Dienstag, 8. November 2016

Donald Trump gewinnt US-Präsidentschaftwahl

Donald Trump wird 45. Präsident
der Vereinigten Staaten von Amerika.

Donald Trump by Gage Skidmore 10


Donald Trump zollt Hillary Clinton Respekt für Ihre Leistung und ihren Dienst im Sinne der USA. Der Republikaner ruft zur Einheit des Landes auf.

Debakel für die Demokraten. Das Weiße Haus verloren. Republikaner gewinnen bei Kongresswahlen sowohl die Mehrheit im Senat als auch im Repräsentantenhaus.
Hillary Clinton gesteht am Telefon gegenüber Trump die Niederlage ein. Sie spricht aber nicht mehr vor ihren Anhängern. Wahlkampfleiter Podesta schickt Fans nach Hause.

Ende des Livetickers zur US-Präsidentschaftswahl 2016. Heute Abend folgt ein ausführlicher Bericht zur Wahl und alle Ergebnisse im Überblick.
Außerdem gebe ich einen Ausblick, wie es hier mit dem Blog weitergehen wird.
Vielen Dank für Euer Interesse!

US-Präsidentschaftswahl auf Facebook.



Aktueller Stand zur US-Präsidentschaftswahl 2016




Aktuelle Zwischenergebnisse aus allen wichtigen Battleground States



Bundesstaat
(Stimmen)
Stand der
Auszählung
Clinton
Trump
Sieg
Florida (29)
98 %
47,7 %
49.1 %
Trump
Pennsylvania (20)
97 %
47,6 %
48,9 %
Trump
Ohio (18)
82 %
42,8 %
52,8 %
Trump
Georgia (16)
84 %
45,4 %
51,6 %
Trump
Michigan (16)
95 %
47,3 %
47,6 %

North Carolina (15)
93 %
46,1 %
51,2 %
Trump
Virginia (13)
89 %
48,3 %
46,5 %
Clinton
Arizona (11)
68 %
45,4 %
49,6 %
Trump
Wisconsin (10)
90 %
45,9 %
48,9 %
Trump
Colorado (9)
71 %
48,1 %
44,2 %
Clinton
Nevada (6)
72 %
49,2 %
44,9 %
Clinton
Iowa (6)
70 %
43,7 %
51,5 %
Trump
Utah (6)
32 %
21,6 %
55,8 %
Trump
New Mexico (5)
61 %
50,0 %
39,4 %
Clinton
New Hampshire (4)
98 %
47,5 %
47,4 %

Minnesota (10)
99 %
46,8 %
45,4 %





Bundesstaat
Clinton
Trump
GESAMTSTAND
Wahlmännerstimmen
270 erforderlich
228
288
Kentucky (8)

8
Indiana (11)

11
Florida (29)

29
Georgia (16)

16
South Carolina (9)

9
Virginia (13)
13

Vermont (3)
3

North Carolina (15)

15
Ohio (18)

18
West Virginia (5)

5
Alabama (9)

9
Connecticut (7)
7

Delaware (3)
3

District of Columbia (3)
3

Illinois (20)
20

Kansas (6)

6
Maine (4) bzw. (3+1)
3

Maryland (10)
10

Massachusetts (11)
11

Michigan (16)


Mississippi (6)

6
Missouri (10)

10
New Hampshire (4)


New Jersey (14)
14

Oklahoma (7)

7
Pennsylvania (20)

20
Rhode Island (4)
4

South Dakota (3)

3
Tennessee (11)

11
Texas (38)

38
Arkansas (6)

6
Arizona (11)

11
Colorado (9)
9

New York (29)
29

Louisiana (8)

8
Minnesota (10)
10

Nebraska (5) bzw.(3+1+1)

4
New Mexico (5)
5

Wisconsin (10)

10
Wyoming (3)

3
Idaho (4)

4
Iowa (6)

6
Montana (3)

3
Nevada (6)
6

North Dakota (3)

3
Utah (6)

6
Oregon (7)
7

Kalifornien (55)
55

Washington (12)
12

Hawaii (4)
4

Alaska (3)

3



08:06 Uhr
Hillary Clinton spricht an diesem Abend nicht mehr zu ihren Unterstützern. Wahlkampfleiter Podesta schickt Anhänger nach Hause und ruft dazu auf, die letzten Stimmenauszählungen abzuwarten.


07:30 Uhr
Noch immer Warten auf die letzten entscheidenden Countys in Michigan und Pennsylvania. Trump steht kurz vor dem Sieg!

06:27 Uhr
Clinton gewinnt Nevada.

06:20 Uhr
Kopf-an-Kopf-Rennen in Michigan und Pennsylvania. Gewinnt Trump einen der beiden Staaten hätte er die Marke von 270 Wahlmännerstimmen geknackt.

05:57 Uhr
Michigan könnte die Entscheidung bringen - Trump steht kurz vor dem Gesamtsieg

05:48 Uhr
Trump gewinnt Georgia, Iowa und Wisconsin

05:35 Uhr
Für Clinton wird es sehr eng. Sie muss mindestens Pennsylvania und Michigan gewinnen. Auch ein Patt ist noch möglich. Es kommt auf jede Stimme an.

05:18 Uhr
Clinton gewinnt erwartungsgemäß Washington und Oregon. Trump gewinnt Utah. Keine Chance für McMullin in Utah.

05:09 Uhr
Trump gewinnt auch North Carolina.

05:05 Uhr
Trump gewinnt Florida! Clinton nun massiv unter Druck.

05:00 Uhr
Clinton gewinnt Kalifornien und Hawaii, Trump holt den Sieg in Idaho.

04:52 Uhr
Aktuell liegt Trump vorne. Hält er seine Führung in Florida, North Carolina, Wisconsin und Michigan dürfte es für Clinton kaum noch reichen. Dafür muss sie aber in jedem Fall Pennsylvania halten. Aber noch ist nichts entschieden.

04:50 Uhr
Clinton gewinnt in Colorado. 

04:40 Uhr
Clinton holt wichtigen Sieg in Virginia.

04:27 Uhr
Trump gewinnt Ohio! 

04:18 Uhr
Trump schneidet besser ab als erwartet. Aktuell ist der Ausgang dieser Nacht völlig offen.

03:45 Uhr
Trump gewinnt in Louisiana und Missouri, Clinton gewinnt in Connecticut und New Mexico. Trump scheint in Michigan und Virginia besser abzuschneiden als erwartet.

03:22 Uhr
Trump gewinnt in Texas.

03:10 Uhr
Trump führt in Ohio, Florida und überraschend in Virginia. Sehr enges Rennen in North Carolina.

03:05 Uhr
Trump gewinnt in Wyoming, North Dakota, South Dakota und Kansas. Clinton gewinnt New York.

02:32 Uhr
Trump gewinnt in Alabama und South Carolina.


02:20 Uhr

In Florida steht es Spitz auf Knopf. Bei 8 Mio ausgezählter Stimmen, liegen beide nur rund 120 Stimmen auseinander.


