Dienstag, 29. Januar 2019

US-Wahl 2020: Kandidaten der Demokraten

Das Kandidatenfeld für die Vorwahlen der Demokraten 2020 dürfte ungewöhnlich groß und breit gefächert sein. Einige Kandidatinnen und Kandidaten haben ihre Ambitionen auch schon hinterlegt und kommuniziert, andere prominente Namen gelten als aussichtsreiche potenzielle Bewerber. In der folgenden Auflistung gebe ich Euch einen ersten Überblick über das bekannte und mögliche Kandidatenfeld sowie eine erste vage Einschätzung über deren Erfolgschancen. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert. Im zweiten Halbjahr werde ich dann nochmal eine Eingrenzung auf die aussichtsreichsten Kandidatinnen und Kandidaten vornehmen.

Persönliche Chancenbewertung, aktualisiert: (++, +, o, -, --)
Link zu den aktuellen Umfragewerten der Demokraten

Verkündete Kandidaturen:

 

Joe Biden (++)

Official portrait of Vice President Joe Biden.jpgAm 25.04.2019 verkündet der Topfavorit der Demokraten (laut Umfragen) seine Kandidatur für die Demokraten. Bereits 2016 überlegte Biden öffentlich in das Rennen um die demokratischen Vorwahlen einzusteigen, entschloss sich aber letztlich dagegen, da die Zeit für eine ernsthafte Kandidatur nach dem Tod seines Sohnes Beau Biden zu knapp gewesen wäre.

Joe Biden ist über Parteigrenzen hinweg anerkannt und relativ beliebt. Der frühere Senator von Delaware wäre bei der Amtsübernahme 78 Jahre alt. Möglich wäre auch, dass Biden daher "nur" eine Amtszeit anstreben könnte und für diese Zeit eine junge Demokratin oder einen jungen Demokraten als Running Mate auswählt, die oder der er dann 2024 nach vier Jahren Vizepräsidentschaft die Kandidatur ermöglichen will.
Bereits im Jahr 2017 hatte Biden das PAC "American Possibilities" gegründet, was es ihm ermöglicht, finanzielle Vorbereitungen für eine eigene Kandidatur, aber auch zur Unterstützung anderer Kandidaten zu diversen Wahlen zu treffen. Eine Übersicht über die unterstützten Politiker Bidens PAC findet Ihr hier.

In ersten Umfragen für den Auftakt der Vorwahlen in Iowa ist Joe Biden mit Abstand der aussichtsreichste Kandidat der Demokraten. Wohl aber auch nicht zuletzt wegen seiner bundesweiten Popularität insbesondere auch gegenüber anderen jüngeren potenziellen Mitbewerberinnen und Mitbewerbern.
Joe Biden steht inhaltlich der Politik Barack Obamas sehr nahe und pflegt ein enges und sehr gutes Verhältnis zum früheren Präsidenten. Biden dürfte beste Chancen beim Parteiestablishment und dem moderat bis konservativen Flügel der Partei haben, was ein interessanter Kontrast zu einigen links-progressiven jüngeren Kandidatinnen ist.


Kamala Harris (+)

Senator Harris official senate portraitDie 54-jährige Kamala Harris vertritt den Bundesstaat Kalifornien im US-Senat. Die Juristin gehörte rund sieben Jahre lang als Attorney General der Regierung Kaliforniens an und setzte sich in dieser Zeit unter anderem für stärkere Waffenkontrollen und gleichgeschlechtliche Partnerschaften ein. Zuvor machte sie sich einen Namen mit der Entwicklung eines Präventiv- und Resozialisierungsprogramms für Straftäter, das durch den republikanischen Gouverneur Schwarzenegger in Kalifornien Anwendung fand.
Als Senatorin opponiert Kamala Harris insbesondere gegen die verschärfte Einwanderungspolitik des US-Präsidenten und griff ihn scharf wegen dessen "muslim ban" an.
Am 21.01.2019 verkündete Kamala Harris ihre Kandidatur zur Präsidentschaftswahl 2020.

Erfolgschance: Kamala Harris bringt praktisch alles mit, was für eine aussichtsreiche Kandidatur bei den Demokraten erforderlich ist. Sie stünde nach Clinton, Pelosi, Sanders, Biden und Warren für einen Generationenwechsel in der Partei. Als frühere Generalstaatsanwältin bringt sie viel Kampf- und Durchsetzungskraft mit. Zudem ist sie weiblich und afroamerikanisch, was bei den Demokraten 2020 als Kontrast zu Donald Trump durchaus gefragt sein dürfte. Derzeit ist die Senatorin bei Umfragen noch nicht auf dem erforderlichen Niveau angelangt, das für eine positive Dynamik bei den Vorwahlen erforderlich ist. Findet Kamala Harris einen Weg, sich in den Fokus der ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire zu kämpfen, könnte sie schon bei den darauf folgenden Terminen in Nevada und South Carolina zu einer Topfavoritin avancieren. Aber in Iowa und New Hampshire könnten andere Demokraten bessere Chancen haben, so dass ein verpatzter Auftakt, auch zu einem ernsten Problem werden könnte.


