Mittwoch, 18. September 2019

Kandidaten der Republikaner in der Übersicht

Parteiinterne Herausforderer Trumps wohl chancenlos


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Amtsinhaber Donald Trump
Von DOD photo by U.S. Air Force Staff Sgt. Jette Carr
Gemeinfrei, Link

Anders als im Jahr 2016, als Republikaner und Demokraten im Rahmen der Vorwahlen ihre Kandidaten wählten, wird es bei den Vorwahlen in den USA 2020 wohl lediglich bei den Demokraten spannend. Grund dafür ist, dass der republikanische Amtsinhaber Donald Trump für eine zweite Amtszeit kandidieren will. In solchen Fällen gibt es meist keine ernsthaften parteiinternen Gegenkandidaten. So beschränkt sich das Bewerberfeld bei den Republikanern bislang, neben dem Präsidenten selbst, auf drei Herausforderer, denen aber keine nennenswerten Chancen eingeräumt werden, die Nominierung Trumps ernsthaft zu gefährden.
Sollte Donald Trump, aus welchen Gründen auch immer, nicht zu den Vorwahlen antreten, würden zudem gewiss auch prominentere Republikaner ins Rennen einsteigen.


 

Bundesstaaten verzichten auf Primaries


Die jeweiligen Parteivertretungen der Republikaner in den Bundesstaaten Nevada, South Carolina, Kansas und Arizona haben bereits verkündet, auf Vorwahlen zu verzichten und unterstützen Donald Trump. Diese Entscheidung stieß zwar auf Kritik bei den Gegenkandidaten, allerdings ist diese Verfahrensweise auch nicht ungewöhnlich. Bei früheren Vorwahlen (Bush, Reagan, Clinton, Obama) haben in einzelnen Fällen beide Parteien ähnlich gehandelt.
Dennoch kritisieren Trumps parteiinterne Herausforderer die Entscheidung ihrer Partei. Den republikanischen Anhängern, sollte die Wahlmöglichkeit nicht genommen werden, heißt es. Sie sollten auch eine Stimme erhalten und alle Kandidaten müssten die gleichen Chancen haben.

Es dürfte sich aber ohnehin um eine theoretische Debatte handeln. Denn eines zeigen sämtliche Umfragen ganz deutlich. Donald Trump kann auf die Unterstützung sehr großer Teile seiner Partei bauen. Demnach käme er bundesweit auf rund 85 % der Stimmen bei republikanischen Vorwahlen. Seine Herausforderer liegen jeweils nur zwischen 2-3 %.

Trumps GOP-Herausforderer in der Kurzübersicht

 

Bill Weld


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Bill Weld
Von 
Gary Johnson from Taos, NM
 
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Der 74-jährige Bill Weld war von 1991 bis 1997 republikanischer Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts. Zum Ende seiner Amtszeit trat er für einen Senatssitz Massachusetts im US-Kongress an, unterlag 1996 jedoch gegen den Demokraten John Kerry.
Weld gilt als eher liberaler Republikaner und positionierte sich in der Vergangenheit auch mal deutlich abweichend zur Parteilinie.

Bei der US-Präsidentschaftswahl 2008 sprach er sich gegen den Republikaner John McCain und für den Demokraten Barack Obama aus. Bei den Vorwahlen unterstützte er jedoch noch Mitt Romney, der dann aber gegen McCain unterlag.

Bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 war Weld der Vizepräsidentschaftskandidat der Libertarian Party und damit Running Mate des Spitzenkandidaten Gary Johnson. Das Duo Johnson/Weld kam bei der General Election immerhin auf knapp 4,5 Mio Stimmen, was einem Anteil von etwa 3,28 % entsprach. Wahlmännerstimmen konnten sie jedoch keine gewinnen.

