern und einigen Unabhängigen und Trump ist es gelungen, die Reihen hinter sich zu schließen. Eine NBC-Umfrage aus der letzten Woche zeigt aber auch, dass sich die Stimmung gegen Trump drehen kann, sollte dieser verurteilt werden. Aktuell würden die Befragten Trump mit 5% Vorsprung vor Biden ausstatten. Sollte Trump aber wegen eines Verbrechens verurteilt werden, würde Biden mit 2% vor seinem Vorgänger liegen.

Dienstag, 6. Februar 2024

Zwei Vorwahlen der Republikaner in Nevada

Die republikanischen Vorwahlen in Nevada spielen in diesem Jahr praktisch keine nennenswerte Rolle. Der Vorwahlkampf der GOP konzentriert sich voll auf South Carolina, wo es zum nächsten und evtl. letzten Kräftemessen zwischen Donald Trump und Nikki Haley kommen könnte. In Nevada finden zwei Vorwahlen statt, bei denen Trump und Haley nicht direkt gegeneinander antreten.

In dieser Nacht findet der Nevada Primary statt. Hier tritt Nikki Haley an. Zwei Tage später organisiert die republikanische Partei in Nevada auch noch einen Caucus, bei dem Donald Trump antritt. Die Partei hat zudem festgelegt, dass Delegiertenstimmen nur beim Caucus gewonnen werden können, was den Primary in dieser Nacht lediglich zu einer Formalität abqualifiziert.


Hintergrund für dieses Vorgehen sind Regularien des Bundesstaats Nevada, die vorschreiben, dass ein Primary stattfinden muss, wenn dies von einem Kandidaten beantragt wird. Die republikanische Partei wollte aber einen Caucus abhalten und legte intern fest, dass es nur beim Caucus auch Delegiertenstimmen zu gewinnen gibt. Außerdem dürfen die Kandidaten entweder nur beim Primary oder nur beim Caucus antreten.

Nikki Haley hatte sich neben Mike Pence und Tim Scott für den Primary entschieden. Donald Trump dagegen entschied sich mit anderen inzwischen ausgeschiedenen Kandidaten für den Caucus und wird voraussichtlich alle 26 Delegiertenstimmen aus Nevada gewinnen.

Donnerstag, 1. Februar 2024

Umfragen US-Wahl 2024 Biden vs Trump - Swing States

Umfragen aus allen Battleground States 2024

Die Auswahl der Battleground und Swing States 2020 basiert auf den Ergebnissen der letzten Wahlen und den aktuellen Umfragewerten Biden vs Trump. Dabei werden grundsätzlich die Bundesstaaten ausgewählt, bei denen die Differenz zwischen den Kandidaten etwa 10% oder weniger beträgt oder die traditionell als Swing States gelten.

  • Es werden Umfragen gezeigt, die nicht älter als sechs Wochen sind.
  • Noch liegen nicht überall aktuelle Umfragen vor.
  • Die Quellen der Umfragen sind für Details verlinkt.
  • Umfragen mit drei Kandidaten (inkl. Robert Kennedy Jr.) sind mit einem * markiert. Die Werte von sog. Third Party Candidates werden ggf. später mit aufgeführt.


Stand: 21.02.2024

neu:

21.02.: Emerson für Georgia und North Carolina, EPIC-MRA für Michigan

20.02. Emerson für Pennsylvania


Pennsylvania
19 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt43,745,0+1,3
Bloomberg4548+3
Emerson4345+2
F & M4342+1



















BidenTrump
Ergebnis 202050,048,8+1,2
    Sieger 2020: Biden
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012:
Obama
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Kerry
.



Michigan
15 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt43,046,0+3,0
EPIC-MRA4145+4
FOX News4547+2























BidenTrump
Ergebnis 202050,647,8+2,8
    Sieger 2020: Biden
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012:
Obama
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Kerry
.



Arizona
11 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt39,544,0+4,5
Bloomberg4447+3
*The Telegraph3541+6






















BidenTrump
Ergebnis 202049,449,0+0,4
    Sieger 2020: Biden
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012:
Romney
   Sieger 2008:
McCain
   Sieger 2004: Bush
.