02:05 Uhr

Clinton gewinnt in Massachussetts, New Jersey, Maryland, Rhode Island, Washington D.C., Delaware und Illinois. Trump gewinnt in Oklahoma, Tennessee und Mississippi.

Alle Ergebnisse sind so erwartet worden.



01:45 Uhr

Trump führt überraschend in Virginia. Erwartetes Kopf-an-Kopf-Rennen in Florida, aktuell liegt Trump auch hier vorne!


01:30 Uhr

Trump gewinnt erwartungsgemäß in West Virginia.


01:25 Uhr

Nun kommen immer mehr Auszählungsergebnisse. Alle wichtigen Zwischenstände werden fortlaufend in der Tabelle unter der Karte aktualisiert.

In wenigen Minuten schließen die Wahllokale in den Swing States Ohio und North Carolina und ebenfalls in West Virginia.


01:12 Uhr

Die ersten Zahlen aus Florida liegen vor. Aber Vorsicht! Sie sind nicht repräsentativ. Zum einen sind erst sehr wenige Stimmen ausgezählt, zum anderen kommen sie ausschließlich aus einem Wahlbezirk, der traditionell republikanisch wählt.

01:03 Uhr
Die ersten Wahlmännerstimmen sind verteilt:
Trump gewinnt in Indiana und Kentucky. Clinton siegt in Vermont.

Soweit keine Überraschungen!


00:55 Uhr

In wenigen Minuten schließen die Wahllokale in den beiden Battleground States Virginia und Georgia. In Virginia, der Heimat von Clintons Vizekandidat Tim Kaine, wird ein Sieg für die Demokraten erwartet. In Georgia ist ein Sieg Trumps wahrscheinlicher. Außerdem enden die Wahlen in Vermont und South Carolina und auch die letzten Wahllokale in Kentucky und Indiana schließen. In Teilen Floridas endet die Wahl ebenfalls bereits um 01:00 Uhr.


00:40 Uhr

Indiana und Kentucky liegen jeweils in zwei Zeitzonen. Der Eastern Standard Time und der Central Standard Time. Deshalb haben einige wenige Wahllokale eine Stunde länger geöffnet und schließen erst in 20 Minuten. Derweil läuft die Auszählung bereits. In beiden Bundesstaaten liegt Trump nach ersten Zahlen erwartungsgemäß klar vor Clinton.


00:25 Uhr

Neben Kentucky deutet sich auch in Indiana der erwartete Ausgang an. Auch hier liegt Trump nach ersten Zahlen deutlich vorne. Diese Ergebnisse sind noch nicht repräsentativ, sind aber unabhängig davon auch so erwartet worden. Die insgesamt 19 Wahlmännerstimmen aus Indiana und Kentucky sind im Trump-Lager fest eingeplant.


00:15 Uhr

Die ersten Zahlen aus Kentucky liegen vor. Sie sind noch nicht repräsentativ, bestätigen aber, dass Kentucky auch in diesem Jahr wieder klar republikanisch gewählt hat. Trump liegt hier aktuell bei über 70 %. 

Die Zwischenstände aus allen Swing States findet Ihr in der Tabelle unter der Karte. Aber dafür dauert es noch etwas. In diesen Battleground States wird aktuell noch gewählt.


00:00 Uhr

Die ersten Wahllokale schließen in Kentucky und Indiana. In einer Stunden folgen Florida, Georgia, South Carolina, Virginia und Vermont.


23:45 Uhr


Der Fokus in dieser Wahlnacht liegt natürlich auf den Battleground States, also jenen Bundesstaaten, bei denen der Ausgang sehr knapp sein wird. Über andere Bundesstaaten wie Massachussetts, Wyoming, Oklahoma, Idaho u.v.m wird kaum noch berichtet. Auch im Wahlkampf spielten sie kaum noch eine Rolle. Diese Bundesstaaten wählen traditionell für eine der beiden Seiten. So kann es sein, dass im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien die Wahllokale noch gar nicht geschlossen haben, der Ausgang der Wahl aber bereits praktisch fest steht. Kalifornien ist bei Präsidentschaftswahlen fest in der Hand der Demokraten. Daher werden die 55 Wahlmännerstimmen bereits sicher Hillary Clinton zugeordnet. Hinzu kommt noch, dass zwischen Ost- und Westküste einige Stunden Zeitunterschied bestehen. In Florida schließen die Wahllokale daher fünf Stunden früher als in Kalifornien.


23:22 Uhr

Wenn um Mitternacht die ersten Wahllokale in Kentucky und Indiana schließen, kann es in beiden Bundesstaaten relativ schnell gehen. Sobald sich die US-Medien anhand ihrer Wahltagsbefragungen und den ersten Teilergebnissen sicher sind, wer gewonnen hat, werden sie Clinton oder Trump zum Sieger eines Bundesstaats "erklären". In Kentucky und Indiana wird ein klarer Erfolg für Donald Trump erwartet.

In anderen Bundesstaaten kann es hingegen vier oder mehr Stunden dauern, bis eine Festlegung erfolgt. In der Vergangenheit ist es auch schon mal vorgekommen, dass die Medien ihre Voraussagen zurücknehmen mussten. Einer der bekanntesten Fälle ereignete sich im Jahr 2000. Die TV-Anstalten erklärten George W. Bush zum Sieger von Florida und mussten dies aufgrund des knappen Wahlausgangs gegen John Kerry (Es war natürlich Al Gore, vielen Dank an den aufmerksamen Leser) später zunächst zurücknehmen. 


22:58 Uhr

Hillary Clinton und Donald Trump verbringen die Wahlnacht in Manhattan in New York. Trumps Wahlparty findet im New York Hilton Midtown Hotel statt. Clintons Wahlparty steigt im Jocob K. Javits Convention Center in New York City. Beide Orte sind fußläufig nur etwa 30 Minuten auseinander. Gemeinsam werden sie aber wohl dennoch nicht feiern.


22:28 Uhr

Auch aus Utah werden diverse Probleme mit den Wahlmaschinen gemeldet. 


21:30 Uhr

Noch 150 Minuten bis zur Schließung der ersten Wahllokale. Hier nochmal die wichtigsten Infos für die kommende Nacht.
Für einen Sieg bei der Präsidentschaftswahl werden 270 der 538 Wahlmännerstimmen benötigt.
Nach den letzten Umfragen kann Clinton mit mindestens 239 Stimmen rechnen, Donald Trump scheint 209 Stimmen sicher zu haben. 90 Stimmen wären demnach noch offen.
Die wichtigsten Staaten in der kommenden Nacht werden zunächst Florida mit 29 Stimmen, Pennsylvania mit 20 Stimmen und North Carolina mit 15 Stimmen sein. Schafft Clinton einen Sieg in Florida, wäre der Zug für Trump fast schon abgefahren.
Kommt es zu einem Patt, also 269 zu 269, würde das neu gewählte Repräsentantenhaus über den neuen Präsidenten wählen. Im Repräsentantenhaus dürften die Republikaner ihre Mehrheit verteidigen können.