Am 15.04.2019 verkündete Bill Weld schließlich, dass er Donald Trump in den Vorwahlen der Republikaner herausfordern wolle.
Gesellschaftspolitisch steht Weld in Teilen eher den Demokraten näher. So setzt er sich bei der Frage nach Abtreibungen klar für die Entscheidungsfreiheit der Frauen ein. Zudem ist er ein Verfechter von LGBT-Rechten, inkl. der gleichgeschlechtlichen Ehe.
Weld selbst bezeichnet sich als klassisch konservativ, da er insbesondere eine libertäre Finanz- und Außenpolitik vertritt. Die USA sollten seiner Meinung nach militärische Truppen aus dem Ausland abziehen, das Militärbudget kürzen und mehr Geld für innenpolitische Themen einsetzen.

Offizielle Wahlkampfseite Bill Weld








Mark Sanford


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Mark Sanford
Der 59-jährige Mark Sanford stammt gebürtig aus Florida. 
Von 1995 bis 2001 vertrat er einen Wahlbezirk South Carolinas im US-Repräsentantenhaus. Anschließend wurde er Gouverneur von South Carolina und hatte diesen Posten von 2003 bis 2011 inne, ehe er dann wieder in das Repräsentantenhaus wechselte und bis Anfang 2019 weiter aktiv war. Bei den Midterm Elections 2018 trat er nicht mehr an.


Am 08.09.2019 verkündete Sanford offziell, bei den republikanischen Vorwahlen 2020 gegen Amtsinhaber Trump anzutreten.

Sanford gilt als äußerst libertärer Kandidat. Im US-Kongress engagierte er sich zuletzt 2017 besonders stark für eine völlige und ersatzlose Streichung von Obamacare, der Gesundheitsreform des Vorgängers Donald Trumps. Sein Wahlkampfmotto lautet: "Fiscal Conservative". Finanzpolitisch wird Sanford eine kompromisslose Haltung nachgesagt. Eine massive Steuersenkung und eine damit verbundene Verschlankung der staatlichen Verwaltungs- und Sicherungssysteme gehört zu den obersten Zielen Sanfords.

Offizielle Wahlkampfseite Mark Sanford 







Joe Walsh


Congressman Joe Walsh, Nationally Syndicated Radio Host
Joe Walsh
Joe Walsh ist 57 Jahre alt und stammt gebürtig aus Illinois. Einen Wahlbezirk Illinois vertrat Walsh in den Jahren 2011-2013 im US-Repräsentantenhaus.

Nachdem er 2012 die Wiederwahl verpasste, erreichte Walsh kein politisches Amt mehr. Zuletzt war Walsh als Radio-Moderator beim Salem Radio Network tätig.
Nachdem Walsh am 25.08.2019 seine Kandidatur verkündete, beendete er seine Zeit beim Radio.

Joe Walsh gilt als konservativer Republikaner und Anhänger der Tea-Party-Bewegung. Politisch liegt er in vielen Fragen auf Linie des US-Präsidenten. Walsh kritisiert aber Trump persönlich für dessen Stil, das Amt auszuüben und hält ihn moralisch für ungeeignet.  


Offizielle Wahlkampfseite Joe Walsh











Freitag, 13. September 2019

Gewinner und Verlierer der 3. TV-Debatte der Demokraten

Es war die erste TV-Debatte zusammen mit allen Spitzenkandidaten der Demokraten zur US-Präsidentschaftswahl 2020. Die von ABC ausgestrahlte dreistündige Veranstaltung aus Houston, Texas markierte den Beginn zu einer für viele Kandidaten vorentscheidenden Phase in diesem Herbst. Erstmals traten alle Topkandidaten gleichzeitig an. Neben dem bisherigen Frontrunner Joe Biden, seinen beiden ärgsten und in Umfragen nahezu gleichauf liegenden Verfolgern Bernie Sanders und Elizabeth Warren, der zuletzt in den Umfragen abgefallenen Kamala Harris, dem stagnierenden Pete Buttigieg hatten sich auch noch Andrew Yang, Beto O'Rourke, Cory Booker, Amy Klobuchar und Julian Castro für die Debatte der letzten Nacht qualifiziert. Alle übrigen Kandidaten waren ausgeschlossen. Für die Oktoberdebatte hat sich neben den vorgenannten zehn Kandidaten ebenfalls bereits Tom Steyer qualifiziert, für den es dann auch der erste Auftritt in diesem Format des Vorwahlkampfes der US-Demokraten sein wird.