Bernie Sanders (+)


Bernie Sanders in Des Moines, Iowa by Gage Skidmore (cropped).jpg
by Gage Skidmore, CC BY-SA 2.0Link
Bernie Sanders war bei den Vorwahlen 2016 der einzige ernsthafte Gegenkandidat der späteren Kandidatin Hillary Clinton. Sanders trat als unabhängiger Senator bei den Demokraten an und erreichte in den Vorwahlen über 1800 Delegiertenstimmen, während Hillary Clinton auf gut 2200 Delegierte kam. Das größte Problem Sanders war das exzellente Parteinetzwerk Clintons, was ihr rund 550 Stimmen der Superdelegierten einbrachte, während Sanders hier nur im zweistelligen Bereich Stimmen gewinnen konnte. Dieser strategische Nachteil machte ihn von Beginn an zur Nummer zwei, eine Herausfordererrolle, die er trotz großer Erfolge im Wahlkampf nie ablegen konnte.
Bernie Sanders begeisterte insbesondere viele links-progressiv ausgerichtete Wählerinnen und Wähler, vor allem auch jüngeren Alters. Der noch immer amtierende Senator aus Vermont wetterte gegen das Washingtoner Establishment und das der demokratischen Partei. Der langanhaltende Wettkampf mit Hillary Clinton belegte auch, eine deutlich erkennbare Spaltung der Demokraten, die bis heute nicht überwunden zu sein scheint.
Update: Am 19.02.2019 hat Bernie Sanders seine erneute Kandidatur für die Vorwahlen der Demokraten verkündet.

Erfolgschance: Viele junge Gegenkandidaten, insbesondere aus dem US-Senat, sowie auch die Kandidatur der linksgerichteten Elizabeth Warren, könnten dem inzwischen 77-jährigen wertvolle Stimmen kosten. Ein großer Pluspunkt ist natürlich die Erfahrung aus den Vorwahlen 2016 und die damit verbundene landesweite Bekanntheit. Sanders müsste mit Erfolgen in den frühen Bundesstaaten der Vorwahlen, Iowa und New Hampshire insbesondere im direkten Duell mit Elizabeth Warren als Sieger hervorgehen, um Konkurrenten auf dem linken Flügel frühzeitig auszustechen. Lt. Umfragen aus dem 1.Quartal 2019 stehen die Chancen dazu gar nicht schlecht.
 
Elizabeth Warren (o)

Elizabeth Warren, official portrait, 114th Congress.jpg
Elizabeth Warren wurde zuletzt bei den Midterm Elections 2018 als Senatorin für den Bundesstaat Massachusetts deutlich im Amt bestätigt.
Im Vorwahlkampf 2016 zögerte Warren lange mit einer öffentlichen Unterstützung. Die deutlich linksgerichtete Politikerin stand inhaltlich eher den Positionen Bernie Sanders nahe. Jedoch konnte sie sich scheinbar nicht gegen eine weibliche Kandidatin, die zudem auch noch die aussichtsreichere war, entscheiden. Als absehbar war, dass Sanders die Vorwahlen nicht zu seinen Gunsten entscheiden konnte, erklärte Warren im Juni 2016 ihre Unterstützung für Hillary Clinton.
Warren ist eine auch im politischen Alltag immer wieder öffentlich wahrnehmbare Kritikerin Donald Trumps und forderte zudem ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten.
Politische Schwerpunkte Warrens liegen in einer links ausgerichteten Finanz- und Gesundheitspolitik.
Elizabeth Warren wird in diesem Sommer 70 Jahre alt.

Erfolgschance: Elizabeth Warren ist prominent und insbesondere bei Frauen und links-progressiven Wählerinnen und Wählern beliebt. Mit der Kandidatur Bernie Sanders haben sich die Chancen Warrens erheblich verringert. Hinzu kommt die Frage, inwieweit die demokratische Partei einen Generationenwechsel einleiten will. Durch die teils deutlich jüngere weibliche Konkurrenz aus dem Senat stünden hoffnungsvolle Alternativen bereit. Warrens Plus ist aber auch ihre Fähigkeit, erhebliche Spendensummen einzusammeln.



Beto O'Rourke (o)


Beto O'Rourke in Cleveland (40456935723)Er war lange Zeit der Hoffnungsträger und Überflieger der Demokraten bei den Midterm Elections 2018. Beto O'Rourke sammelte reichlich Spendengelder ein und forderte den Republikaner Ted Cruz bei der Wahl um den Senatssitz für den republikanisch geprägten Bundesstaat Texas heraus. Ted Cruz musste bis zum Schluss des Wahlkampfs hart kämpfen und verteidigte letztlich seinen Sitz. Dennoch ein starkes Ergebnis für O'Rourke und ein Achtungserfolg für den linken Demokraten, der programmatisch und in der Art seiner Auftritte stark an Bernie Sanders erinnert. Aber O'Rourke ist nun aus dem Kongress ausgeschieden, zuvor war er Abgeordneter im Repräsentantenhaus.
Trotz seiner vergleichsweise geringen bundespolitischen Erfahrung, werden dem 46-jährigen Texaner gute Chancen eingeräumt, das demokratische Bewerberfeld erheblich aufzumischen. O'Rourke hat durch seine Vitalität und Kreativität bei dessen Auftritten einen Pluspunkt, der in dieser Ausprägung kaum noch einmal bei den prominenten Demokraten zu finden ist.
Bei allem Enthusiasmus und reichlich Vorschusslorbeeren, die Präsidentschaftswahl 2020 könnte für O'Rourke angesichts der vielen unterschiedlichen Kandidaten evtl. noch zu früh kommen. Ein Sieg gegen Cruz hätte ihm wertvolle Erfahrungen gebracht, die auch seinen Einfluss deutlich vergrößert hätten.

Erfolgschance: Beto O'Rourke hat das Potenzial im Laufe der Vorwahlen sich eine Spitzenposition zu verschaffen. Aktuell befindet er sich in den Umfragen noch deutlich hinter Joe Biden und Bernie Sanders und hebt sich auch nicht als klare Nr. 3 vom übrigen Bewerberfeld ab. Als junger Kandidat und für beide Lager wählbare Alternative kann O'Rourke mit einem soliden Start im Verlaufe der Vorwahlen zu einem ernsten Konkurrenten werden. Bleibt er aber auf einem mäßigen Niveau, könnte ihm das mögliche Image als Kompromisskandidat zum Verhängnis werden.


