Donnerstag, 20. Februar 2020

TV-Debatte in Las Vegas - Bloomberg wird demontiert - Warren mit starkem Auftritt

Die bislang konfliktfreudigste TV-Debatte der Demokraten fand in der vergangenen Nacht in Las Vegas statt, wenige Tage vor dem Nevada Caucus. Bernie Sanders, neuer aktueller Frontrunner, Joe Biden, Pete Buttigieg, Elizabeth Warren und Amy Klobuchar scheuten die direkten Auseinandersetzungen weniger als in den Debatten zuvor. Und einer bekam das ganz besonders zu spüren.


Bloomberg wirkte wie ein nicht willkommener Eindringling


Mike Bloomberg stand von Beginn an unter Beschuss. Es wirkte so, als hätten die übrigen Kandidatinnen und Kandidaten nur darauf gewartet, bis sie gegen Bloomberg loslegen konnten. Sie taten es, ohne Zeit zu verlieren und gaben dem früheren New Yorker Bürgermeister kaum Gelegenheit, sachlich in den Abend einzusteigen. Ob bewusst oder unbewusst, allen gemeinsam gelang es, Mike Bloomberg als Eindringling in die Vorwahlen der Demokraten darzustellen. Gab es in früheren TV-Debatten in diesem Wahlkampf meist inhaltliche Auseinandersetzungen, so hatte man immer den Eindruck, die Kandidatinnen und Kandidaten nehmen sich auch als innerparteiliche Konkurrenten wahr. Bei Bloomberg war dies letzte Nacht anders. Ich hatte den Eindruck, dass der Mulitmilliardär zwar ernst genommen wurde, aber im Prinzip gar nicht als demokratischer Mitbewerber im Wahlkampf aufgenommen wurde.

Michael Bloomberg
Mike Bloomberg by Gage Skidmore


Verschwiegenheitsvereinbarungen belasten Bloomberg


Mike Bloomberg wusste sicherlich, was auf ihn zukommt und doch gelang es ihm nicht, den Eindruck von sich zu weisen, überrumpelt zu sein. Bloomberg wirkte verkrampft, in der Defensive und alles andere als souverän. Die Angriffe kamen praktisch von allen Seiten, die stärksten Treffer landeten aber Elizabeth Warren und Pete Buttigieg.
Warren konfrontierte Bloomberg mit einer nicht näher bekannten Anzahl an Verschwiegenheitsvereinbarungen, die er wohl insbesondere mit Frauen geschlossen hätte. Die Senatorin aus Massachusetts forderte Bloomberg mehrfach auf, er solle an diesem Abend im Fernsehen die Frauen von ihrer Schweigepflicht entbinden, um den Eindruck zu entkräften, es wäre etwas zu verheimlichen. Der Grundtenor war: mit Geld Frauen zum Schweigen zu bringen, passe nicht zur Linie der Demokraten. Warren spielte dabei insbesondere auch auf Vorwürfe gegen Bloomberg an, er hätte Frauen mehrfachh beleidigt und als Mitarbeiterinnen schlecht behandelt.


Elizabeth Warren (48006612933)
Elizabeth Warren by Gage Skidmore
 
Bloomberg verzichtete auch auf Nachfrage darauf, die genaue Anzahl solcher Verschwiegenheitsvereinbarungen zu benennen und lehnte es auch ab, die jeweiligen Vereinbarungspartner/innen von ihrer Schweigepflicht zu entbinden. Dies seien private Vereinbarungen, die beidseitig geschlossen wurden.
Elizabeth Warrens Angriff hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Die Senatorin hatte ohnehin einen eher starken Abend. 

Bloomberg distanziert sich von Stop-and-Frisk Praxis


Weiter unter Druck geriet Bloomberg auch, als er mit seiner jahrelangen Unterstützung der Stop-and-Frisk Politik konfrontiert wurde. Demnach durfte die Polizei verdachtsunabhängig Menschen anhalten und kontrollieren. Dies betraf häufig Afro- und Lateinamerikaner. 2013 verbot ein Bundesgericht in den USA diese Methoden. Die geäußerte Einsicht, dass seine damalige Haltung zu Stop-and-Frisk falsch war, wurde von den anderen Kandidaten als wenig glaubhaft dargestellt. Bloomberg selbst brachte seine Haltung nochmal auf den Punkt. Er sei der Ansicht, dass einfach zu viele Menschen im Rahmen von Stop-and-Frisk kontrolliert wurden.