Vor der Debatte konnte man sich im Wesentlichen auf die folgenden Fragen konzentrieren:

1. Gelingt es Joe Biden, seinen leichten aber stetigen Abwärtstrend in den Umfragen mit einem starken Auftritt zu stoppen?

2. Wer gewinnt das Verfolgerduell Sanders/Warren? Die Senatorin aus Massachusetts trifft erstmals in diesem Wahlkampf direkt auf Joe Biden.

3. Gelingt Kamala Harris ein Comeback nach ihrem letzten Absturz in den Umfragen?

4. Kann sich Pete Buttigieg so in Szene setzen, dass er auf den dringend benötigten Aufschwung in den Umfragen hoffen kann?

5. Können Andrew Yang, Beto O'Rourke und Cory Booker so stark punkten, dass sie auf die Plätze vier und fünf von Harris und Buttigieg blicken können?

6. Nutzen Klobuchar und Castro ihre wohl vorletzte Chance, um nicht endgültig den Anschluss an die vor ihnen liegenden Kandidaten zu verlieren? Für beide werden in den Umfragen nur noch Werte von etwa 1% verzeichnet.


Debatte beginnt mit Streit über Gesundheitsreform


Elizabeth Warren April 2019
Elizabeth Warren
Die Demokraten zeigten in dieser Nacht erneut, dass sie bei der Frage, wie das US-Gesundheitssystem reformiert werden soll, nicht zueinander finden.
Gleich zu Beginn der Debatte kam es zwischen den Spitzenkandidaten zum bereits vielfach gehörten Austausch ihrer Differenzen in dieser Frage. Joe Biden warf insbesondere den uneingeschränkten Befürwortern von Medicare for all vor, dass diese Pläne nicht finanzierbar seien, ohne die Mittelklasse zu belasten. Elizabeth Warren wies dies zurück und hob hervor, dass sie Spitzenverdiener und großen Firmen steuerlich mehr belasten wolle.
Warren versuchte aber auch eine versöhnliche Brücke zu bauen und stellte dar, dass Barack Obamas Reform ein großer Fortschritt sei. Aber es sei eben auch Zeit, eine weitere Optimierung vorzunehmen.

Amy Klobuchar stellte nochmal klar, dass sie gegen die Abschaffung der privaten Krankenversicherung sei. Sie glaube nicht, dass es klug sei, den heute privat Versicherten zu sagen, dass ihre Versicherungen bald hinfällig seien.

Pete Buttigieg distanzierte sich von radikalen Lösungen, wie sie Sanders und Warren vorschlagen. Er wolle den Amerikanern die Wahlfreiheit nicht wegnehmen. Die Politik alleine solle nicht allein und ausschließlich darüber entscheiden, wie sich die Menschen versichern sollen.
Kamala Harris wolle ebenfalls diese Entscheidungsfreiheit erhalten. Um aber nicht wieder in Streitduelle mit ihren Mitbewerbern zu geraten, zielte Harris dann auf US-Präsident Trump ab, der versuche, Obamacare weiter abzuschaffen. Die ganzen Diskussionen und lobenswerten Ziele der Demokraten seien hinfällig, wenn es nicht gelänge, Trump im Oval Office abzulösen.