Pete Buttigieg (o)


Pete Buttigieg DNC Winter Meet 0363 (32330685174) (cropped).jpg
By Edward Kimmel 
DNC Winter Meet 0363CC BY-SA 2.0

Der 37-jährige Buttigieg ist der bislang jüngste Kandidat im diesjährigen Bewerberfeld und der erste offen homosexuelle Kandidat der Demokraten für die internen Vorwahlen. Buttigieg ist Bürgermeister der 100.000 Einwohner Stadt South Bend in Indiana, zuletzt mit rund 80% wiedergewählt. Buttigieg gilt als besonders eloquent, intelligent (Harvard-Abschluss mit Bestnote) und zudem noch bodenständig und freundlich.
Politisch ist Pete Buttigieg eindeutig als eher progressiv zu bezeichnen. Sei es in der Klimapolitik oder bei der Frage nach einer Verschärfung der Waffengesetze. Dennoch fehlt es dem jungen Kandidaten noch an politischem Profil. Zunächst aber gilt es, sich bekannt zu machen. Und das gelang ihm besser, als den übrigen "No-Name"-Kandidaten".

Erfolgschance: Pete Buttigieg ist der klare Gewinner des Wahlkampfauftakts im 1. Quartal 2019. Durch gute TV-Auftritte schaffte es der Außenseiter seine Popularität zu steigern und steig in den Umfragen zu den Top 5 Kandidaten auf. Insbesondere in den ersten Bundesstaaten der Vorwahlen, Iowa und New Hampshire, kommt Buttigieg aktuell bereits auf zweistellige Prozentwerte und hat "nur" noch Joe Biden und Bernie Sanders vor sich.

Cory Booker (-)

Cory Booker, official portrait, 114th CongressCory Booker ist seit 2013 amtierender Senator für den Bundesstaat New Jersey. Der 49-jährige Jurist erlangte spätestens im vergangenen Jahr eine landesweite Bekanntheit, als er bei den vielbeachteten Anhörungen des Supreme Court Kandidaten Brett Kavanaughs einer der wortführenden Demokraten war und durch rhetorisch gut pointierte Reden und Fragestellungen auffiel.
Booker haftet in gewisser Weise das Image eines "Popstars" an. Er weiß sich, seine politischen Ansichten und Intentionen durch außergewöhnliche Aktionen bemerkenswert in Szene zu setzen und ist dadurch in der Lage, Menschen zu begeistern und wachzurütteln. Dabei muss der relativ junge Senator aber aufpassen, das richtige Maß zu finden. Gegner könnten versuchen, ihm die Seriosität abzusprechen, sollte Booker allzu sehr auf eine eindringliche Außenwirkung aus sein.

Politisch gehört der Senator aus New Jersey ebenfalls zum progressiven Flügel der Demokraten.
UPDATE, 01.02.2019: Cory Booker verkündete am 01.02.2019 offiziell seine Kandidatur.

Erfolgschance: Die frühe Verkündung seiner Kandidatur zu einem relativ frühen Zeitpunkt war sinnvoll, um seinen Namen landesweit bekannt zu machen. Das gilt insbesondere für Iowa und New Hampshire, wo die ersten Vorwahlen der Demokraten stattfinden. Lt. Umfragen ist ein Aufwärtstrend allerdings noch nicht erkennbar. Für Booker dürfte es schwierig werden, sich in eine aussichtsreiche Position zu bringen.


Amy Klobuchar (-)

Amy Klobuchar, official portrait, 113th CongressDie 58-jährige Senatorin aus Minnesota ist eine der führenden Demokratinnen im US-Senat. Wie auch Cory Booker war sie im Nominierungsverfahren Brett Kavanaughs eine wortführende Kritikerin.
Klobuchar ist nach 2006 und 2012 im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge mit großer Mehrheit in den US-Senat gewählt worden. Sie ist über Parteigrenzen hinweg anerkannt und genießt hohe Zufriedenheitswerte in der Bevölkerung.
Neben der Justizpolitik hat die Top-Juristin ihre politischen Schwerpunkte in der Gesundheits- und Außenpolitik. Im Gegensatz zu vielen anderen tatsächlichen oder potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern ist Klobuchar eine eher moderate Demokratin, was ggf. ein gewisses Alleinstellungsmerkmal sein könnte.

In einigen Umfragen zu Beginn des Jahres 2019, sagten über 50%, dass sie noch nie von Klobuchar gehört haben. Dieses Defizit an Bekanntheit gilt es nun aufzuholen.
UPDATE, 10.02.2019: Amy Klobuchar verkündet am 10.02.2019 offiziell ihre Kandidatur.

Erfolgschance: Amy Klobuchar gehört sicher nicht zum engeren Favoritenkreis. Zwei Faktoren könnten ihrer Kandidatur jedoch Aufwind geben. Mit Blick auf die erste Vorwahl in Iowa gilt die Senatorin aus dem Nachbarbundesstaat Minnesota quasi als Lokalmatadorin. Zwar bedeutet ein starker Auftakt in Iowa noch lange nicht den Sieg und muss auch nicht zwingend erfolgreiche Vorwahlen folgen lassen, eine Niederlage jedoch kann für Kandidatinnen und Kandidaten, deren Chancen eher mäßig bis schwach eingeschätzt werden, das schnelle Aus bedeuten. Ein zweiter Punkt, den Klobuchar ausspielen wird, ist ihre eher moderate Linie. Sie wird sich nicht in den Kampf um die populärsten Positionen am linken Rand der Demokraten begeben, sondern eher die Mitte bedienen, ohne dabei klare Positionen gegen Trumps Republikaner aufzugeben. In einem möglicherweise recht schrillen Vorwahlkampf der Demokraten, könnten moderate Töne eine attraktive Alternative für nicht wenige Wählerinnen und Wähler darstellen.