Buttigieg nimmt neue Rolle ein


Auch Pete Buttigieg beteiligte sich an den Vorwürfen gegen Bloomberg, wie alle anderen an diesem Abend auch. Buttigieg warnte davor, dass es die Demokraten nach dem Super Tuesday mit zwei polarisierenden Frontrunnern zu hätten. Auf der einen Seite Bernie Sanders und auf der andere Seite Mike Bloomberg. Buttigieg ergänzte, zwei Kandidaten, die nicht einmal echte Demokraten seien. Damit bezog er sich auf die Tatsache, dass sich Bernie Sanders bis heute als unabhängiger Senator in Vermont wählen lässt und dass Bloomberg scheinbar etwas opportun die Zugehörigkeiten zu den Demokraten, Republikanern und Unabhängigen wechselt.

Pete Buttigieg
Pete Buttigieg by Gage Skidmore

Buttigieg wusste genau, dass er in die Offensive gehen musste. Ohne es explizit auszusprechen, versuchte er sich als den einen Kandidaten der breite Mitte darzustellen, der in der Lage sei, die Partei weitgehend zu vereinen. Ihm ist klar, dass er keine Chance haben wird, wenn sich die Demokraten am Super Tuesday hauptsächlich zwischen den beiden Kandidaten entscheiden, die scheinbar am weitesten auseinander stehen.
Diese Polarisierung kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn sich die übrigen Demokraten dazwischen die Stimmen aufteilten und niemand von ihnen etwas gewonnen hätte. Biden, Klobuchar, Buttigieg und Warren könnten es schwer haben, wenn sie immer wieder und in den einzelnen Bundesstaaten abwechselnd mal gute und schwache Ergebnisse erzielen und sich gegenseitig den Status als Kandidatin oder Kandidaten der Mitte streitig machen, wobei der Begriff Mitte dann ohnehin schon weit gefasst wäre.

An diesem Abend ist es Buttigieg und Warren am besten gelungen, positiv auf sich aufmerksam zu machen. Bei Buttigieg war allerdings auch festzustellen, dass seine sonst so sachliche und analytische Debattenführung unter seiner vergleichsweisen aggressiven Linie zu leiden hatte. Das dürfte allerdings seine Anhänger nicht sonderlich verschreckt haben. Sie wissen nur allzu gut, dass Buttigieg trotz der guten Ergebnisse aus Iowa und New Hampshire, nicht zu den absoluten Top-Kandidaten landesweit gilt. Nicht wenige Beobachter forderten ohnehin schon länger, dass Buttigieg noch mehr in die Konfrontation gehen müsse. Dass er dazu in der Lage ist, hat er nun bewiesen. Ob es hilft, ist unklar.

Sanders zeigte sich gewohnt kampfstark


Hätte sich Mike Bloomberg nicht für diese TV-Debatte qualifiziert, wäre es wohl Bernie Sanders gewesen, der als Ziel der meisten Verbalattacken hätte herhalten müssen. So aber blieb der neue Frontrunner weitgehend unbeschadet. Dennoch wurde er auch mit Vorwürfen konfrontiert, die seine eigenen Supporter insbesondere im Online-Wahlkampf betreffen. Auch hier war es wieder Pete Buttigieg, der Sanders maßgeblich unter Druck setzte. Sanders schloss nicht aus, dass ein ganz geringer Anteil seiner Anhänger sich auch unsachlich und beleidigend verhalten würde. Wenn dies der Fall ist, seien diese nicht Teil seines Wahlkampfs. Pete Buttigieg fragte aber, weshalb dieses Problem insbesondere bei Sanders Unterstützern erkennbar sei. Der Senator wies diese Feststellung zurück.
Sanders nimmt diese Vorhalte nicht als Problem wahr. Obwohl die Kandidaten grundsätzlich nichts dafür können, was ihre Anhänger im Wahlkampf sagen oder im Internet posten, hätte eine unmissverständliche Aufforderung, mit den Mitbewerbern sachlich und fair umzugehen, sicherlich nicht geschadet. Eigene Anhänger hat Sanders mit dieser Haltung aber gewiss nicht verloren. Ob sich potenziell neue Anhänger davon haben abschrecken lassen, bleibt fraglich.