Castro erntet Buhrufe für flapsigen Umgang mit Biden


Julian Castro (48589685837)
Julian Castro
Es konnten an diesem Abend nicht viele wirkliche Fehler bei den Kandidaten ausgemacht werden. Eine Äußerung Julian Castros gegenüber Joe Biden gehörte aber sicherlich dazu.
Zunächst noch sachlich warf Castro Biden vor, auszublenden, dass 10 Mio Menschen weiterhin keinen Krankenversicherungsschutz hätten. Dies sei nicht das Ziel Obamas gewesen. Die Menschen würden zudem bei dem bestehenden System unter Umständen in den finanziellen Ruin getrieben.
Anschließend gerieten beide aneinander, als es um eine Detailäußerung Bidens ging, die ggf. etwas missverständlich formuliert und von Castro aufgegriffen wurde. Dabei ging es um die Frage, ob man sich in eine Grundsicherung einkaufen müsse oder dies nur eine Option sei, bzw. ob Menschen mit wenigen finanziellen Mitteln nicht automatisch versichert seien. Als Biden bestritt es so gesagt zu haben, wie Castro es darstellte, sagte Castro, dass Biden es gerade vor zwei Minuten gesagt habe. Er fragte ihn, ob er tatsächlich vergessen hätte, was er vor zwei Minuten gesagt hätte.
Für diese Äußerung erntete Castro zahlreiche Buhrufe, denn offenbar wirkte es auf viele Zuschauer so, als wollte Castro auf Bidens hohes Alter abzielen und ihn als vergesslichen alten Mann darstellen. Unabhängig von der inhaltlichen Debatte, kam diese Äußerung überhaupt nicht gut an.

Biden wiederholt Fehler aus voriger TV-Debatte


Joe Biden (48548479757)
Castro gelang es im späteren Verlauf aber doch noch, Joe Biden etwas schlecht aussehen zu lassen. Dabei wiedeholte Biden einen Fehler, den er bereits in der vorigen Debatte begangen hat.

Durch einen der Moderatoren gefragt, ob er die Abschiebepraxis Obamas, die viele Latinos seinerzeit betraf, heute, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Migrationspolitik, als Fehler betrachte, antwortete Biden ausweichend. Obama mit Trump zu vergleichen, sei empörend. Auf Nachfrage, wie er denn aber nun inhaltlich zu den damaligen Abschiebungen stehe, verwies Biden auf die Verantwortung des Präsidenten, er selbst sei der Vizepräsident gewesen.

Das wollte Julian Castro so nicht stehen lassen. Er pflichtete ihm zwar bei, dass ein Vergleich Obamas mit Trump völlig unangemessen sei, Castro kritisierte Biden aber dafür, dass er sich bei den positiven Dingen gerne mit seiner Zusammenarbeit mit Obama schmücke, bei den eher negativen Aspekten die Verantwortung aber von sich weise, bzw ausweiche.

Tatsächlich sollte Joe Biden sich für solche Momente eine andere Strategie überlegen.


Kandidaten mäßigen sich und zeigen Geschlossenheit gegen Trump und dessen Republikaner


Fast konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Kandidaten von diesem Auftakt selbst etwas geschockt waren. Während sich Andrew Yang weiterhin aus solchen Streitigkeiten heraus hielt und konzentriert, wenn auch manchmal etwas knapp, seine inhaltlichen Punkte machte, sahen sich etwa Cory Booker und Pete Buttigieg in ihrer jeweils eigenen Art aufgefordert, daran zu erinnern, dass man doch bei allen inhaltlichen Differenzen ein weitgehend geschlossenes Bild abgeben sollte.

Weit mehr Einigkeit zeigten die Demokraten dann schließlich auch bei den folgenden Themen. Die Debatte gewann etwas an Disziplin, spannende Rededuelle blieben dann aber auch weitgehend aus. Dennoch gelang es den Demokraten immer wieder einen deutlichen Unterschied zur Politik der Trump-Administration und den Republikanern im Kongress aufzuzeigen.
Die Bekämpfung des Rassismus, die Reform des Justizwesens, die fortwährenden Forderungen nach Verschärfungen der Waffengesetze und eine Abkehr von Trumps restriktiver Migrationspolitik waren zentrale Forderungen praktisch aller Kandidatinnen und Kandidaten. Unterschiede wurde hier lediglich in einigen Details deutlich, die jedoch nicht so sehr ins Gewicht fielen, wie es etwa beim Thema der Gesundheitsversorgung war.