20:52 Uhr

In North Carolina hat es Probleme mit der elektronischen Registrierung der Wähler gegeben, so dass man auf Papier umsteigen musste. Aufgrund der Verzögerungen hat der betroffene Bezirk eine Verlängerung der Wahlzeit von 90 Minuten beantragt.
Donald Trump sagt gegenüber dem Sender FOX, dass es an verschiedenen Orten zudem Probleme mit den Wahlautomaten geben solle. Dort würden für Republikaner abgegebene Stimmen für die Demokraten gerechnet worden sein. Kommt es tatsächlich wieder zu zahlreichen Pannen oder arbeitet Trump bereits an der Anfechtung des Wahlergebnisses?


20:31 Uhr

Noch nie haben so viele Amerikaner von ihrem Recht Gebrauch gemacht, am Early Voting teilzunehmen. Zwischen 46 und 50 Millionen sollen bereits vor dem heutigen Tag ihre Stimme abgegeben haben.


20:03 Uhr

Die Wahllokale sind noch nicht geschlossen, da gibt es schon die ersten Beschwerden. Die prominenteste stammt aus Trumps Wahlkampfteam. Die Republikaner haben eine Klage formuliert, die sich gegen Clark County in Nevada richtet. Dort sollen beim Early Voting die Wahllokale zu lange offen geblieben sein. Da sich auch hier bereits lange Warteschlangen bildeten, konnten nicht mehr alle rechtzeitig ihre Stimmen abgeben. Es ist üblich, dass diejenigen auch noch wählen können, die sich noch vor Schließung der Wahllokale in die Schlange einreihen. Trumps Team behauptet aber, dass sich nach Schließung der Wahllokale noch Wähler angestellt hätten.


19:43 Uhr

Aus vielen Bundesstaaten werden lange Schlangen vor den Wahllokalen gemeldet. Schon in den Vorwahlen hatte es eine Rekordbeteiligung gegeben.


19:20 Uhr

Mit einem Auge schaue ich immer mal wieder auf die Zwischenstände zur Kongresswahl. Laut Umfragen scheinen die Republikaner im Repräsentantenhaus ihre Mehrheit halten zu können. Im Senat dagegen wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Die Demokraten hoffen darauf, die Mehrheit zurück zu gewinnen. Sollte es hier eine Entscheidung geben, werde ich hier berichten.


19:00 Uhr

Hillary Clinton und Donald Trump haben bereits gewählt. Beide haben ihre Stimmen im Bundesstaat New York abgegeben.
Die ersten Ergebnisse wird es nicht vor Mitternacht geben!



18:35 Uhr

Ihr habt auf us-wahl2016.de abgestimmt!
Wer gewinnt die Präsidentschaftswahl?
4251 abgegebene Stimmen
63 % für Clinton und 37 % für Trump


Wen würdet Ihr ins Weiße Haus wählen?

4183 abgegebene Stimmen
48 % für Clinton, 29 % für Trump, 13 % für Stein, 10 % Johnson


Bei den Vorwahlen habt Ihr schon richtig gelegen.




18:15 Uhr

Herzlich Willkommen zum Liveticker hier auf us-wahl2016.de!


In den kommenden 14 Stunden (oder länger) gibt es hier die wichtigsten Infos zu US-Präsidentschaftswahl 2016 kompakt und übersichtlich aufbereitet.

Die ersten Wahllokale schließen gegen Mitternacht deutscher Zeit. Danach gibt es dann die ganze Nacht durch Zwischenergebnisse, Hochrechnungen und den aktuellen Gesamtstand. Die Wahlkarte der USA zur Übersicht sowie alle Zwischenstände in den für die kommende Nacht entscheidenden Bundesstaaten werde ich dann am späten Abend hier einpflegen.


Zwischenzeitlich können wir uns aber nochmal entspannen. In 5 Stunden und 45 Minuten schließen die ersten Wahllokale in Kentucky und Indiana.


Letzte Prognosen und Gedanken vor der US-Präsidentschaftswahl 2016

Ein sehr langer Wahlkampf in den USA geht zu Ende. Seit über 15 Monaten befinden sich die zuletzt übrig gebliebenen Hillary Clinton und Donald Trump nun im Wahlkampf. Erst setzten sie sich in den Vorwahlen nach vielen intensiven Monaten gegen die innerparteilichen Konkurrenten, wie Bernie Sanders auf der Seite der Demokraten oder Ted Cruz, John Kasich, Marco Rubio, Jeb Bush, Ben Carson usw. bei den Republikanern durch. 

Seit dem Spätsommer diesen Jahres hat es dann einen erbitterten Kampf um die mediale Gunst gegeben. Die TV-Duelle, Twitter und Facebook, die unzähligen Reden beim Wahlkampfmarathon quer durch die Bundesstaaten der USA. Beide Kandidaten hatten aber auch mit sich selbst zu kämpfen. Die verbale vereinfachende Provokation bis an den Rand des Zumutbaren, einige meinen auch über diesen Rand hinaus, war ein wesentliches Stilmittel Donald Trumps, um seine Wählerschaft zu mobilisieren. Dass er aber auf einmal nicht mehr selbst steuernd die Polarisierung vorantrieb, sondern durch die Veröffentlichung von Videomaterial selbst zum Getriebenen wurde, war ein schwerer Rückschlag für Trump. Er musste sich öffentlich entschuldigen und tat dies auch, mehr oder weniger überzeugend.

Wäre da nicht die E-Mail-Affäre seiner Konkurrentin gewesen, würden die Prognosen nun deutlicher zu Gunsten Clintons ausfallen. Aber es war eben da, das Problem mit den "verdammten E-Mails", wie es Bernie Sanders in einer TV-Debatte der Demokraten während der Vorwahlen im Frühjahr formulierte. Die E-Mails ließen Clinton nicht mehr los. Zunächst die FBI-Ermittlungen bis zum Sommer, später die Wikileaks-Enthüllungen, und dann wieder die FBI-Ermittlungen, zeitlich vermischt mit Wikileaks. Man konnte schon fast durcheinander kommen. Es waren mindestens zwei unterschiedliche Paar Schuhe, was aber hängen blieb, war ein nicht unerhebliches Misstrauen gegenüber der Demokratin. Dass beide Spitzenkandidaten im Vergleich zu früheren Wahlgängen eher unbeliebt sind, ist hinlänglich bekannt. Aber es sind auch die beiden Kandidaten, die sich in den Vorwahlen durchgesetzt haben, bei einer Rekord-Wahlbeteiligung. Der eine gegen das Establishment der Republikaner und die andere mit Hilfe des Establishments der Demokraten.