Bernie Sanders
Bernie Sanders by Gage Skidmore

Hinzu kam auch noch eine Diskussion um die Veröffentlichung Sanders Gesundheitsakten, ein üblicher Vorgang bei Präsidentschaftsbewerbern. Hierbei will Sanders nach seinem Herzinfarkt im vergangenen Jahr es bei der Veröffentlichung einiger Arztbriefe belassen. Die Diskussion wirkte so, als könnte niemand etwas gewinnen und war aus meiner Sicht recht überflüssig.
 
Ansonsten war Sanders aber wie gewohnt kampfstark. Er brachte seine bekannten Positionen mit Leidenschaft vor und konnte auch kleinere Angriffe immer wieder argumentationsstark parieren. Sanders dürfte an eigener Stärke nichts eingebüßt haben und damit hat er aus seiner Position der Stärke heraus, schon einiges gewonnen an diesem Abend. Die Chance, sich aber mehr und mehr als vereinender Demokrat zu präsentieren, hinter dem sich nun auch guten Gewissens Anhänger, der anderen Kandidaten versammeln können, blieb jedoch ungenutzt.

Joe Biden genoss die Ruhe um seine Person


Joe Biden stand zwar auf der Bühne neben Sanders in der Mitte, aber gerade in der ersten Stunde der TV-Debatte spielte sich vieles meist bei den anderen ab. Für Biden war das keine schlechte Situation. Bloomberg stand unter Druck und auch Biden beteiligte sich punktuell und unterstützend an der Offensive. Die Redebeiträge, die er hatte, waren solide. Der frühere Vizepräsident hatte schon weit schwächere Auftritte in diesem Wahlkampf.

Joe Biden
Joe Biden by Gage Skidmore

Letztlich müsste Biden drei Ziele für diesen Abend gehabt haben: die Demontage Bloombergs, die Eindämmung Sanders Stärke und die Durchsetzung der eigenen Person als Kandidat der Mitte. Gemessen an diesen Zielen, war der Abend ein Teilerfolg. Wer sich in den letzten Wochen von Biden weg und hin zu Bloomberg bewegt hatte, dürfte nochmal ernsthaft ins Grübeln gekommen sein, ob das der richtige Schritt war. Allerdings hatten Buttigieg und Warren eher etwas stärkere Auftritte als Biden. Amy Klobuchar dagegen, dürfte durch diese Debatte eher verloren haben. Insofern könnte Biden von den Schwächen Bloombergs und Klobuchars profitieren.
Joe Biden ist es allerdings nicht gelungen, Bernie Sanders zu entzaubern. An dessen Status als aktuell führender Kandidat der Demokraten, konnte Biden wohl nicht rütteln, sehr wohl aber zeigte er, dass er die Vorwahlen noch längst nicht abgeschrieben hat. Bidens solider Auftritt und die Schwächen Bloombergs und Klobuchars könnte gerade noch rechtzeitig dem früheren Vizepräsidenten zugute kommen.


Ist Bloombergs Aufstieg gestoppt?


Die Demokraten haben den Abend in Las Vegas genutzt, um Mike Bloomberg von Beginn an zu demontieren. Das ist ihnen auch dank einer unvorbereiteten Defensivstrategie Bloombergs gelungen. Sanders, Biden, Buttigieg, Warren und Klobuchar werden nicht viele Chancen erhalten, gegen Bloomberg vorzugehen. Gegen seine mit hunderten Millionen US-Dollar laufende Werbeoffensive werden sie nicht ankommen. Die Augenblicke, in denen sie ihn zu greifen bekommen, müssen sie nutzen. Das haben sie letzte Nacht getan.
Wenn Eindrücke und TV-Debatten eine Rolle spielen, und der laufende Wahlkampf hat dies bereits gezeigt, müsste der stetige Anstieg Bloombergs Umfragewerte ausgebremst worden sein. Dazu kommt, dass Bloomberg die Schlagzeilen der nächsten beiden Vorwahlen in Nevada und South Carolina wegen seiner Nichtteilnahme anderen überlassen muss.
Man darf auf den Super Tuesday gespannt sein. Dann dürften innerhalb einer Nacht viele offene Fragen schon beantwortet werden können.

Mittwoch, 19. Februar 2020

Maine Primary 2020 - Umfragen, Ergebnisse, Delegierte

Maine Primary



Flag of Maine.svg


Kurzportrait Maine


In Maine leben gut 1,3 Mio Einwohner. Die größte Stadt ist Portland mit rund 66.000 Einwohnern. Hauptstadt ist Augusta (knapp 19.000). Die Einwohnerzahl Maines stagnierte in den letzten 10 Jahren nahezu, eine Rückläufigkeit ist in einigen Städten erkennbar.
In Maine wird neben Englisch auch Französisch gesprochen, insbesondere in den Gebieten, die im Nordwesten an die kanadische Provinz Quebec grenzen.