Beto O'Rourke (48641541412)
Beto O'Rourke
Besonders lobende Worte fanden die Kandidaten für Beto O'Rourke und dessen Umgang mit den jüngsten Schusswaffenopfern in Texas. O'Rourke hat auch in dieser Nacht gezeigt, dass er zu einem der schärfsten Gegner der Waffenlobby geworden ist.

Einigkeit bestand ebenfalls darin, dass Trumps Handelskrieg mit China und eine zunehmende Isolation der USA in Handelsfragen auch Firmen, Arbeitnehmern, Landwirten und Familien schade. Elizabeth Warren und Joe Biden hoben die strukturellen Stärken der US-Wirtschaft hervor und forderten, bei Handelsfragen nicht auf die Einhaltung von Arbeitnehmer- und Verbraucherrechten zu verzichten, wenn ausländische Waren auf den US-Markt gelangen sollten. Pete Buttigieg warf Trump vor, überhaupt keine Strategie zur Lösung des Handelskonflikts zu haben. Booker kritisierte zudem allgemein Trumps Außenpolitik. Er habe ein besseres Verhältnis zu Putin und Kim Jong-un als zu Angela Merkel und Emmanuel Macron.

Den Versuch, die eigenen Wählerinnen und Wähler eher durch Geschlossenheit zu mobilisieren als durch internen Disput zu entmutigen, war wohl auch der Grundgedanke des Eingangsstatements von Kamala Harris. Sie wandte sich dabei mit einer direkten Botschaft an Donald Trump und sagte, dass die Amerikaner mehr als ihn verdient hätten. Mehr als Lügen, Hass und Spaltung.


Einige Gewinner, aber keine entscheidenden Veränderungen


Bei der Suche nach Gewinnern und Verlierern des Abends, lohnt sich wieder ein Blick auf die oben aufgeführten sechs Fragen zu dieser Debatte.

1.
Ein Gewinner ist sicherlich Joe Biden. Die erste der drei Stunden gehörte wohl zu seinen stärksten der bisherigen TV-Debatten. Anders als in den ersten beiden TV-Debatten wirkte Biden wacher, schneller und schärfer formulierend. Er war inhaltlich wie sprachlich klar und lies seinen Gegnern kaum Gelegenheiten, ihn an die Wand zu drängen. Das wichtigste dabei war, dass er zumindest in dieser ersten Stunde keine Zweifel aufkommen lassen hat, dass er einem scharfen Rededuell mit Trump womöglich nicht gewachsen sei. Sein teilweise ausweichendes Antworten (s.o.) fällt da nicht so schwer ins Gewicht, sofern es nicht zu einem Dauerproblem wird.
Bidens Ausgangslage hat sich mit der heutigen Debatte sicherlich wieder stabilisiert. 

2.
Bernie Sanders (48646657113)
Bernie Sanders
Blickt man auf dessen ersten beiden Verfolger, meine ich, Vorteile bei Elizabeth Warren erkannt zu haben. Warren und Sanders haben erneut das geliefert, was man erwarten konnte. Während Bernie Sanders teilweise etwas erkältet oder zumindest geschwächt schien, seine Stimme und Mimik manchmal etwas sehr gequält wirkten, präsentierte sich Elizabeth Warren gewohnt souverän. Inhaltlich ähneln sich Sanders und Warren natürlich sehr. Sanders teilweise kauzige Art, stand heute aber wieder besonders im Kontrast zu der stets klug und fein geschliffen formulierenden Warren.
Allerdings ist auch festzuhalten, dass es weder Sanders, noch Warren gelungen ist, die Debatte wirklich zu bestimmen. Dafür haben sie sich teilweise zu sehr zurückgenommen und den übrigen Kandidaten zu viel Raum gelassen. Das reicht um im Rennen zu bleiben, für eine Aufholjagd auf Biden könnte das aber zu wenig sein.