Wisconsin
10 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt46,748,7+2,0
Bloomberg4449+5
FOX News4747+/-0
Marquette4950+1


















BidenTrump
Ergebnis 202049,448,8+0,6
    Sieger 2020: Biden
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012:
Obama
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Kerry
.



Nevada
6 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt42,547,5+5,0
Bloomberg4048+8
Emerson4547+2






















BidenTrump
Ergebnis 202050,147,7+2,4
    Sieger 2020: Biden
   Sieger 2016:
Clinton
   Sieger 2012:
Obama
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Bush
.



Georgia
16 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt42,549,5+7,0
Emerson4248+6
FOX News4351+8






















BidenTrump
Ergebnis 202049,549,2+0,3
    Sieger 2020: Biden
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012: Romney

   Sieger 2008:
McCain
   Sieger 2004: Bush
.



North Carolina
16 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt43,047,0+4,0
*ECU4447+3
Meredith Col.3944+5
FOX News4550+5
Emerson4447+3















BidenTrump
Ergebnis 202048,649,9+1,3
    Sieger 2020: Trump
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012:
Romney
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Bush
.



Florida
30 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt--






























BidenTrump
Ergebnis 202047,951,2+3,3
    Sieger 2020: Trump
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012:
Obama
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Bush
.



Texas
40 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt40,748,7+8,0
Univ. Houston4049+9
Emerson4149+8
Univ. Texas4148+7


















BidenTrump
Ergebnis 202046,552,1+5,6
    Sieger 2020: Trump
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012:
Romney
   Sieger 2008:
McCain
   Sieger 2004: Bush
.



Ohio
17 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt36,047,0+11
Emerson3647+11


























BidenTrump
Ergebnis 202045,253,3+8,1
    Sieger 2020: Trump
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012:
Obama
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Bush
.



Minnesota
10 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt42,039,0+3,0
KSTP4239+3


























BidenTrump
Ergebnis 202052,445,3+7,1
    Sieger 2020: Biden
   Sieger 2016:
Clinton
   Sieger 2012:
Obama
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Kerry
.



Colorado
10 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt41,035,0+6,0
Emerson4135+6


























BidenTrump
Ergebnis 202055,441,9+13,5
    Sieger 2020: Biden
   Sieger 2016: 
Clinton
   Sieger 2012: 
Obama
   Sieger 2008: 
Obama
   Sieger 2004: Bush
.



New Hampshire
4 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt--






























BidenTrump
Ergebnis 202052,745,4+7,3
    Sieger 2020: Biden
   Sieger 2016:
Clinton
   Sieger 2012:
Obama
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Kerry
.



Iowa
6 Electoral Votes
BidenTrump
Durchschnitt--






























BidenTrump
Ergebnis 202044,953,1+8,2
    Sieger 2020: Trump
   Sieger 2016: 
Trump
   Sieger 2012: 
Obama
   Sieger 2008: 
Obama
   Sieger 2004: Bush
.



Nebraska CD 2*
*sämtliche Daten beziehen sich auf den 2. Congressional District. In Nebraska können die Wahlmännerstimmen je nach Ergebnis in den CD aufgesplittet werden. Nebraska Gesamt, Nebraska CD1 und CD3 gelten als sicher für Donald Trump.
1 Electoral Vote
BidenTrump
Durchschnitt--






























BidenTrump
Ergebnis 202052,245,7+6,5
    Sieger 2020: Biden
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012:
Romney
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Bush
.



Maine CD 2*
*sämtliche Daten beziehen sich auf den 2. Congressional District. In Maine können die Wahlmännerstimmen je nach Ergebnis in den CD aufgesplittet werden. Maine Gesamt und Maine CD1 gelten als sicher für Joe Biden.
1 Electoral Vote
BidenTrump
Durchschnitt--






























BidenTrump
Ergebnis 202044,652,5+7,9
    Sieger 2020: Trump
   Sieger 2016:
Trump
   Sieger 2012:
Obama
   Sieger 2008:
Obama
   Sieger 2004: Kerry
.