Der "Pine Tree State" (Kiefern-Staat) geht zumindest bei Präsidentschaftswahlen seit den 90er Jahren regelmäßig an die Demokraten.
Neben Nebraska ist Maine übrigens der einzige Bundesstaat der beim Electoral College (also der "Hauptwahl" des Präsidenten) das Verfahren "Splitting the votes" anwendet. Von den vier Wahlmännerstimmen gehen zwei an den Kandidaten mit den meisten Stimmen im gesamten Bundesstaat. Die anderen beiden Stimmen werden jeweils an den Sieger der beiden (einzigen) Districts vergeben. So kann es also sein, dass 3 Stimmen an den Gesamtsieger gehen und 1 Stimme an den Zweitplatzierten, sofern dieser in einem District die Mehrheit hat. So ist es auch 2016 gewesen. Hillary Clinton gewann eine Mehrheit im gesamten Bundesstaat und im Congressional District 1 und erhielt 3 Wahlmännerstimmen. Donald Trump erreichte eine Mehrheit im Congressional District 2 und erhielt 1 Wahlmännerstimme.
Diese Aufteilung wird in der sog. Electoral Map durch die blau-rot gestreifte Darstellung des Bundesstaats gekennzeichnet.

Aktuelle Gouverneurin ist die Demokratin Janet Mills. Im US-Senat wird Maine durch die Republikanerin Susan Collins und den Unabhängigen Angus King vertreten. King ist grundsätzlich bei Abstimmungen, ähnlich wie Bernie Sanders in Vermont, den Demokraten zuzuordnen.

Der Bundesstaat Maine im äußersten Nordosten der USA ist ein beliebtes Erholungsgebiet für Großstädter der Ostküste. Als Delikatesse besonders begehrt ist der Maine-Hummer. Wirtschaftlich ist der Bundesstaat aber eher im letzten Viertel aller Staaten in den USA platziert. Rund 95 % der Bevölkerung sind Weiße.

Sanders favorisiert


2016 wurde in Maine noch im Rahmen eines Caucus abgestimmt, den Bernie Sanders deutlich gewann. Laut einer aktuellen Umfrage führt Sanders auch in diesem Jahr vor Pete Buttigieg.


Vorwahltermin Demokraten: 03.03. Closed Primary
Vorwahltermin Republikaner: 03.03. Closed Primary

Anzahl der zu vergebenen Delegiertenstimmen:

Demokraten: 24, plus 8 Superdelegierte15%-Hürde in jedem District und im Gesamtergebnis für Maine; proportionale Verteilung nach Stimmenergebnis in den beiden Congressional Districts: 16 Delegierte, Gesamt: 5 Delegierte + 3 gebundene PLEO, also Party Leaders and Elected Officials)

Republikaner: 22, Winner-Take-Most

Umfragen* für 2020 und Ergebnisse des vergangen Caucus aus 2016:
An dieser Stelle wird nur auf die Umfragen und Ergebnisse der Demokraten eingegangen, da die Nominierung Donald Trumps lediglich eine Formalität ist.

Durchschnittliche Umfragen, Stand: 19.02.2020

Umfragen
2020
Sanders
25,0 %
Buttigieg
16,0 %
Bloom-
berg
14,0 %
Biden
12,0 %
Warren
9,0 %
Klobuchar
4,0 %
Ergebnis 2016
Sanders
64,3 %
Clinton
35,5 %






Allgemeine Erklärungen und Erläuterungen zu den Vorwahlen, Caucus, Primary, Delegierte

* Quelle der durchschnittlichen Umfragen: www.realclearpolitics.com

Oklahoma Primary 2020 - Umfragen, Ergebnisse, Delegierte

Oklahoma Primary


Flag of Oklahoma.svg


Kurzportrait Oklahoma


In Oklahoma leben knapp 4 Mio Einwohner. Die Hauptstadt Oklahoma City ist mit rund 644.000 Einwohnern zugleich auch die größte Stadt des Bundesstaats. Eine weitere bekannte Stadt ist Tulsa mit gut 400.000 Einwohnern.