3.
Kamala Harris (48571349961)
Kamala Harris
Kamala Harris hatte einen Abend der zwischen ihrem glanzvollen Auftritt der ersten Debatte und der dann schwächeren Leistung in der zweiten TV-Debatte lag.
Harris punktete mit ihrem Eingangsstatement und war zwischenzeitlich solide an der Diskussion beteiligt. Es gelang ihr aber nicht, dem Abend einen eigenen Stempel aufzudrücken. Harris wird in der Oktoberdebatte die richtige Balance finden müssen. Das vereinende Auftreten beizubehalten und doch die Unterschiede zu den vor ihr liegenden Kandidaten schärfer hervorzuheben, wird die Herausforderung sein.

4.
Pete Buttigieg (48646486221)
Pete Buttigieg
Pete Buttigieg blieb sich treu. Ähnlich wie Andrew Yang versucht er seine eigenen Punkte zu setzen. Aber genau diese Strategie fährt Buttigieg seit Beginn der TV-Debatten in diesem Wahlkampf. Seine Umfragewerte stagnieren seitdem; im besten Falle. Er blieb weiter im inhaltlichen Schatten von Joe Biden und dürfte Schwierigkeiten haben, seine Ausgangsposition bis zur Oktoberdebatte zu verbessern.

5.
Beto O'Rourke hatte seinen bislang besten Auftritt abgeliefert. Insbesondere seine unmissverständlichen Positionen zur Verschärfung der Waffengesetze gaben ihm ordentlichen Rückenwind. Cory Booker ist ebenfalls ein engagierter Auftritt gelungen, muss aber aufpassen, dass er nicht nur als Ratgeber für die demokratische Partei wahrgenommen wird, der alle immer wieder zur Versöhnung aufruft. Spätestens im Oktober muss Booker auch inhaltlich eine klarere und abgrenzende Kante zeigen.
Andrew Yang by Gage Skidmore
Andrew Yang
Cory Booker June 2019
Cory Booker
Bei Andrew Yang habe ich den Eindruck, dass sein Wahlkampf ohne die TV-Debatten nicht schlechter laufen würde. Jedenfalls scheint er mir außerhalb dieses starren Formats etwas forscher zu sein. Yang scheut den direkten Konflikt mit seinen Mitbewerben, kommt fast nie in ein Rededuell und verlässt sich auf seine eigenen Positionen und Stärken. Aus meiner Sicht müsste er bei einem solchen Auftreten, aber die ihm zur Verfügung stehende Redezeit deutlich mehr ausreizen. Bei der Bewertung seiner TV-Debatte sehe ich ihn nicht so weit vorne, denke aber schon, dass sein Wahlkampf mehr als ordentlich läuft. Yang hat sich als politisch völlig unbekannter Demokrat immerhin schon gegen gestandene Gouverneure und Senatoren durchgesetzt, die bereits wieder ausgestiegen sind.

6.
Amy Klobuchar (48641058163)
Amy Klobuchar
Bleiben noch Amy Klobuchar und Julian Castro. Hier ist aus meiner Sicht Amy Klobuchar der deutlich bessere Abend gelungen. Gemessen an der Erwartungshaltung, kann man bei der Senatorin aus Minnesota sogar von einer Gewinnerin sprechen. Amy Klobuchar machte bereits im Eingangsstatement klar, dass sie die Kandidatin der Mitte sei. Sie will die Alternative der Extreme sein und eine Präsidentin für ganz Amerika. Was auch ein Angebot an moderate Republikaner war, sollte in erster Linie aber insbesondere an jene Demokraten gerichtet sein, die eine Spaltung der Partei zwischen den links-progressiven Positionen und dem Programm des bisherigen Frontrunners Joe Biden befürchten.

Julian Castro dagegen, dürfte seine Chance verpasst haben, wieder Anschluss an O'Rourke, Booker und Yang zu bekommen. Castro fiel nicht deutlich positiver auf als andere, so dass vermutlich doch seine Anspielung auf Bidens Erinnerungsvermögen als unangenehmer Seitenhieb im Gedächtnis der Demokraten bleiben wird.

Insgesamt dürfte der Abend aber keine gravierenden Veränderungen Im Bewerberfeld hervorgerufen haben.