Julian Castro (--)

Julián Castro's Official HUD Portrait (cropped)Der 45-jährige Julian Castro ist einer der Hoffnungsträger der Demokraten, dem eine positive politische Zukunft prognostiziert wird. Castro hat bereits Regierungserfahrung. In der zweiten Amtszeit Obamas war der gebürtige Texaner Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsminister. Zuvor war er Bürgermeister der Stadt San Antonio. Im Gegensatz zu seinem Zwillingsbruder Joaquin Castro war Julian nie Mitglied des US-Kongresses, was für Präsidentschaftsbewerber eher selten ist.
Der junge Demokrat setzt sich als Hispanic für eine umfassende Einwanderungsreform ein und kann damit auch thematisch zu einem starken Widersacher Donald Trumps werden. Mit seinem Wahlslogan "One Nation, One Destiny" setzt Castro bereits ein symbolisches Zeichen, was eindeutig gegen die Politik des Präsidenten gerichtet ist. Am 12. Januar 2019 verkündete Julian Castro offiziell seine Kandidatur.
Erfolgschance: Die Aussichten für eine erfolgreiche Kandidatur Castros sind deutlich geringer geworden, nachdem sein texanischer Parteifreund Beto O'Rourke ebenfalls noch in das Rennen eingestiegen ist. Die dringend erforderliche Unterstützung aus der Heimat dürfte in Großteilen eher O'Rourke zu Gute kommen. Als vermutlich einziger Kandidat mit lateinamerikanischen Wurzeln hätte Julian Castro aber ein Alleinstellungsmerkmal, was zu Beginn eines Auswahlprozesses immer von Vorteil ist. Jedoch könnte er Gefahr laufen, mit dem Thema Migration zu einseitig wahrgenommen zu werden. Auch würde eine solche programmatische Zuspitzung Donald Trump evtl. in die Karten spielen. Julian Castro könnte zudem als etwas zurückhaltend wahrgenommen werden. Bei einem großen und teils sehr charismatischen Kandidatenfeld der Demokraten könnte dies ein entscheidender Nachteil sein. Die Chancen Castros schätze ich als nicht sonderlich groß ein, vielmehr könnte er ein interessanter Running Mate sein, abhängig davon, wen die Demokraten auf Eins setzen werden.


Jay Inslee (--)


Governor Inslee
Jay Inslee, Gouverneur von Washington
Der amtierende Gouverneur hat am 01.03.2019 seine Kandidatur für die Demokraten verkündet.

Jay Inslee ist seit 2013 Gouverneur des Bundesstaats Washington. Seit den 90er Jahren war er mit einer kurzen Unterbrechung Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses. Inslee trat 2012 für die Demokraten bei den Gouverneurswahlen in Washington an und gewann diese relativ knapp. Vier Jahre später wurde er mit deutlicher Mehrheit für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

Inslee ist dem progressiven Flügel der Demokraten zuzuordnen. Bundesweit machte er sich einen Namen, als er 2017 ankündigte, dass Washington als erster Bundesstaat eine Klage gegen den von US-Präsident Trump per Dekret verhängten Einreisestopp für sieben muslimisch geprägte Länder einreichen werde. Jay Inslee ist zudem seit Beginn der Amtszeit Trumps ein scharfer Gegner der Klimapolitik des US-Präsidenten.

Als Topthema seines Wahlkampfs hat Inslee den Kampf gegen den Klimawandel an die Spitze seiner Agenda gestellt und verknüpft dieses Feld mit seinen Erfolgen, die er nach eigenen Angaben während seiner Regierung in Washington in den Bereichen Arbeit, Wirtschaft und Bildung erreicht habe.

Erfolgschance: Auch wenn ich dem Gouverneur keine großen Chancen zurechne, so ist seine Strategie für die frühe Wahlkampfphase richtig. Er konzentriert sich auf ein großes Thema. Der Versuch die Wählerinnen und Wähler abzuholen, bei denen der Kampf gegen den Klimawandel ebenfalls wichtigstes Anliegen ist, dient der Profilierung und könnte ihm die entscheidenden Prozentpunkte bringen, um in das erweiterte Blickfeld der Öffentlichkeit zu kommen. Der Zugang zu den für den Beginn so wichtigen TV-Debatten muss für Kandidaten in der Außenseiterrolle oberste Priorität haben. Würde Inslee mit einem gewöhnlichen Themenmix antreten, dürfte er sich kaum aus dem übrigen Kandidatenfeld abheben können.



Kirsten Gillibrand (--)

