Sonntag, 21. August 2022

Aktuelle Lage vor der Wahl zum US-Senat 2022

Mit dem Ende der Vorwahlen zu den Midterm Elections 2022 steht nun auch fest, dass sich insbesondere in den Rennen der Battleground States für den US-Senat die rechtskonservativen Kandidaten der Republikaner durchgesetzt haben, die in vielen Fällen auch die Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahl 2020 mehr oder weniger deutlich anzweifeln.

Letztlich war dies auch das Wunschszenario vieler demokratischer Wahlkampfstrategen, hoffen sie doch auf die Stimmen der moderaten Mitte. Im Falle von Don Bolduc in New Hampshire dürfte dieses Konzept vermutlich aufgehen. Für die demokratische Amtsinhaberin Maggie Hassan wäre ein moderater Gegenkandidat wohl deutlich schwieriger gewesen. So rechne ich damit, dass die Republikaner in New Hampshire wohl eine Chance haben liegen lassen, den Demokraten einen Sitz für den US-Senat abzunehmen.

Im Vergleich zum Vormonat hat sich aber kein nennenswerter Wechsel in der Ausgangslage ergeben.

Die Demokraten sind favorisiert, ihre Mehrheit im Senat zu behalten, auch wenn ihre Chancen zuletzt etwas geringer wurden.

In Nevada z. B. zeigen die letzten Umfragen, dass der republikanische Herausforderer Adam Laxalt sehr gut im Rennen liegt. Hier bleibt es zwar bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen, für die demokratische Amtsinhaberin dürfte es aber enger werden, als viele Demokraten erwartet hätten. Aus meiner Sicht haben die Republikaner hier ihre größte Chance, den dringend benötigten Sitz zu erobern.

Die Situation in Pennsylvania macht es aber offenbar erforderlich, dass die GOP den Demokraten noch einen zweiten Sitz abnehmen muss. John Fetterman ist hier weiterhin leicht favorisiert gegenüber dem Republikaner Mehmet Oz. Damit könnte der Sitz Pennsylvanias zu dem Demokraten übergehen.


Angenommen, Pennsylvania und New Hampshire gehen an die Demokraten und die Republikaner gewinnen in Nevada, blieben der Grand Old Party noch zwei Chancen in Georgia und Arizona. In beiden Bundesstaaten liegen ihre Kandidaten Herschel Walker und Blake Masters nicht aussichtslos zurück, wobei ein Sieg Masters in Arizona aktuell eher schwierig werden dürfte. Gelingt ihnen in einer der beiden Bundesstaaten ein Sieg, müssten die Demokraten ihrerseits nochmals eines der eng umkämpften Rennen gewinnen, um nicht die Mehrheit zu verlieren. 


Hier kämen die Bundesstaaten Florida, Ohio, Wisconsin und North Carolina in Betracht. 

Während insbesondere Marco Rubio in Florida gegenüber Val Demings noch als favorisiert gilt, könnte es in Ohio für J.D. Vance schon etwas enger werden. Es muss aber vieles passend zusammenkommen, wenn der Demokrat Tim Ryan hier tatsächlich siegen will. Laut Umfragen liegt Ryan zwar mit gut 2% zurück, innerhalb der Fehlertoleranz allerdings auf Schlagdistanz.

Ebenfalls spannend sind die völlig offenen Rennen in Wisconsin und North Carolina, auf die ich auch hier im Blog in Kürze näher eingehen werden. Zusammenfassend ist hier festzuhalten, dass der republikanische Amtsinhaber Ron Johnson in Wisconsin laut Umfragen leicht vorne liegt. Ebenso sein Parteikollege Ted Budd in North Carolina.


Die Ausgangslage vor den Midterm Elections 2022

Jeder Bundestaat hat im US-Senat zwei Stimmen. Von den 100 Senatorinnen und Senatoren werden alle zwei Jahre etwa ein Drittel neu gewählt. Bei den diesjährigen Midterm Elections werden insgesamt 35 Sitze neu vergeben.

65 Sitze stehen also nicht zur Wahl. Davon halten die Demokraten 36 Sitze (inkl. zweier Unabhängiger) und die Republikaner 29 (siehe 2. Balken des Diagramms).

In dem folgenden Diagramm wurden die beiden Sitze der Unabhängigen zur besseren Veranschaulichung direkt den Demokraten zugeordnet, was grundsätzlich auch dem Abstimmungsverhalten der beiden Senatoren Bernie Sanders aus Vermont und Angus King aus Maine entspricht.

Stand: 26.09.22




Von den 35 neu zu wählenden Sitzen können aufgrund früherer Ergebnisse und aktueller Umfragen 10 Sitze relativ "sicher" den Demokraten und 15 Sitze den Republikanern zugeordnet werden.

Damit hätten die Demokraten 46 und die Republikaner 44 Sitze "sicher" (siehe 3. Balken).

Bleiben also noch 10 Sitze übrig, die in diesem Jahr voraussichtlich die Entscheidung über die Mehrheitsverhältnisse im US-Senat bringen werden. In den kommenden Monaten bis zum Wahltag konzentriere ich mich daher auf diese 10 Duelle.

Bei 6 der 10 offenen Sitze zeichnet sich eine Tendenz ab. Demnach könnten Republikaner und Demokraten mit jeweils 3 weiteren Sitzen rechnen (siehe 4. Balken).

Auf welche Bundesstaaten es nun ankommen wird und wer dort gegen wen antritt, fasse ich nun zusammen.


Übersicht der 35 neu zu wählenden Sitze

Die folgenden Tabellen zeigen die 35 Sitze, die in diesem Jahr neu gewählt werden. Tabelle 1 enthält die nach heutigem Stand und nach meiner Einschätzung 10 relevanten Bundesstaaten und Duelle. Tabelle 2 zeigt die übrigen 25 Sitze, die ich derzeit als relativ sicher für eine der beiden Parteien einstufe.


Tabelle 1: Bundesstaaten und Sitze mit offenen Wahlausgängen







Tabelle 2: Bundesstaaten und Sitze mit relativ sicherem Wahlausgang



Allgemeine Informationen zu den Kongresswahlen findet Ihr hier.


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