Verloren haben auch die Nicht-Teilnehmer


Insgesamt hat die TV-Debatte mit den 10 Spitzenkandidaten gezeigt, dass aus Sicht der Demokraten genügend hoffnungsvolle Ansätze vorhanden sind. Der Bedarf, in den nächsten Monaten wieder mehr Kandidatinnen und Kandidaten zu sehen und zu hören dürfte verschwunden sein.
Und so sind insbesondere die in dieser Nacht nicht berücksichtigten Demokraten wie Tulsi Gabbard, Marianne Williamson, John Delaney etc. die Verlierer. Bis auf den Milliardär Tom Steyer haben sich für die Oktoberdebatte bislang keine weiteren Demokraten qualifizieren können. Das könnte nun auch so bleiben.

Die nächste TV-Debatte findet am 15./16.10. statt.






Donnerstag, 5. September 2019

Noch 10 Kandidaten für die 3. TV-Debatte der Demokraten

In einer Woche findet die nächste TV-Debatte der Demokraten statt. Anders als bei den ersten beiden Debatten gibt es am 12.09. in Houston, Texas nur noch eine Diskussionsrunde mit 10 Kandidatinnen und Kandidaten. Qualifiziert haben sich:
Joe Biden, Bernie Sanders, Elizabeth Warren, Kamala Harris, Pete Buttigieg, Cory Booker, Beto O'Rourke, Amy Klobuchar, Andrew Yang und Julian Castro.
Nach dem Wahlkampfauftakt der vergangenen drei Monate haben sich auch aufgrund der Nicht-Qualifikation zur dritten TV-Debatte erwartungsgemäß einige Demokraten zurückgezogen und ihre Kandidaturen aufgegeben. Nach den aussichtslosen Gravel und Moulton sind mit Jay Inslee, Kirsten Gillibrand und John Hickenlooper drei Demokraten ausgestiegen, die zumindest noch die Qualifikation zu den ersten beiden Debatten geschafft hatten. Eine wesentliche Relevanz für das übrige Rennen bei den Vorwahlen haben diese Entscheidungen jedoch nicht.

Noch nicht ausgestiegen, aber dennoch nicht bei der TV-Debatte in Houston dabei sind folgende Kandidaten: Steyer, Gabbard, Williamson, Bennet, de Blasio, Delaney, Bullock, Messam, Ryan und Sestak. Zumindest Steyer und Gabbard werden aber noch Chancen eingeräumt, sich für die 4. Debattenrunde im Oktober zu qualifizieren. Steyer fehlt noch eine, Gabbard noch zwei Umfragen, die sie bei mindestens 2% (bundesweit oder in den Early States).


Kamala Harris fällt in Umfragen ab, Andrew Yang mit leichtem Plus


In den bundesweiten Umfragen der USA hat sich an der Spitze relativ wenig getan. Joe Biden ist weiterhin unangefochtener Spitzenreiter mit rund 30 %. Dahinter praktisch gleichauf mit jeweils rund 17 % Elizabeth Warren und Bernie Sanders. Es spricht einiges dafür, dass aus diesem Spitzentrio letztlich auch die/der späteren Kandidat/in der Demokraten hervorgehen wird. Je länger beide Verfolger, Warren und Sanders, an ihren Kandidaturen festhalten werden, desto größer dürften die Chancen für Joe Biden werden, seine Spitzenposition zu verteidigen.


Kamala Harris
Kamala Harris
Dahinter haben sich einige Entwicklungen gezeigt, die ebenfalls wegweisend sein könnten. Kamala Harris kann als Verliererin der letzten Wochen bezeichnet werden. Nach ihrem starkem Aufschwung zwischen der 1. und 2. TV-Debatte ist sie inzwischen wieder auf ihre Ursprungswerte von knapp 7 % zurückgefallen. Für die kommende Woche ist demnach klar, dass sie zwingend wieder einen starken Auftritt benötigt, um nicht dauerhaft den Anschluss an das Verfolgerduo zu verlieren.

Die Umfragewerte stagnieren für Pete Buttigieg. Die Nr. 5 im Bewerberfeld der Demokraten kommt nicht vom Fleck und benötigt nun einen starken Herbst, um weiterhin eine Rolle zu spielen.