Der "Sooner State" (ein Hinweis auf die frühen Pioniere, die schon vor der legalen Ansiedlungsphase später abgekauftes Land der Indiander besiedelten) ist bei Präsidentschaftswahlen eine absolute Hochburg der Republikaner. Seit 56 Jahren ist es keinem Demokraten mehr gelungen, Oklahoma zu gewinnen. 2016 hatte Donald Trump ist allen Counties eine Mehrheit.
Aktueller Gouverneur ist der Republikaner Kevin Stitt. Im US-Senat wird Oklahoma durch dei Republikaner James Lankford und Jim Inhofe vertreten.

Mit rund 9% Bevölkerungsanteil leben noch relativ viele indianische Bevölkerungsgruppen in Oklahoma, die meisten davon sind Cherokees. Die Erdgas- und Rohölförderung gehören zu den wichtigsten wirtschaftlichen Faktoren.Oklahoma ist der drittgrößte Erdgas- und der fünftgrößte Erdölförderer der USA. In einem Ranking nach dem durchschnittlichen Einkommen pro Haushalt belegt der Bundesstaat Platz 44 von 51 (Washington D.C. mit eingerechnet).

Bloomberg führt laut aktueller Umfrage


Für den Oklahoma Primary 2020 liegt derzeit nur eine Umfrage vor. Demnach würde Mike Bloomberg die Vorwahl gewinnen und je nach weiterer Stimmenverteilung in den einzelnen Districts ggf. sogar alle Delegierte gewinnen, da kein/e Kandidat/in die 15%-Hürde überspringen kann.
2016 hatte noch Bernie Sanders mit rund 10 % Vorsprung vor Hillary Clinton gewonnen.



Vorwahltermin Demokraten: 03.03. Modified Primary
Vorwahltermin Republikaner: 03.03. Closed Primary

Anzahl der zu vergebenen Delegiertenstimmen:

Demokraten: 37, plus 5 Superdelegierte15%-Hürde in jedem District und im Gesamtergebnis für Oklahoma; proportionale Verteilung nach Stimmenergebnis in den einzelnen 5 Congressional Districts:  24 Delegierte, Gesamt 8 Delegierte + 5 gebundene PLEO, also Party Leaders and Elected Officials)

Republikaner: 43, Winner-Take-Most

Umfragen* für 2020 und Ergebnisse des vergangen Primary aus 2016:
An dieser Stelle wird nur auf die Umfragen und Ergebnisse der Demokraten eingegangen, da die Nominierung Donald Trumps lediglich eine Formalität ist.

Durchschnittliche Umfragen, Stand: 19.02.2020

Umfragen
2020
Bloom-berg
20,0 %
Sanders
14,0 %
Biden
12,0 %
Buttigieg
11,0 %
Warren
8,0 %
Klobuchar
6,0 %
Ergebnis 2016
Sanders
51,9 %
Clinton
41,5 %






Allgemeine Erklärungen und Erläuterungen zu den Vorwahlen, Caucus, Primary, Delegierte

* Quelle der durchschnittlichen Umfragen: www.realclearpolitics.com

Dienstag, 18. Februar 2020

Bloomberg nimmt erstmals an TV-Debatte teil

Es hat bereits acht TV-Debatten der Demokraten gegeben, die Argumente und inhaltlichen Positionen sind inzwischen weitgehend bekannt. Und doch könnte die neunte TV-Debatte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zu einer ganz besonderen werden. Es sind nur noch jene Kandidatinnen und Kandidaten dabei, die ernsthaften Einfluss auf den Ausgang der Vorwahlen 2020 nehmen werden. Besser noch, sie sind diesmal sogar vollständig.

Denn erstmals hat sich Mike Bloomberg für eine TV-Debatte qualifiziert. Bislang scheiterten seine Teilnahmen an dem Kriterium, nach dem ein Kandidat eine gewissen Anzahl und Summe von Spendengeldern eingesammelt haben musste. Da Bloomberg auf Spenden verzichtete, konnte er sich folglich auch nie qualifizieren. Das Democratic National Committee hat für die neunte Debatte aber die Zugangskriterien verändert und die Spendengelder herausgenommen. Mike Bloomberg konnte sich nun mit der erforderlichen vierten landesweiten Umfrage, die ihn über 10% sieht, am letzten Tag vor Fristablauf qualifizieren.

Michael Bloomberg
Mike Bloomberg by Gage Skidmore

Damit sind in Las Vegas, Nevada folgende Demokraten dabei, die sich auch über den Gewinn von Delegiertenstimmen in Iowa und/oder New Hampshire qualifizierten:

Bernie Sanders, Mike Bloomberg, Joe Biden, Pete Buttigieg, Amy Klobuchar und Elizabeth Warren.