Das amerikanische Volk wird nun entscheiden


Nun sind aber die Wählerinnen und Wähler in den USA aufgerufen, ihre Präsidentin oder ihren Präsidenten zu wählen. Wer es auch werden wird, sie oder er steht vor einer gewaltigen Kraftanstrengung, die Wogen zu glätten, die dieser Wahlkampf innerhalb der amerikanischen Gesellschaft geschlagen hat. Vielleicht kann man auch sagen, die vorhandenen Wogen, die der Wahlkampf offensichtlich ans Licht brachte. Diese Frage bestimmte indirekt auch den Wahlkampf. Geht es Amerika schlecht und muss es wieder großartig werden? Oder geht es Amerika gut und muss vor Spaltern und Angstmachern behütet werden? Die Amerikaner werden dazu in den kommenden Stunden Stellung beziehen.

Letzte Prognose auf Basis aktueller Umfragen


Ein letzter Blick auf die Umfragen und die Wahlkarte der USA verrät, dass man den Ausgang noch nicht sicher vorhersagen kann.
Die folgende Karte zeigt den letzten Stand der Umfragen. Alle Bundesstaaten, in denen keiner der beiden Kandidaten mit etwa 3,5 % vorne liegt, sind grau markiert. Hellblau und hellrot sind jene Bundesstaaten, bei denen die Umfragen einen Vorsprung von ca. 3,5 % - 7,0 % ermittelt haben. Die dunkelblauen und dunkelroten werden sicher einer der beiden Seiten zugeordnet.

Karte 1: Prognose auf Basis der letzten Umfragen



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Nimmt man also die Umfragen als Basis einer Prognose, ist zunächst festzuhalten, dass Hillary Clinton wohl mindestens auf 239 Wahlmännerstimmen kommen wird. Zur Erinnerung 270 Stimmen sind erforderlich. Donald Trump käme demnach auf mindestens 209 Wahlmännerstimmen. 90 Stimmen sind noch offen. Es sind die Wahlmännerstimmen aus den grauen Swing States.

Zu dieser Darstellung ist zweitens aber auch festzuhalten, dass die hellblauen Staaten Clintons insgesamt gefestigter erscheinen, als die hellroten Bundesstaaten Trumps. In Ohio (20 Wahlmännerstimmen), Arizona (11) und Georgia (16) liegt Trumps Vorsprung bei etwa 3,5 % - 4,8 %. Im Gegensatz dazu, liegt der Vorsprung Clintons in Wisconsin (10), Virginia (13) und New Mexico (5) etwas höher, zwischen etwa 5 % und 6 %. Eine Ausnahme ist dabei Michigan (16), hier liegt sie nur rund 3,5 % vor Trump. Überraschungen sind also dennoch auf beiden Seiten möglich. Traditionell wäre dies insbesondere in Ohio der Fall. Oder eben auch in Michigan, was Clinton bereits in den Vorwahlen etwas überraschend an Bernie Sanders verloren hatte.

Hier gibt es alle Umfragen der Swing States und weiterer Bundesstaaten im Überblick.

Gehen wir nun mal davon aus, dass die oben dargestellte Karte so auch dem Wahlergebnis entsprechen wird, kommt es also auf die grauen Swing States an. Eine sichere Prognose ist hier eben nicht möglich, aber dennoch lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Bundesstaaten.

Florida (29 Wahlmännerstimmen): Im Sunshine State kann man praktisch noch keine Tendenz ausmachen. Zu dicht liegen Clinton und Trump hier in Umfragen beieinander (unter 1% Differenz). Hier könnte es wieder einmal eine sehr lange Nacht der Auszählungen geben. Nachzählungen scheinen jetzt schon fast wieder gesetzt zu sein. Das hängt aber auch davon ab, wie entscheidend Florida noch werden wird. Gewinnt Clinton in Pennsylvania und Colorado würden ihr nur noch 2 Stimmen zur Mehrheit fehlen.

Pennsylvania (20):  Hier ist das Rennen innerhalb der letzten Woche nochmal deutlich knapper geworden. Zwar liegt mehrheitlich Clinton weiter vorne, aber ihr Vorsprung beträgt im Schnitt weniger als 2 %. Pennsylvania war auch deshalb einer der meist frequentiertesten Bundesstaaten zum Abschluss des Wahlkampfes.

Colorado (9): Colorado galt ähnlich wie Pennsylvania lange Zeit als relativ sicherer Bundesstaat für Clinton. Zuletzt haben sich die Werte der Meinungsforscher wieder angenähert. Aber die Demokratin scheint dennoch einen Vorteil von etwa 3 % zu haben.

North Carolina (15): Donald Trump hat hier zuletzt deutlich Boden gut gemacht. Es schien, als könnte Clinton den Bundesstaat nach dem Sieg Romneys im Jahr 2012 wieder ins Lager der Demokraten holen. Aber nach den jüngsten Umfragen, ist eher mit einem Sieg Trumps zu rechnen. Sein Vorsprung liegt bei knapp 2 %.

Nevada (6): Hier ist der Ausgang ähnlich wie in Florida völlig offen, zuletzt eine leichte Tendenz zu Trump (gut 1 % Vorsprung).

Iowa (6): Zweimal in Folge konnte Barack Obama in Iowa gewinnen. Trump verlor hier beim Vorwahlauftakt gegen Ted Cruz und Clinton erreichte nur einen äußerst knappen Sieg gegen Bernie Sanders. Die Umfragen sehen Donald Trump derzeit mit einem Vorsprung von rund 2 % knapp vor Clinton.

New Hampshire (4): In New Hampshire könnte den Republikanern eine kleine Überraschung gelingen. Zuletzt gewannen die Demokraten dreimal den wohl konservativsten Bundesstaat in Neuengland. Die Umfrageinstitute rechnen Trump durchaus Siegchancen zu. Im Schnitt liegt er nur 1 % hinter Clinton.

Maine CD2 (1): In Maine gibt es die Besonderheit (ebenso in Nebraska), dass nicht alle vier Wahlmännerstimmen automatisch an den Gesamtsieger des Bundesstaats gehen. Der Gesamtsieger erhält zwei Wahlmännerstimmen und jeweils eine geht an den Sieger aus den beiden congressional districts (CD1+2). Grundsätzlich ist Maine den Demokraten zuzurechnen. Aber im CD2 könnte es Trump gelingen, eine Stimme zu erobern. Beide Kandidaten liegen hier sehr dicht beieinander (unter 1 % Differenz).

Verschiedene Bundesstaaten können zum Erfolg führen


Gehen wir von der Annahme aus, dass die Wahlergebnisse so eintreten, wie in der obigen Karte 1 dargestellt, dann fehlten Clinton noch 31 Stimmen zum Sieg und Trump noch 71 Stimmen. Daraus lassen sich nun zahlreiche Thesen formulieren, z. B.:

- Gewinnt Clinton nur noch Florida und Maine CD2, käme es zu einem Patt im Electoral College.
- Gewinnt Clinton Florida und einen weiteren Bundesstaat (Ausnahme Maine CD2) hat sie gewonnen.
- Gewinnt Clinton in Pennsylvania und Colorado, benötigt sie nur noch einen weiteren Bundesstaat (Ausnahme Maine CD2) zum Sieg.
- Gewinnt Trump Florida, Pennsylvania, Iowa und Nevada hat er 270 Stimmen.
- Gewinnt Trump Florida nicht, muss er alles andere gewinnen.
- Gewinnt Trump Florida, Pennsylvania und North Carolina wird er Präsident.