Andrew Yang August 2019
Andrew Yang
Dahinter werden die Chancen immer geringer, ernsthaft in das Rennen um die Kandidatur einzugreifen. Während es Cory Booker und Beto O'Rourke bislang nicht gelungen ist, den nächsten Schritt zu machen, wurden beide in den Umfragen von Andrew Yang überholt. Alle drei liegen nun zwischen 2-3 %. Yang hatte sich bei den ersten TV-Auftritten sehr ruhig gezeigt und seriös seine Ansichten dargelegt. Dabei hielt er sich praktisch aus allen Streitigkeiten seiner Mitbewerber raus.

Julian Castro und Amy Klobuchar spielen in den Umfragen fast schon gar keine Rolle mehr. Da sie sich aber bereits für die TV-Debatte im Oktober qualifiziert haben, haben sie etwas Zeit gewonnen. Es ist aber eher mit einem Ausstieg der beiden Ende Oktober zu rechnen. Ein Aufschwung kann ich bei beiden nicht erkennen.

Freitag, 9. August 2019

Umfragen: Trump vs Demokraten, US-Wahl 2020

Die folgenden vier Tabellen zeigen die fünf aktuellsten Umfragen zur General Election 2020. Es wurde abgefragt, wie US-Präsident Donald Trump als Kandidat der Republikaner jeweils gegen die besten vier Kandidaten der Demokraten aus den Vorwahlen (siehe aktuelle Umfragen Vorwahlen) abschneiden würde.
Republican Elephant & Democratic Donkey - Icons
Es ist aber dringend zu beachten, dass es sich um landesweite Umfragen handelt, die grundsätzlich keine Prognose zulassen und nur zwei Auskünfte wiedergeben. 1. Wie steht Donald Trump landesweit im Vergleich zu den Demokraten dar? 2. Welcher Demokrat hätte gegen Trump wohl die besten Chancen?
Ein möglicher Ausgang zur US-Präsidentschaftswahl 2020 kann hier jedoch noch nicht abgeleitet werden. Dafür müssen erst wieder die einzelnen Bundesstaaten und dort insbesondere die Swing States betrachtet werden. Sobald absehbar ist, wen die Demokraten nominieren, werde ich alle Umfragen auch auf der Ebene der Bundesstaaten für das dann kommende Duell abbilden.

Stand: 20.09.19



Trump
Biden
Vorsprung
Durchschnitt
41,4 %
52,8 %
+11,4
IBD/TIPP
42 %
54 %
+12
Emerson
46 %
54 %
+8
FOX News
38 %
52 %
+14
ABC
40 %
55 %
+15
Survey
41 %
49 %
+8




Trump
Sanders
Vorsprung
Durchschnitt
43,8 %
49,8 %
+6,0
IBD/TIPP
45 %
49 %
+4
Survey
43 %
48 %
+5
Emerson
48 %
52 %
+4
FOX News
40 %
48 %
+8
ABC
43 %
52 %
+9




Trump
Warren
Vorsprung
Durchschnitt
44,6 %
48,2 %
+3,6
IBD/TIPP
46 %
49 %
+3
Emerson
50 %
50 %
+/-0
FOX News
40 %
46 %
+6
Survey
43 %
45 %
+2
ABC
44 %
51 %
+7




Trump
Harris
Vorsprung
Durchschnitt
44,6 %
47,0 %
+2,4
IBD/TIPP
46 %
49 %
+3
Emerson
50 %
50 %
+/-0
FOX News
40 %
42 %
+2
Survey
44 %
44 %
+/-0
ABC
43 %
50 %
+7


Derzeit keine aktuellen Umfragen vorhanden
Trump
Buttigieg
Vorsprung
Durchschnitt
44,7 %
48,3 %
+3,6
ABC
43 %
47 %
+4
Emerson
51 %
49 %
+2
Quinnipiac
40 %
49 %
+9









Quelle: realclearpolitics.com