Nicht dabei sind dagegen Tom Steyer und Tulsi Gabbard.

Hier könnt Ihr die TV-Debatte von MSNBC über Youtube live in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, ab 03:00 Uhr verfolgen:



Bloomberg soll sich kritischen Fragen stellen


Bloombergs innerparteiliche Konkurrenten begrüßten die Teilnahme des Multimilliardärs. Sanders, Biden und Co. mussten zuletzt zusehen, wie Bloomberg praktisch im gesamten Land mit geschalteten Werbespots in den Fokus der Öffentlichkeit gelangte. Bloomberg hat Schätzungen zufolge bereits 330-350 Millionen US-Dollar für Wahlwerbung ausgegeben. Ein Vielfaches dessen, was die anderen Kandidaten ausgeben können. Das verschaffte Bloomberg einen Sprung in den Umfragen, obwohl er die Februar-Vorwahlen komplett auslässt. Aktuell liegt er in landesweiten Umfragen auf dem dritten Rang, Tendenz steigend. In einzelnen Bundesstaaten, die am Super Tuesday wählen, liegt Bloomberg aussichtsreich im Rennen. In Virginia etwa führt er zusammen mit Sanders.

Dass Bloomberg nun zusätzlich noch die Bühne der TV-Debatte geboten wird, ist den übrigen Kandidatinnen und Kandidaten aber ganz recht. So müsse sich Bloomberg auch kritischen Fragen von Journalisten und Mitbewerbern stellen lassen und könne sich nicht auf die eigenen Werbespots zurückziehen.

Stop-and-Frisk Vergangenheit belastet Bloombergs Wahlkampf


Bloomberg steht aktuell insbesondere in der Kritik, da er als New Yorker Bürgermeister in den  die unter Demokraten eher abgelehnte Stop-and-Frisk Praxis unterstützte. Demnach durfte die Polizei, verdachtsunabhängig Menschen anhalten und kontrollieren. Dies betraf häufig Afro- und Lateinamerikaner. 2013 verbot ein Bundesgericht in den USA diese Methoden. Bloomberg entschuldigte sich bereits für seine damalige Haltung.
Zudem wird Bloomberg ein früherer sexistischer Umgang mit Frauen vorgeworfen.

Grundsätzlich wird unter einigen Demokraten Bloomberg Kandidatur aufgrund seines immensen Reichtums kritisch gesehen. Es gibt aber auch viele, die in ihm eine gute, wenn nicht sogar die einzige Chance sehen, Donald Trump zu schlagen. Bloomberg ist auch bei Unabhängigen und moderaten Republikanern beliebt und könnte damit andere evtl. sogar entscheidende Wählerinnen und Wähler erreichen.

Der erste Auftritt Bloombergs bei einer TV-Debatte der Demokraten wenige Tage vor dem Nevada Caucus darf also mit Spannung erwartet werden.

Tennessee Primary 2020 - Umfragen, Ergebnisse, Delegierte

Tennessee Primary


Flag of Tennessee.svg



Kurzportrait Tennessee


In Tennessee leben rund 6,8 Mio Einwohner. Die beiden größten Städte sind Memphis und die Hauptstadt Nashville mit jeweils über 650.000 Einwohnern. Weitere bekannte Städte sind Chattanooga und Knoxville.

Der "Volunteer State" (Freiwilligen-Staat) war zuletzt sicher in der Hand der Republikaner. Bill Clinton war 1992 und 1996 der letzte Demokrat, der Tennessee für sich entscheiden konnte. Donald Trump gewann hier 2016 gegen Hillary Clinton klar mit rund 26 % Vorsprung.
Aktueller Gouverneur ist der Republikaner Bill Lee. Im US-Senat wird Tennessee durch die Republikaner Lamar Alexander und Marsha Blackburn vertreten.

Tennessee kann als konservativer und religiös geprägter Bundesstaat angesehen werden. Etwas früher als in den anderen Südstaaten gelang es hier den Republikanern in den 50er Jahren eine Mehrheit zu gewinnen und die damals noch konservativen Demokraten zu besiegen. Tennessee gilt als Mittelpunkt der schwarzen Bürgerrechtsproteste gegen die Rassendiskriminierung. 1968 wurde Martin Luther King in Memphis bei einem Attentat erschossen. Heute liegt der afro-amerikanische Bevölkerungsanteil bei rund 17%.