Kirsten Gillibrand, official portrait, 112th Congress (cropped).jpgAm 16.01.2019 gab Kirsten Gillibrand ihre Kandidatur für die Demokraten, bzw die Einrichtung eines "presidential exploratory committee" bekannt, das ihre Ambitionen als Kandidatin ausloten soll. Die 52-jährige gehört zu den jüngeren aufstrebenden Demokratinnen aus dem US-Senat. Gillibrand ist 2008 als Senatorin des Bundesstaats New York in den US-Kongress gewählt worden und folgte damit auf Hillary Clinton. Zuvor war sie bereits zwei Jahre im US-Repräsentantenhaus aktiv.
Ursprünglich ist Gillibrand innerparteilich eher dem konservativen Flügel der Demokraten zuzurechnen und auch Mitglied der konservativen Blue Dog Coalition gewesen, einer der drei einflussreichen Bündnisse der demokratischen Abgeordneten im US-Kongress. Das links ausgerichtete Bündnis nennt sich Congressional Progressive Caucus, das moderate in der Mitte stehende Bündnis bildet die New Democrat Coalition. Insebsondere aus ihrer Zeit im Repräsentantenhaus haftet ihr das Image einer konservativen Demokratin an.
Inzwischen liegen Gillibrands Positionen aber eher im progressiven Bereich. Inhaltliche Schwerpunkte setzt sie dabei in der Gesundheits-, Familien- und Bildungspolitik und gilt als scharfe Verfechterin der Frauenrechte. Sie engagierte sich stark in der MeToo-Bewegung.
In diesem Zusammenhang machte sie auch vor eigenen Parteifreunden nicht halt, als sie den demokratischen US-Senator von Minnesota Al Franken nach Belästigungsvorwürfen als erste prominente Demokratin zum Rücktritt aufforderte. Im Rahmen der Untersuchungen wurden weitere Vorwürfe bekannt und als sich Frankens politischer Freund und Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, Gillibrands Forderung anschloss, trat Al Franken auch tatsächlich zurück. Kirsten Gillibrand musste für ihren Vorstoß ebenso viel Lob wie Kritik einstecken. Einen entscheidenden Nachteil für ihre Kandidatur dürfte ihr geradliniges Agieren jedoch nicht sein.   

Erfolgschance: Kirsten Gillibrand ist eine Kandidatin mit großem Potenzial, für 2020 wohl aber ohne größere Chancen. Durch ihr Engagement in der MeToo-Bewegung ist sie landesweit insbesondere auch bei Frauen bekannt geworden. Politisch steht sie nicht so weit links, wie etwa Warren oder Sanders, bei Schlüsselthemen wie der Gesundheitspolitik vertritt sie aber die mehrheitlichen Ansichten ihrer Partei und bildet einen klaren Gegenpol zur Politik Donald Trumps. Gillibrand scheint vom Profil her eine ideale Herausforderin für den US-Präsidenten zu sein, wird es aber schwer haben, sich gegen die anderen moderaten, populären und gut vernetzten Kandidaten, wie etwa Joe Biden, Kamala Harris, Amy Klobuchar oder auch Beto O'Rourke durchzusetzen.
 
Tulsi Gabbard (--)

Tulsi Gabbard, official portrait, 113th Congress (cropped).jpgTulsi Gabbard ist 37 Jahre alt und stammt gebürtig aus Amerikanisch Samoa. Seit 2013 sitzt sie für den Bundesstaat Hawaii im US-Repräsentantenhaus und ist die erste Hindu überhaupt im US-Kongress. Gabbard ist als Major der US-Army Mitglied des Militärs. Ihre politischen Schwerpunkte liegen in der Außen- und Verteidigungspolitik.
Im Jahr 2016 trat sie als Vize-Vorsitzende des Democratic National Committee (DNC), also der Demokratischen Partei, nach Differenzen mit der Vorsitzenden Debbie Wasserman Schultz zurück. Hintergrund war ein Konflikt in Zusammenhang mit der Organisation der Vorwahlen, bei denen Wasserman Schultz vorgeworfen wurde, Hillary Clinton zu bevorteilen. Um einen Interessenkonflikt zu vermeiden, schied Tulsi Gabbard dann aus der Führungsriege des DNC aus und setzte sich offen für Bernie Sanders ein.
Am 11.01.2019 verkündete sie ihre Kandidatur für die Vorwahlen 2020.

Erfolgschance: Tulsi Gabbard könnte es sicherlich gelingen, einige Delegiertenstimmen zu gewinnen, ich denke aber nicht, dass sie ernsthafte Chancen auf eine Nominierung haben wird. Dafür fehlt ihr die politische Erfahrung und sie müsste zahlreiche prominente Unterstützer gewinnen, die ihrerseits auf Kandidaturen verzichten. Zudem ist sie innerhalb der demokratischen Partei nicht ganz unumstritten. Ein Treffen mit Syriens Machthaber Assad und frühere Verbindungen zu homophoben Gruppen, könnten zu viele Zweifel und Fragen aufwerfen, auch wenn sie sich bereits mehrfach für ihre damaligen Positionen gegenüber Homosexuellen entschuldigt hat.


John Delaney (--)

John Delaney 113th Congress official photo.jpgDer 55-jährige John Delaney ist für den Bundesstaat Maryland in das US-Repräsentantenhaus gewählt. Delaney gab als erster Demokrat seine Kandidatur bereits im Juli 2017 bekannt. Delaney gilt als klarer Außenseiter und ist über seinen Wahlkbezirk hinaus kaum bekannt. Für solche Kandidaten sind die ersten Vorwahlen von entscheidender Bedeutung. Greift ihre Kampagne nicht bereits zu Beginn, sind sie chancenlos. Deshalb investierte Delaney bereits rund 1,5 Mio US-Dollar in Fernsehspots im Bundesstaat Iowa, wo traditionell der erste Caucus stattfinden wird. Trotz dieser massiven und frühen Werbung erreichte Delaney in einer ersten Umfrage in Iowa nur rund 1% der Stimmen und lag damit abgeschlagen hinter Demokraten, die noch gar keine Kandidatur erklärt haben.
Sollten sich die Werte für Delaney nicht bessern, ist ein Rückzug noch vor Beginn der ersten Vorwahlen nicht ausgeschlossen.

Erfolgschance: Die Kandidatur Delaneys scheint aussichtslos. Es fehlt an Popularität, politischer Erfahrung und innerparteilichen Einfluss. Die ersten Werbeversuche verhallten offenbar. Das Kandidatenfeld ist zu groß und wesentlich prominenter besetzt.