Möglich sich natürlich auch noch andere Kombinationen.

Die drei formulierten Bedingungen zu Trumps Chancen auf einen Wahlsieg gelten übrigens weiter. Neben Pennsylvania sind es insbesondere Colorado und New Hampshire, wo er möglicherweise einen vor zwei Wochen noch klar zu Clinton tendierenden Bundesstaat gewinnen könnte.

Nicht wenige Rechenvarianten führen übrigens auch zu einem Patt von 269 zu 269 Stimmen. Diese Zahlenspiele lassen sich natürlich noch fortsetzen und sie gelten ausdrücklich nur für den Fall, dass Karte 1 so wie dargestellt eintritt. Ist dies nicht der Fall, also z. B. bei einem Sieg Clintons in Ohio, wären alle Überlegungen bereits hinfällig. Gewinnt Clinton Ohio, würde ihr schon ein Sieg in Pennsylvania reichen. Dann könnte Trump Florida, North Carolina, Colorado etc. gewinnen, er käme nicht mehr ran. Alles Spekulation auf Basis der Umfragen.
Aber treffen die Umfragen überhaupt zu oder konnten sich die Meinungsforscher nicht richtig auf die vielen vermuteten Neuwähler, bzw. früheren Nichtwähler einstellen? Bleiben doch unerwartet viele Demokraten und Republikaner aus Frust über das Spitzenpersonal zuhause? Was ist mit den Bundesstaaten, in denen kaum mal eine Umfrage gemacht wurde? Könnte es hier bei den dunkelblauen oder dunkelroten Staaten noch zu Überraschungen kommen, etwa in Minnesota (10), wo Trump und Pence nochmal überraschend zum Wahlkampfendspurt Halt machten? Bald wissen wir mehr.

Third Party Candidates wohl chancenlos


Die Kandidaten der anderen Parteien werden sich erwartungsgemäß wohl keine Chance auf Wahlmännerstimmen ausrechnen können. Gary Johnson von der Libertarian Party, Jill Stein von der Green Party oder Darrell Castle von der Constitution Party haben keine Aussicht auf Erfolg, können aber natürlich Clinton oder Trump Stimmen "wegnehmen". Eine Ausnahme ist dabei der unabhängige Republikaner Evan McMullin in Utah, einem klar republikanischen Bundesstaat. Nachdem er vor etwa zwei Wochen dicht an Trump herankam, schien eine Überraschung hier realistisch zu sein. Die letzten Umfragen sehen Trump aber wieder im Schnitt gut 10 % vor McMullin.

Mein persönlicher Tipp zum Wahlausgang


Nun komme ich aber nicht umhin, eine eigene ganz persönliche Prognose für den Wahlausgang zu stellen. Natürlich orientiere auch ich mich an den Umfragen oder aber der grundsätzlichen Wählerstruktur der einzelnen Bundesstaaten. Ich mache es kurz: Hier mein Tipp zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahl 2016:



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Ich vermute, dass Hillary Clinton die Wahl gewinnen wird. Hier steht und fällt es mit Florida. Wechselt Florida zu rot, hätte Trump gewonnen. Wird es also doch wieder Nachzählungen und Gerichtsverfahren zum Wahlausgang geben?
Ich will aber auch hinzufügen, dass ich mir alles andere als sicher bin. Liegen die Umfrageinstitute auch nur um 2% daneben, kann die Karte in die eine oder andere Richtung schon wieder ganz anders aussehen. Eine Wette auf meinen Tipp würde ich also nicht abgeben. Ich erwarte und freue mich nun auf handfeste Fakten und die ersten belastbaren Zahlen.

Nicht zu vergessen sind auch die Kongresswahlen. Am Dienstag wird das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Während im "House" die Republikaner wohl weiterhin mit einer Mehrheit rechnen können, dürfte es im "Senate" ein äußerst knappes Rennen geben. Hier wollen die Demokraten die Mehrheit zurück erobern.

Liveticker ab Dienstag Abend


Am Abend starte ich mit dem letzten Liveticker zur Präsidentschaftswahl 2016. Darin wird es die letzten Infos und Berichte vom Wahltag geben, Eure Abstimmungsergebnisse, evtl. noch Last-Minute-Umfragen, erste Angaben zur Wahlbeteiligung. In etwa ab Mitternacht, wenn die ersten Wahllokale schließen, wird es dann ernst. Aus 50 grauen Bundesstaaten + Washington D.C. wird im Laufe der Nacht eine blau-rote Karte. Evtl. sind bereits ab 02:00 Uhr - 03:00 Uhr erste fundierte Erkenntnisse zum Ausgang der Wahl möglich, es kann aber auch deutlich später werden. Ich freue mich auf eine spannende Nacht, vielleicht auch mit der einen oder anderen Überraschung.

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Montag, 7. November 2016

Entwarnung für Clinton: FBI will weiter keine Anklage wegen E-Mail-Affäre

Hillary Clinton
Hillary Clinton kann wieder aufatmen
Als FBI-Chef James Comey vor gut einer Woche verkündete, dass das FBI wieder neue Ermittlungen zu Clintons E-Mails vornehme, war dies ein schwerer Schlag ins Kontor der demokratischen Wahlkämpfer. So kurz vor der Wahl erneut ins Visier des FBI zu geraten, war denkbar ungünstig und auch ungewöhnlich. So schlecht das Timing für Clinton auch war, so erleichternd und befreiend dürfte nun die heutige Mitteilung des FBI gewesen sein, dass die Ermittlungen keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten Hillary Clintons ergeben haben. Demnach verändere das FBI auch nicht seine Haltung aus dem Sommer, wonach es keine Anklage geben sollte.

Diese Entscheidung des FBI, zwei Tage vor der Wahl, könnte Clinton nochmal Rückenwind geben. Diejenigen, die aufgrund der neuerlichen Ermittlungen zögerten, Clinton zu unterstützen, dürften es nun leichter haben, ihre Stimme der Demokratin zu geben. Und dennoch bleibt ein gewisser Schaden für Clintons Wahlkampf bestehen. Auch wenn der möglicherweise letzte Eindruck vor dem Wahltag zu ihren Gunsten ausfällt, beherrschten die kritischen Schlagzeilen um Clintons E-Mail-Affären die öffentliche Berichterstattung der letzten Woche. Dadurch rückte ihr Herausforderer Donald Trump etwas aus dem negativen Rampenlicht. Dass es ihr in den Umfragen geschadet hat, war nicht zu übersehen. Das dürfte allerdings weniger entscheidend sein, da es sich ja nur um Momentaufnahmen handelt und der relevante Wahltag erst noch ansteht. Lediglich auf die Early Voters, also Wählerinnen und Wähler, die bereits ihre Stimme vorab abgegeben haben, könnte dies zählbare Auswirkungen gehabt haben.