Viele Menschen verbinden mit Tennessee auch den Einfluss der Musikrichtungen Rock 'n' Roll und Blues (Memphis) und Country (Nashville).
Graceland, das Anwesen des King of Rock 'n' Roll Elvis Presley liegt ebenfalls in Tennessee.

2016 war Sanders deutlich unterlegen


Aktuelle Umfragen liegen für Tennessee 2020 noch nicht vor.
2016 hatte Hillary Clinton mit rund 34 % Vorsprung vor Sanders gewonnen.
Moderate Kandidaten dürften es auch in diesem Jahr etwas leichter haben, in Tennessee zu punkten.



Vorwahltermin Demokraten: 03.03. Open Primary
Vorwahltermin Republikaner: 03.03. Open Primary

Anzahl der zu vergebenen Delegiertenstimmen:

Demokraten: 64, plus 9 Superdelegierte15%-Hürde in jedem District und im Gesamtergebnis für Tennessee; proportionale Verteilung nach Stimmenergebnis in den einzelnen 9 Congressional Districts:  42 Delegierte, Gesamt 14 Delegierte + 8 gebundene PLEO, also Party Leaders and Elected Officials)

Republikaner: 58, Winner-Take-Most

Umfragen* für 2020 und Ergebnisse des vergangen Primary aus 2016:
An dieser Stelle wird nur auf die Umfragen und Ergebnisse der Demokraten eingegangen, da die Nominierung Donald Trumps lediglich eine Formalität ist.

Durchschnittliche Umfragen, Stand: Aktuelle Umfragen liegen noch nicht vor.

Umfragen
2020
Biden
- %
Sanders
- %
Bloomberg
- %
Warren
- %
Buttigieg
- %
Klobuchar
- %
Ergebnis 2016
Clinton
66,1 %
Sanders
32,4 %






Allgemeine Erklärungen und Erläuterungen zu den Vorwahlen, Caucus, Primary, Delegierte

* Quelle der durchschnittlichen Umfragen: www.realclearpolitics.com

Minnesota Primary 2020 - Umfragen, Ergebnisse, Delegierte

Minnesota Primary



Flag of Minnesota.svg


Kurzportrait Minnesota


In Minnesota leben gut 5,6 Mio Einwohner. In der Hauptstadt St. Paul wohnen rund 311.000 Menschen, in der größten Stadt Minneapolis sind es rund 425.000. Die Metropolregion dieser beiden "Twin Cities" umfasst laut Schätzungen rund 4 Mio Einwohner.

Der "North Star State" (Nordstern-Staat) wurde seit 1976 bei Präsidentschaftswahlen immer von Demokraten gewonnen. Aktueller Gouverneur ist der Demokrat Tim Walz. Im US-Senat wird Minnesota durch die beiden Demokratinnen Amy Klobuchar und Tina Smith vertreten. Klobuchar ist diesjährige Kandidatin bei den Vorwahlen zur US-Präsidentschaftswahl.

Heimspiel für Klobuchar - 2016 gewann Sanders deutlich



2016 hatten die Demokraten noch im Rahmen eines Caucus in Minnesota abgestimmt. Diesen gewann Bernie Sanders deutlich mit 23,5 % Vorsprung gegen Hillary Clinton.
In diesem Jahr dürfte allerdings Amy Klobuchar in ihrem Heimatbundesstaat favorisiert sein.



Vorwahltermin Demokraten: 03.03. Closed Primary
Vorwahltermin Republikaner: 03.03. Closed Primary

Anzahl der zu vergebenen Delegiertenstimmen:

Demokraten: 75, plus 16 Superdelegierte15%-Hürde in jedem District und im Gesamtergebnis für Minnesota; proportionale Verteilung nach Stimmenergebnis in den einzelnen 8 Congressional Districts:  49 Delegierte, Gesamt 16 Delegierte + 10 gebundene PLEO, also Party Leaders and Elected Officials)

Republikaner: 39, Winner-Take-Most

Umfragen* für 2020 und Ergebnisse des vergangen Caucus aus 2016:
An dieser Stelle wird nur auf die Umfragen und Ergebnisse der Demokraten eingegangen, da die Nominierung Donald Trumps lediglich eine Formalität ist.