Andrew Yang (--)
Andrew Yang talking about urban entrepreneurship at Techonomy Conference 2015 in Detroit, MI (cropped).jpg
by Asa Mathat for Techonomy - CC BY-SA 4.0Link
Er ist der bislang einzige Kandidat, der keinen originär politischen Hintergrund hat. Andrew Yang ist ein 44-jähriger Unternehmer aus New York und Gründer von Venture for America. Yang hatte bislang keinerlei politische Ämter inne und sich auch noch nie für ein bedeutendes Amt zur Wahl gestellt. Eines seiner Kernthemen ist die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle Bürgerinnen und Bürger der USA im Alter von 18-64 Jahren (universal basic income / UBI) in Höhe von 1000 US-Dollar pro Monat.

Erfolgschance: Ich sehe keinen Weg für Andrew Yang, ernsthaft ist das Rennen um die Kandidatur der Demokraten einzusteigen. Die Partei hat zu viele junge und ambitionierte Bewerber, als das hier ein Unternehmer ohne Partei- und Politikhintergrund eine Lücke schließen könnte.



John Hickenlooper (--)


Governor John Hickenlooper 2015
Der 66-jährige John Hickenlooper war zuletzt bis Anfang diesen Jahres zwei Amtszeiten lang der Gouverneur des Bundesstaats Colorado. Davor hatte er bereits politische Erfahrungen als Bürgermeister von Denver gesammelt. Zwar ist er in politischen Kreisen kein Unbekannter, über eine landesweite Ausstrahlung verfügt er jedoch nicht. 
Am 04.03.2019 gab Hickenlooper seine Kandidatur offiziell bekannt.

Erfolgschance: John Hickenlooper werden lediglich Außenseiterchancen zugerechnet. Bei ihm kommt es darauf an, sich in den Umfragen unter die ersten 7 Kandidaten der Demokraten zu kämpfen, um Aussichten auf die Teilnahme der TV-Runden zu erhalten. Gelingt es ihm ähnlich wie Pete Buttigieg durch gute Auftritte sich in den medialen Fokus zu arbeiten, kann er eine Alternative sein. Die Chancen auf einen Erfolg bewerte ich aber als eher gering.



Seth Moulton (--)

Seth Moulton (cropped 2).jpg
Von United States Government -
https://moulton.house.gov/about/full-biography, Gemeinfrei, Link
Der 40-jährige Seth Moulton hat inzwischen ebenfalls seine Kandidatur für die Demokraten angekündigt. Moulton ist seit 2015 Mitglied des US-Repräsentantenhaus für den Bundesstaat Massachusetts. Der relativ junge Demokrat steht für eine Erneuerung und personelle Verjüngung seiner Partei und ihrer Führungsfiguren. Er setzte sich auch für eine Abwahl von Nancy Pelosi an der Fraktionsspitze der Demokraten ein, die aber letztlich scheiterte. Moulton gilt als kommende Führungskraft der Demokraten im Kongress und ist auch um einen kooperativen Arbeitsstil gemeinsam mit den Republikanern bemüht.

Erfolgschance: Seth Moulton dürfte seine Kandidatur insbesondere dafür nutzen, um sich selbst bundesweit und insbesondere in Massachusetts bekannt zu machen und bei späteren Wahlen auf einer gewissen Basis aufbauen zu können. Bei den Vorwahlen 2020 dürfte er jedoch noch keine ernsthaften Chancen auf Erfolg haben.


Tim Ryan (--)

Tim Ryan 113th CongressDer 45-jährige Tim Ryan ist seit 2003 Mitglied des US-Repräsentantenhauses und vertritt dort einen Wahlbezirk aus dem Bundesstaat Ohio. Ryan verkündete am 04.04.2019 seine Kandidatur für die Demokraten zur US-Präsidentschaftswahl. Nach den Kongresswahlen 2016 versuchte Ryan in einer Kampfabstimmung Nancy Pelosi als Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus abzulösen. Mehr als einen Achtungserfolg erreichte Ryan jedoch nicht und unterlag deutlich mit 63 zu 134 Stimmen. Dennoch gilt Ryan als ambitionierter Hoffnungsträger der Demokraten im Repräsentantenhaus

Erfolgschance: Tim Ryan vertritt einen Wahlbezirk, der strukturell der klassischen Arbeiterschicht des Rust Belts zuzuordnen ist. Wähler, die 2016 entscheidend zu den Republikanern bzw. Donald Trump abgewandert sind. Das Erreichen dieser Wählerschichten wird eine Kernherausforderung der Demokraten 2020 sein. Insofern wäre das Profil Ryans grundsätzlich geeignet für eine Kandidatur. Allerdings gibt es auch politische Schwergewichte bei den Demokraten, die ihren Schwerpunkt auf Themen der Mittelschicht und Arbeiter gelegt haben, nicht zuletzt Joe Biden. Ryan ist zudem zwar in Ohio und auch in Washington kein unbeschriebenes Blatt, an die Bekanntheitswerte eines Biden, Sanders oder O'Rourke kommt er aber nicht heran. Tim Ryan bleibt für mich daher ein klarer Außenseiter, dem aber in dieser Kategorie noch am ehesten ein Sprung nach oben zuzutrauen ist.

Eric Swalwell (--)

Eric Swalwell 114th official photo (cropped 2)Mit 38 Jahren ist Eric Swalwell einer der jüngsten Kandidaten der Demokraten zu den Vorwahlen 2020. Swalwell ist seit 2013 Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus und vertritt dort einen Kongresswahlbezirk aus Kalifornien. Anfang April verkündete er seine Kandidatur für die Demokraten.