Join us as we play the clip from yesterday's press conference by FBI director James Comey. Listen LIVE at http://ift.tt/1NtUC1A
FBI-Direktor James Comey
Insgesamt ist aber in Hinblick auf die FBI-Ermittlungen auch festzuhalten, dass die Tatsache als solche vermutlich gar nicht so entscheidend sein dürfte. Jene die wirklich ein Problem mit Clintons E-Mail-Nutzung haben, dürften sich schon längst von der Demokratin abgewandt haben. Andere, die das als nicht sonderlich wichtig einstufen, werden sich deswegen ohnehin nicht gegen Clinton entscheiden. Erst recht nicht, wenn am Ende feststeht, dass Clinton nichts Strafbares vorzuwerfen ist. Wäre das FBI zu einer anderen Entscheidung gekommen, wäre dies für Clinton fatal gewesen. Aber so ist der Start in einen guten letzten Wahlkampftag für die Demokratin geebnet. 

Sonntag, 6. November 2016

Clinton kann laut Umfragen Abwärtstrend stoppen, aber noch längst nicht durchatmen

Im Wahlkampfendspurt haben sich in den Umfragen zwei wesentliche Trends abgezeichnet. Zunächst konnte Hillary Clinton massiv von der umfassenden Negativkritik an Trumps ungewollt veröffentlichten vulgären Äußerungen gegenüber Frauen profitieren. Der Republikaner hatte zunächst mit einem Abschwung zu kämpfen, der ihn bereits dicht an den Rand eines K.O. brachte. Durch seine mäßigen bis guten TV-Auftritte konnte er sich aber über Wasser halten. Zwar machte Clinton keine Fehler, sie versäumte es aber, Trump den letzten Stoß mitzugeben.
Der Abwärtstrend für die Demokratin setzte dann bereits ein, kurz bevor ihre E-Mails die Schlagzeilen beherrschten. Sei es durch Wikileaks oder aber auch durch die FBI-Ermittlungen, sie war in der Defensive. Diese Entwicklung beschleunigte den Prozess der sinkenden Umfragewerte nochmals.
Aus einer komfortablen Mehrheit für Hillary Clinton ist eine Zitterpartie geworden. Donald Trump scheint die traditionell republikanischen Staaten gesichert zu haben und darüber hinaus ist das Rennen in den Swing States offen. Trump hat sich bis auf Schlagdistanz an Clinton herangekämpft. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er auch den einen oder anderen Swing State gewinnen, wie etwa Ohio oder Iowa. Ob er aber wirklich im Gesamtergebnis an Clinton vorbeiziehen kann, bleibt fraglich.
Für Hillary Clinton scheint es so, als würde der klare Negativtrend in den Umfragen weitgehend gestoppt zu sein. Von einem freien Fall ins Bodenlose ist demnach nicht zu sprechen. Sie bleibt die Favoritin für die Wahlnacht. Für Trump müsste einfach alles passen, sein Sieg wäre schon eine bittere Enttäuschung für die Demokraten.

Hier findet Ihr die aktuellen Umfragewerte für die wichtigsten Bundesstaaten.
und
hier geht es zur aktuellen Kartenübersicht mit einer Prognose auf Basis der Umfragen.

Wahlkampfendspurt: Die letzten Termine der Kandidaten


Die letzten beiden Tage des Wahlkampfs setzen die Protagonisten nochmal auf die persönliche Präsenz in den wichtigsten Bundesstaaten.

Republikaner überraschend in Minnesota


Nachdem Trump heute von Florida über North Carolina nochmal in den Westen reiste und dort seinen Wahlkampf in den Bundesstaaten Nevada und Colorado fortsetzte, startet er am Sonntag einen wahren Reisemarathon. Er konzentriert sich zunächst etwas überraschend nochmal auf die Bundesstaaten Iowa und Minnesota. Insbesondere letzterer gilt eigentlich nicht als Swing State und wird sicher den Demokraten zugerechnet. Danach besucht er dann am Abend innerhalb von 4 bis 5 Stunden drei weitere Bundesstaaten. Es geht über Michigan weiter nach Pennsylvania. Am späten Abend schließt er den Tag noch mit einer Rede in Virginia ab.
Am Montag dann geht es am Morgen bereits in Florida weiter. Über North Carolina und abermals Pennsylvania schließt Trump dann seinen Wahlkampf zusammen mit Vizekandidat Mike Pence in Manchester, New Hampshire ab.
Mike Pence ist am Sonntag in Florida, North Carolina und New Hampshire. Am Montag vor dem Abschluss mit Trump ist der Vizekandidat noch in Minnesota, Michigan und Pennsylvania unterwegs.
Die Familie Donald Trumps ist natürlich ebenfalls noch mit Stimmenfang und Mobilisierung beschäftigt.

Trumps Tour am Sonntag und Montag: Iowa > Minnesota > Michigan > Pennsylvania > Virginia > Florida > North Carolina > Pennsylvania > New Hampshire

Pence Tour am Sonntag und Montag: Florida > North Carolina > New Hampshire > Minnesota > Michigan > Pennsylvania > New Hampshire

Demokraten versuchen sich breit aufzustellen


Das Lager um Hillary Clinton zeigt sich insgesamt nicht weniger reisefreudig. Am Sonntag startet die Demokratin in Ohio und reagiert anschließend auf das Erstarken Trumps in New Hampshire mit persönlicher Präsenz vor Ort in Manchester. Am Montag startet sie in North Carolina und fliegt dann weiter nach Michigan. Zu einem großen Wahlkampfabschluss kommt es dann in Philadelphia, Pennsylvania bei einem gemeinsamen Auftritt u. A. mit den Familien Clinton und Obama.
Der amtierende US-Präsident Obama (in Florida, Michigan, New Hampshire und Pennsylavnia), dessen Vize Joe Biden (in Pennsylvania) , Senator Bernie Sanders (in Arizona und Nevada) und auch Ehemann Bill (in Michigan und Pennsylvania) und Tochter Chelsea Clinton (in Pennsylvania) sind in den kommenden 48 Stunden ebenfalls nochmal fleißig unterwegs.
Vizekandidat Tim Kaine ist am Sonntag in Wisconsin und am Montag in nach einer Rede in North Carolina noch zusammen mit dessen Ehefrau Anne Holton im Heimatbundesstaat Virginia aktiv.

Alle persönlichen Auftritte werden natürlich flankiert durch unzählige Wahlwerbespots in TV und Radio. Die sozialen Netzwerke werden ebenfalls nochmals massiv zum Wahlkampf genutzt.

Im Senat könnte der geplante Wechsel hin zu einer Mehrheit der Demokraten platzen


Im Senat könnte sich derweil der Trend in Richtung der Republikaner drehen. Nach aktuellen Umfragen könnten sie evtl. knapp ihre Mehrheit verteidigen. Aber auch hier gilt, dass der Ausgang keineswegs gewiss ist. Käme es so, müsste Hillary Clinton als US-Präsidentin gegen/mit einen komplett republikanisch dominierten Kongress arbeiten. Würde Trump ins Weiße Haus ziehen, hätte er zumindest vom Papier eine deutlich bessere Ausgangsposition.
Hier gibt es alle wichtigsten Infos und aktuelle Umfragen zu den Kongresswahlen, die ebenfalls am Dienstag stattfinden.