Durchschnittliche Umfragen, Stand: 21.02.2020

Umfragen
2020
Klobuchar
27,0 %
Sanders
21,0 %
Warren
16,0 %
Buttigieg
10,0 %
Biden
9,0 %
Bloom-berg
9,0 %
Ergebnis 2016
Sanders
61,7 %
Clinton
38,3 %






Allgemeine Erklärungen und Erläuterungen zu den Vorwahlen, Caucus, Primary, Delegierte

* Quelle der durchschnittlichen Umfragen: www.realclearpolitics.com

Montag, 17. Februar 2020

Colorado Primary 2020 - Umfragen, Ergebnisse, Delegierte

Colorado Primary


Flag of Colorado.svg


Kurzportrait Colorado


In Colorado leben rund 5,8 Mio Einwohner, weit über die Hälfte davon im Großraum Denver, der Hauptstadt und wirtschaftliche Motor Colorados. Das Stadtgebiet Denvers zählt über 700.000 Einwohner. Weitere große Städte sind Colorado Springs mit rund 465.000 und Aurora mit rund 377.000 Einwohnern. Den Beinamen "Centennial State" (Jahrhundert-Staat) basiert auf der Gründung des Bundesstaats im Jahr 1876, also 100 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung der USA.

Colorado war lange Zeit ein klassischer Swing State und im Hauptwahlkampf heiß umkämpft. Nach wechselnden Mehrheiten in den 80/90er Jahren (Bush (R) - Clinton (D) - Dole (R)) gewann zweimal George W. Bush (R) und danach zweimal Barack Obama (D). 2016 konnte Hillary Clinton gegen Donald Trump gewinnen. Eine Tendenz zugunsten der Demokraten ist inzwischen erkennbar.
Aktueller Gouverneur ist der Demokrat Jared Polis. Im US-Senat wird Colorado durch den Republikaner Cory Gardner und den Demokraten Michael Bennet vertreten. Bennet war auch ein Kandidat der Demokraten im diesjährigen Vorwahlkampf, zog seine Kandidatur aber inzwischen wieder zurück.

Über 20% der Bevölkerung sind Hispanics, Tendenz steigend.
Im Jahr 2012 votierte Colorado per Voksabstimmung als erstes neben dem Bundesstaat Washington für die Legalisierung von Marihuana in kleinen Mengen. Im Jahr 2018 betrugen die Einnahmen aus dem Verkauf von Cannabisprodukten rund 1,55 Milliarden US-Dollar, davon gingen rund 266 Millionen US-Dollar an den Bundesstaat Colorado.

2016 gewann Bernie Sanders deutlich gegen Hillary Clinton


Aktuelle Umfragen liegen noch nicht vor.
2016 hatten die Demokraten noch im Rahmen eines Caucus in Colorado abgestimmt. Diesen gewann Bernie Sanders deutlich mit 18,5 % Vorsprung gegen Hillary Clinton.

Die Vorwahlen der Demokraten finden in Colorado als Modified Primary statt, so dass neben den registrierten Demokraten auch andere Wählerinnen und Wähler abstimmen dürfen, sofern sie nicht für eine andere Partei in diesem Jahr bei Vorwahlen abgestimmt haben.



Vorwahltermin Demokraten: 03.03. Modified Primary
Vorwahltermin Republikaner: 03.03. Modified Primary

Anzahl der zu vergebenen Delegiertenstimmen:

Demokraten: 67, plus 13 Superdelegierte15%-Hürde in jedem District und im Gesamtergebnis für Colorado; proportionale Verteilung nach Stimmenergebnis in den einzelnen 7 Congressional Districts:  44 Delegierte, Gesamt 14 Delegierte + 9 gebundene PLEO, also Party Leaders and Elected Officials)

Republikaner: 34, plus 3 Ungebundene, Winner-Take-Most

Umfragen* für 2020 und Ergebnisse des vergangen Caucus aus 2016:
An dieser Stelle wird nur auf die Umfragen und Ergebnisse der Demokraten eingegangen, da die Nominierung Donald Trumps lediglich eine Formalität ist.

Durchschnittliche Umfragen, Stand: Aktuelle Umfragen liegen noch nicht vor.

Umfragen
2020
Biden
- %
Sanders
- %
Bloomberg
- %
Warren
- %
Buttigieg
- %
Klobuchar
- %
Ergebnis 2016
Sanders
58,9 %
Clinton
40,4 %






Allgemeine Erklärungen und Erläuterungen zu den Vorwahlen, Caucus, Primary, Delegierte

* Quelle der durchschnittlichen Umfragen: www.realclearpolitics.com