Erfolgschance: Swalwell vertritt einen modernen und progressiven nach links gerichten Kurs innerhalb der demokratischen Partei. Bei den klassischen Themen wie Klimaschutz, Waffenkontrolle, gleichgeschlechtliche Ehen, Bildung und Soziales vertritt er die Mehrheitsmeinung der Demokraten, eckt nicht an, hebt sich aber eben auch nicht von anderen auch prominenteren Kandidaten ab. Dass er gebürtig aus Iowa kommt, dürfte wohl für den dortigen Vorwahlauftakt kein entscheidender Vorteil sein. Nach aktuellem Stand scheint die Kandidatur aussichtslos zu sein.



Marianne Williamson (--)

Marianne Williamson 2019Die links-progressive Aktivistin hat bereits am 29.01.2019 ihre Kandidatur für die Demokraten verkündet. Marianne Williamson wurde bislang in keine politischen Ämter gewählt. Die 66-jährige ist insbesondere als Autorin spiritueller Bücher bekannt und erzielte auf diesem Gebiet auch einige nicht unerhebliche Erfolge. Als linke Aktivistin setzt sie sich insbesondere für sozial- und friedenspolitische Themen ein.

Erfolgschance: Marianne Williamson verfügt zwar aufgrund ihrer Bücher und Medienauftritte über eine größere Bekanntheit als einiger ihrer Mitbewerber, dass sie ihre Popularität aber nennenswert in Stimmen umsetzen kann, erscheint mir eher unwahrscheinlich zu sein. Nicht zuletzt die fehlende politische Erfahrung dürften ein zu großes Hemmnis sein, ihr eine Kandidatur gegen Donald Trump zuzutrauen.



Wayne Messam (--)


Mayor MessamWayne Messam ist 44 Jahre alt. 2015 wurde er zum Bürgermeister der rund 125.000 Einwohner zählenden Stadt Mirarmar im Südosten Floridas gewählt. Zudem ist Inhaber einer Baufirma. Am 28.03.2019 machte Messam seine Kandidatur für die Vorwahlen der Demokraten bekannt.

Erfolgschance: Messam ist ein klarer Außenseiter, dem keinerlei Chancen zugerechnet werden. Eine bundespolitische Agenda ist weitgehend unbekannt und seine politischen Erfahrungen beschränken sich auf die Kommunalpolitik. Die Kandidatur Messams dient vermutlich der Profilierung und Erweiterung der eigenen Popularität für anstehende Wahlen in Florida.



 

Bill de Blasio: folgt in Kürze
Steve Bullock: folgt in Kürze
Michael Bennet: folgt in Kürze


Mike Gravel (--)

Mike Gravel croppedMike Gravel Kandidatur wird hier der Form wegen mit aufgeführt. Gravel will nicht gewählt werden, sich aber über eine Kandidatur Zugang zu den TV-Debatten der Demokraten verschaffen und dort für auf den Meinungsbildungsprozess der Partei einwirken. Gravel lehnt insbesondere eine interventionalistische US-Außenpolitik ab und liegt damit auf Linie von Bernie Sanders oder Tulsi Gabbard.
Mike Gravel war von 1969 bis 1981 Senator für den US-Bundesstaat Alaska und wäre bei Amtseinführung 90 Jahre alt.

Erfolgschance: entfällt






Weitere Namen:


Die demokratischen Anführer im US-Kongress Chuck Schumer und Nancy Pelosi kommen aus meiner Sicht nicht für eine Kandidatur in Betracht. Zu wichtig und wertvoll sind ihre Rollen im Senat und Repräsentantenhaus für die Demokraten. Die beiden etablierten Kräfte kennen ihren Einfluss und ihre Stärken und werden sich nicht ohne Not in das Wagnis Vorwahlen und General Election werfen. Die Not wäre wohl erst dann zu sehen, wenn sich keine geeigneten Kandidaten bei den Demokraten finden lassen. Davon ist aber nicht auszugehen.


Kandidatur bereits wieder zurückgezogen oder abgelehnt:

Michael Bloomberg

Mike Bloomberg Headshot.jpg
By Bloomberg Philanthropies -  CC0Link
UPDATE: Am 05.03.2019 verkündete Michael Blommberg, dass er 2020 nicht antreten werden.

(VERALTET: Keine Gerüchteküche, in der Michael Bloomberg fehlen darf. Der inzwischen 76-jährige Unternehmer und Politiker darf in dieser Auflistung nicht vergessen werden. Der Gründer von Bloomberg L.P. und Bloomberg Television gehört laut Forbes mit einem Gesamtvermögen von geschätzt knapp 50 Milliarden US-Dollar zu den 20 reichsten Menschen der Welt.
Bloomberg war 12 Jahre lang von Bürgermeister von New York und schied Ende 2013 aus dem Amt. Danach setzte er sich für zahlreiche wohltätige Zwecke ein. Ein von Bloomberg leidenschaftlich vertretenes Thema ist der Kampf gegen den Klimawandel. Mit Trumps Ankündigung, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen, kündigte Michael Bloomberg 2018 an, die von den USA zugesagten 4,5 Mio US-Dollar selbst privat zu zahlen.