Freitag, 4. November 2016

Trump freut sich über New Hampshire und Arizona. Clintons Abwärtstrend in Florida scheint gestoppt.

New Hampshire wird wieder Swing State


Als ich gestern in Trumps Eventplaner gelesen habe, dass er am heutigen Freitag neben Pennsylvania und Ohio auch noch New Hampshire bereisen wird, um dort eine Rede im Atkinson Country Club zu halten, hatte ich im ersten Moment gedacht, dass dieser Auftritt an anderer Stelle besser platziert gewesen wäre, da Clinton hier doch einen relativ komfortablen Vorsprung in den Umfragen hatte und die 4 Wahlmännerstimmen zuletzt regelmäßig an die Demokraten gingen. 24 Stunden später veröffentlichen drei Meinungsforschungsinstitute neue Umfragen für New Hampshire. In zwei dieser Umfragen liegt Trump nun vor Clinton, der dritte sieht beide gleichauf. New Hampshire reiht sich also auch wieder in die inzwischen recht große Anzahl an Swing States ein. Am Montag wird Präsident Obama nochmal nach New Hampshire reisen, um für seine frühere Außenministerin zu werben.


Trump scheint Republikaner hinter sich bringen zu können


Was in den letzten Tagen in den Umfragen zu erkennen ist, deutet weniger auf eine Schwäche Clintons hin. Es ist eher das Erstarken Trumps, was den Ausgang in vielen Bundesstaaten wieder offener erscheinen lässt. So scheint es Donald Trump wenige Tage vor dem Wahlgang zu gelingen, die Republikaner und Unentschlossene verstärkt hinter sich zu bringen. In klassischen republikanischen Staaten wie Texas oder Missouri legte er in den Umfragen deutlich zu. Ähnliches Bild in Utah und Arizona. Noch vor einer Woche schien es so, als könnte der unabhängige Republikaner Evan McMullin Trump den Sieg im Mormomenstaat streitig machen. Aber auch hier stabilisieren sich die Werte Trumps. Im Schnitt liegt er fast 10% vorn. In Arizona sah es eine Zeit lang so aus, als könnte den Demokraten hier evtl. eine Überraschung gelingen. Die Werte Trumps verbesserten sich aber auch hier, er liegt im Schnitt nun rund 3-4 % vor Clinton.


***Alle aktuellen Umfragen für die wichtigsten Bundesstaaten und Swing States findet Ihr hier.


Kein eindeutiger Trend in Florida


So bemerkenswert der kurzfristige Aufschwung in den Umfragen für Trump auch ist, es darf nicht darüber hinweg gesehen werden, dass die Umfragewerte ebenso schnell auch wieder in die andere Richtung kippen können. Und es bleibt dabei: Der Republikaner darf sich kaum ein Schwäche in den großen Staaten Ohio, North Carolina, Pennsylvania und schon gar nicht in Florida leisten. Die positive Nachricht für Hillary Clinton ist, dass sie in Florida den Abwärtstrend in den Umfragen stoppen konnte und wieder ganz knapp vor dem Republikaner liegt. Hier wechselt die Spitzenposition aber auch nahezu täglich. Eine seriöse Prognose für den mit 29 Wahlmännerstimmen so wichtigen Sunshine State ist kaum möglich.

Mittwoch, 2. November 2016

Trump holt in Umfragen weiter auf - Wo setzen die Kandidaten nun ihre Schwerpunkte?

Der Präsidentschaftswahlkampf befindet sich langsam aber sicher in der finalen Phase. Noch vor einer Woche verfügte die Demokratin Clinton laut Umfragen über eine relativ komfortable Führung. Inzwischen haben sich die Umfragewerte für ihren Konkurrenten signifikant verbessert. Clintons Vorsprung in landesweiten Umfragen hat sich praktisch halbiert. In wichtigen Bundesstaaten hat Trump merklich aufgeholt.
Zum einen kann Trump etwas entspannter nach Texas, Missouri und Georgia blicken, wo sich seine Führung wieder stabilisiert hat. Die wichtigsten Änderungen hat es aber in den Swing States gegeben. In Ohio und Arizona liegt Trump nun schon 3% vor Clinton. In Florida, Nevada und North Carolina liegen die beiden Kandidaten kaum 1% auseinander, auch hier die Tendenz eher zu Gunsten Trumps. Besonders in North Carolina ist es für die Demokratin ärgerlich, da Clinton hier noch vor wenigen Tagen einen Vorsprung von 3-4 % hatte.
Mit Blick auf die bereits bekannten drei Bedingungen für einen Erfolg Trumps, ist auch immer ein Blick auf Pennsylvania, Colorado, Virginia, Michigan und Wisconsin wichtig. Einen dieser Staaten müsste Trump wohl schon holen müssen. In allen Bundesstaaten liegt Clinton noch vorne. Aber in Pennsylvania und Colorado ist ihr Vorsprung auf 3-4% zusammengeschmolzen.

Alle relevanten Umfragen aus den Swing States im Überblick.

Die jüngsten Bewegungen bei den Meinungsforschungsinstituten zeigen, wie schnell sich die gesamte Lage verändern kann. Es muss auch immer berücksichtigt werden, dass es auch noch einige Prozent unentschlossene Wähler gibt und die Umfragen auch je nach Institut eine gewisse Fehlermarge zwischen 1-4 % aufweisen.
Kurz gesagt, eine verlässliche Auskunft über den konkreten Ausgang der Wahl ist bei einem so engen Stand kaum möglich. Es scheint, als könnte die Tagesform der Kandidaten am Ende ausschlaggebend sein. Also wer hat die positiven und wer die negativen Schlagzeilen in der letzten Woche? Wer setzt wo die richtigen Schwerpunkte in den letzten Tagen?



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Sechs Tage vor dem Election Day gilt es nun für die Kandidaten die richtige Strategie für den Wahlkampfendspurt zu wählen. Neben unzähligen Werbespots in Funk und Fernsehen geht es vor allem auch darum, nochmal persönlich vor Ort präsent zu sein und die eigene Basis zu mobilisieren. Blickt man auf die Landkarte müssten sich die Kandidaten schon mehrfach teilen, um überall dort zu sein, wo es eng werden könnte. Realistisch ist aber, dass Clinton und Trump max. zwei bis drei Bundesstaaten pro Tag bereisen können. Man darf auch nicht vergessen, dass beide Kandidaten seit mehr als einem Jahr im Wahlkampf sind. Umso wichtiger ist es, ein starkes Team von prominenten Rednern hinter sich zu wissen, die ebenfalls einige Staaten abdecken können. In diesem Punkt hat Hillary Clinton einen deutlichen Vorteil. Die Demokratin kann auf die Unterstützung von Präsident Obama und Vizepräsident Biden setzen. Außerdem unterstützen sie neben ihrer Familie auch ihr größter Konkurrent im Vorwahlkampf Bernie Sanders oder auch die einflussreiche Senatorin Elizabeth Warren. Auch Clintons Vizekandidat Tim Kaine nimmt ihr einige Aufgaben ab.
Bei den Republikanern, bzw. bei Donald Trump, sieht das Feld prominenter Unterstützer etwa dünner aus. Öffentliche Reden halten auch seine Ehefrau Melania sowie die Kinder Ivanka, Eric und Donald Jr. Eine ganz wesentliche Rolle übernimmt natürlich auch Vizekandidat Mike Pence. Ansonsten setzt Trump hauptsächlich auf Werbung via TV und Fernsehen sowie die sozialen Netzwerke.
Anbei eine Übersicht, die zeigt, wo die Kandidaten bis zum Wochenende ihre Schwerpunkte setzen werden, ehe es dann je nach Lage weitere Auftritte in den letzten Tagen geben wird.