Bloomberg war früher bereits Demokrat, wechselte vor seiner Bürgermeisterwahl zu den Republikanern, war ab 2007 unabhängig und hat sich inzwischen wieder den Demokraten angeschlossen.
Bereits bei der Präsidentschaftswahl 2016 kamen Gerüchte auf, Bloomberg könnte als Unabhängiger kandidieren. Er wollte unter allen Umständen eine Präsidentschaft Donald Trumps verhindern und blickte mit Sorge auf die Entwicklungen bei den Demokraten, als der linksgerichtete Bernie Sanders erhebliche Zustimmung erfuhr. Als jedoch klar war, dass Hillary Clinton für die Demokraten antreten würde, unterstützte Bloomberg die ehemalige US-Außenministerin öffentlich und verzichtete auf eine eigene Kandidatur.
Sollte sich Bloomberg für eine Kandidatur 2020 entscheiden, würde er dieses Mal als Demokrat antreten. Eine Entscheidung kündigte er für das 1. Quartal 2019 an.
Michael Bloomberg genießt über Parteigrenzen hinweg Anerkennung, verfügt über exzellente Verbindungen in Politik und Wirtschaft und wäre eine moderate wirtschaftsfreundliche und dennoch sozial eingestellte Alternative zu den zahlreichen links-progressiven Bewerbern bei den Demokraten. Sollte sich Joe Biden allerdings für eine Kandidatur entscheiden, würde dies die Siegchancen beider schwächen, da sie ein ähnliches Klientel bei den Demokraten ansprechen.)


Sherrod Brown

Sherrod Brown official photo 2009 (cropped)
UPDATE: Am 07.03.2019 verkündete Sherrod Brown, dass er 2020 nicht antreten werde.


(VERALTET: Der 66-jährige Sherrod Brown ist ein äußerst erfahrener Politiker der Demokraten. Seit nunmehr 26 Jahren vertritt er den Bundesstaat Ohio im US-Kongress, zunächst von 1993 bis 2007 im Repräsentantenhaus, danach bis heute im Senat.
Im Jahr 2016 unterstützte er Hillary Clinton bei ihrer Nominierung und war ein aussichtsreicher Kandidat für die Position des Running Mates und Vizepräsidentschaftskandidaten Clintons. Hillary Clinton entschied sich dann aber für Tim Kaine. Möglicherweise waren hier strategische Gründe ausschlaggebend, Sherrod Brown wäre im Senat vermutlich durch den republikanischen Gouverneur von Ohio, John Kasich, abgelöst worden, während Tim Kaine von einem Demokraten hätte ersetzt werden können. Bei der Präsidentschaftswahl verloren die Demokraten den wichtigen Bundesstaat Ohio an Donald Trump.


Brown ist dem liberal-progressiven Flügel der Demokraten zuzurechnen und setzte sich in der Vergangenheit immer wieder für die klassische Arbeiterschicht ein. Der Senator wird nicht allzu häufig genannt, wenn es um mögliche Kandidaten der Demokraten geht, darf aber nicht außer Acht gelassen werden. Er hat mehrfach bewiesen, einen Swing State für sich zu gewinnen, verfügt über ausreichend Erfahrung, vertritt die mehrheitlichen demokratischen Positionen und könnte gerade mit seiner Herkunft aus dem Rust Belt eine besonders starke Waffe gegen den Donald Trump sein, wenn es darum geht, verlorenes demokratisches Terrain 2020 zurück zu gewinnen.)


Hillary Clinton

Update: Am 04.03.2019 teilte Hillary Clinton öffentlich mit, 2020 nicht noch einmal anzutreten.
(Veraltet: Natürlich stellt sich auch die Frage, ob es Hillary Clinton nach ihrer Niederlage 2016 noch einmal probieren wird. Blickt man auf die (möglichen) Kandidaturen von Elizabeth Warren, Bernie Sanders, Joe Biden oder Michael Bloomberg, dürfte ihr Alter zumindest kein Problem sein. Laut einem aktuellen CNN-Bericht, soll sich Clinton weiterhin eine Hintertür offen halten. Persönlich habe ich aber Zweifel, dass Clinton es nochmal versuchen wird. Auch wenn sie rund 3 Mio Stimmen mehr erreicht hatte als Donald Trump, muss sie mit dem Makel der Niederlage leben. Und die Vorwahlen dürften 2020 ungleich schwieriger werden, als es noch 2016 der Fall war. Für die Demokraten könnte insbesondere eine erneute Kandidatur Clintons zu einer erheblichen Zerreißprobe werden.)


Richard Ojeda


Montag, 28. Januar 2019

Umfragen zu Vorwahlen der Demokraten

Die Umfragewerte zeigen, welche Präferenz die Wählerinnen und Wähler bei der Vorwahl der Demokraten in ihrem Bundesstaat hätten. Die Umfragen zeigen ein landesweites Bild und sind nicht auf einzelne Bundesstaaten beschränkt.

Stand: 15.06.2019


Durch-schnitt
Morning Consult
09.06.
The Hill
02.06.
Economist
11.06.
CNN
31.05.
Quinnipiac
10.06.


Biden
32,2
37 35 27 32 30

Sanders
16,8
19 16 12 18 19

Warren 10,8 11 5 16 7 15

Harris
6,6
7 4 7 8 7

Buttigieg
7,2
7 8 8 5 8

O'Rourke 3,8 4 4 3 5 3

Booker
2,4
3 3 2 3 1

Klobuchar
1,2
2 1 0 2 1

Castro
0,8
1 0 1 2 0











Quelle: realclearpolitics.com


Die Summen der einzelnen Umfragen ergeben nicht 100%. Das kann an Rundungen, weiteren hier noch nicht aufgeführten Namen (Gillibrand, Yang, Gabbard, Delaney, Hickenlooper etc.) oder der Antwort (weiß nicht o.ä,) liegen. Sobald weitere Kandidaturen bekannt werden, die auch mindestens auf 2% kommen, werde ich sie in die Übersicht aufnehmen.

Größere Differenzen können auch zustande kommen, da bei manchen Umfragen nicht nur die vermutlichen Teilnehmer an demokratischen Vorwahlen, sondern alle Wahlberechtigen gefragt wurden.