Bundesstaat Mittwoch Donnerstag Freitag
Florida
Joe Biden
Donald Trump
Barack Obama
Donald Trump
Tim Kaine
Mike Pence
Pennsylvania
Donald Trump
Mike Pence
Melania Trump
Hillary Clinton
Donald Trump
North Carolina Barack Obama
Hillary Clinton
Bernie Sanders
Donald Trump
Barack Obama
Mike Pence
Arizona
Hillary Clinton
Mike Pence
Tim Kaine
New Mexico Mike Pence

Colorado
Chelsea Clinton
Mike Pence

Bill Clinton
Iowa Tim Kaine
Mike Pence
Bernie Sanders
Michigan
Bernie Sanders
Donald Jr.
Ivanka Trump
Mike Pence
Hillary Clinton
Mike Pence
Eric Trump
Nevada Hillary Clinton


Ohio
Bernie Sanders Hillary Clinton
Donald Trump
New Hampshire

Chelsea Clinton
Donald Trump
Wisconsin
Bernie Sanders
Chelsea Clinton
Chelsea Clinton
Joe Biden
Die Übersicht stellt meinen Kenntnisstand vom 02.11.2016 dar. Veränderungen und/oder Ergänzungen sind natürlich je nach Lage möglich. Auch sind nicht alle Politiker, die aktuell in den Wahlkampf eingreifen aufgeführt. Zu beachten sind natürlich auch die zahlreichen Wahlkampfveranstaltungen zu den Kongresswahlen, die sich quer durch das Land verteilen.

Beschränkt man sich auf die beiden Spitzenkandidaten, ist klar erkennbar, wo der Fokus in den nächsten Tagen liegen wird. Donald Trump will die auch dringend benötigten Big Points in Florida, Pennsylvania und North Carolina. Er benötigt praktisch alle drei Staaten.
Hillary Clinton setzt darauf, eben jene Big Points selbst einzufahren. Zudem gibt es noch einen Auftritt mit dem Rapper Jay Z. in Philadelphia, Ohio am Freitag. Florida decken bis zum Wochenende Präsident Obama, dessen Vize Joe Biden und Vizekandidat Tim Kaine ab. Trumps Vizekandidat Mike Pence versucht, Clinton am heutigen Mittwoch die Schlagzeilen in Arizona nicht kampflos zu überlassen und begibt sich dann über Iowa auch in die entscheidenden Swing States.


Dienstag, 1. November 2016

Wikileaks-Enthüllung - Clinton-Team soll Hinweise auf Fragen vor TV-Debatte erhalten haben

Schon häufiger wurde der Vorwurf erhoben, das Democratic National Committeee, also die Organisationsführung der Demokraten in den USA, habe Hillary Clinton gegenüber Bernie Sanders Vorteile im Wahlkampf verschafft, um die frühere Außenministerin als Nominierte der Demokraten durchzusetzen.
Bereits im Sommer musste in diesem Zusammenhang die Vorsitzende Debbie Wassermann-Schultz zurücktreten. Nachfolgerin an der Parteispitze wurde Donna Brazile, die auch eine der führenden politischen Kommentatorinnen beim US-Sender CNN war. Die Beendigung der Zusammenarbeit zwischen Brazile und CNN wurde gestern durch den Sender bestätigt. Zuvor wurde bereits verkündet, dass Brazile, allein aufgrund ihrer Eigenschaft als DNC-Vorsitzende zumindest nicht mehr die Rolle einer politischen Kommentatorin einnehmen werde.

In den durch Wikileaks veröffentlichten Daten sind E-Mails aufgetaucht, aus denen hervorgeht, dass dem Wahlkampfteam Clintons bereits mehrfach im Vorfeld von TV-Debatten oder Town Halls Informationen zu den dort gestellten Fragen zugespielt wurden. Die E-Mails stammten von Donna Brazile, damals noch Mitarbeiterin bei CNN. Demnach soll Brazile mitgeteilt haben, dass es z. B. während einer TV-Debatte Anfang März zwischen Clinton und Sanders eine Frage aus dem Publikum zum Thema Trinkwasservergiftung in Flint., Michigan geben werde.
Diese Information ist zwar inhaltlich nicht sonderlich entscheidend, weil der TV-Auftritt der Demokraten kurz vor dem wichtigen Primary in Michigan stattfand und die Wasserkrise in Flint ohnehin in aller Munde war, dennoch ist der Umstand einer solchen Informationsweitergabe belastend. In einem späteren Fall sei es um Informationen zu Fragen der Todesstrafe gegangen.

Die Veröffentlichung dieser E-Mail ist für Clinton überhaupt nicht hilfreich. Die Probleme, die sie durch die E-Mail-Affäre aus den Wikileaksenthüllungen hat und auch die FBI-Ermittlungen zu ihrem Umgang mit eingestuften E-Mails bestimmen derzeit die Negativschlagzeilen in den US-Medien. Donald Trump ist demnach etwas aus der medialen Schusslinie heraus. Die Umfragewerte beider Kandidaten haben sich wieder angenähert. Die neueste Veröffentlichung dürfte nun nochmal alte Wunden bei den Sanders-Anhängern aufreißen lassen. Im Sanders-Lager wurde schon während der Vorwahlen immer wieder beklagt, dass das DNC Clinton einen Vorteil verschaffen wolle. Nun wenige Tage vor der Wahl daran nochmal in dieser Form bestätigend erinnert zu werden, könnte zu einer weiteren Demotivation bei den Demokraten führen.

Allerdings könnte Donald Trump schon in Kürze wieder eine alte Diskussion einholen. Die New York Times hat einen Bericht veröffentlicht, die sich auf die Vermeidung von Steuerzahlungen des Republikaner zu Beginn der 90er Jahre beziehen. Demnach könnten diese "Steuertricks" bereits zum damaligen Zeitpunkt verboten gewesen sein. Bislang hatte sich Trump immer damit gerühmt, die bestehenden Gesetze, bzw. entsprechende Schlupflöcher legal zu seinen Gunsten ausgenutzt zu haben.