Mittwoch, 18. September 2019

Kandidaten der Republikaner in der Übersicht

Parteiinterne Herausforderer Trumps wohl chancenlos


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Amtsinhaber Donald Trump
Von DOD photo by U.S. Air Force Staff Sgt. Jette Carr
Gemeinfrei, Link

Anders als im Jahr 2016, als Republikaner und Demokraten im Rahmen der Vorwahlen ihre Kandidaten wählten, wird es bei den Vorwahlen in den USA 2020 wohl lediglich bei den Demokraten spannend. Grund dafür ist, dass der republikanische Amtsinhaber Donald Trump für eine zweite Amtszeit kandidieren will. In solchen Fällen gibt es meist keine ernsthaften parteiinternen Gegenkandidaten. So beschränkt sich das Bewerberfeld bei den Republikanern bislang, neben dem Präsidenten selbst, auf drei Herausforderer, denen aber keine nennenswerten Chancen eingeräumt werden, die Nominierung Trumps ernsthaft zu gefährden.
Sollte Donald Trump, aus welchen Gründen auch immer, nicht zu den Vorwahlen antreten, würden zudem gewiss auch prominentere Republikaner ins Rennen einsteigen.


 

Bundesstaaten verzichten auf Primaries


Die jeweiligen Parteivertretungen der Republikaner in den Bundesstaaten Nevada, South Carolina, Kansas und Arizona haben bereits verkündet, auf Vorwahlen zu verzichten und unterstützen Donald Trump. Diese Entscheidung stieß zwar auf Kritik bei den Gegenkandidaten, allerdings ist diese Verfahrensweise auch nicht ungewöhnlich. Bei früheren Vorwahlen (Bush, Reagan, Clinton, Obama) haben in einzelnen Fällen beide Parteien ähnlich gehandelt.
Dennoch kritisieren Trumps parteiinterne Herausforderer die Entscheidung ihrer Partei. Den republikanischen Anhängern, sollte die Wahlmöglichkeit nicht genommen werden, heißt es. Sie sollten auch eine Stimme erhalten und alle Kandidaten müssten die gleichen Chancen haben.

Es dürfte sich aber ohnehin um eine theoretische Debatte handeln. Denn eines zeigen sämtliche Umfragen ganz deutlich. Donald Trump kann auf die Unterstützung sehr großer Teile seiner Partei bauen. Demnach käme er bundesweit auf rund 85 % der Stimmen bei republikanischen Vorwahlen. Seine Herausforderer liegen jeweils nur zwischen 2-3 %.

Trumps GOP-Herausforderer in der Kurzübersicht

 

Bill Weld


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Bill Weld
Von 
Gary Johnson from Taos, NM
 
BillWeld5x7 (2)CC BY 2.0Link

Der 74-jährige Bill Weld war von 1991 bis 1997 republikanischer Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts. Zum Ende seiner Amtszeit trat er für einen Senatssitz Massachusetts im US-Kongress an, unterlag 1996 jedoch gegen den Demokraten John Kerry.
Weld gilt als eher liberaler Republikaner und positionierte sich in der Vergangenheit auch mal deutlich abweichend zur Parteilinie.

Bei der US-Präsidentschaftswahl 2008 sprach er sich gegen den Republikaner John McCain und für den Demokraten Barack Obama aus. Bei den Vorwahlen unterstützte er jedoch noch Mitt Romney, der dann aber gegen McCain unterlag.

Bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 war Weld der Vizepräsidentschaftskandidat der Libertarian Party und damit Running Mate des Spitzenkandidaten Gary Johnson. Das Duo Johnson/Weld kam bei der General Election immerhin auf knapp 4,5 Mio Stimmen, was einem Anteil von etwa 3,28 % entsprach. Wahlmännerstimmen konnten sie jedoch keine gewinnen.

Am 15.04.2019 verkündete Bill Weld schließlich, dass er Donald Trump in den Vorwahlen der Republikaner herausfordern wolle.
Gesellschaftspolitisch steht Weld in Teilen eher den Demokraten näher. So setzt er sich bei der Frage nach Abtreibungen klar für die Entscheidungsfreiheit der Frauen ein. Zudem ist er ein Verfechter von LGBT-Rechten, inkl. der gleichgeschlechtlichen Ehe.
Weld selbst bezeichnet sich als klassisch konservativ, da er insbesondere eine libertäre Finanz- und Außenpolitik vertritt. Die USA sollten seiner Meinung nach militärische Truppen aus dem Ausland abziehen, das Militärbudget kürzen und mehr Geld für innenpolitische Themen einsetzen.

Offizielle Wahlkampfseite Bill Weld








Joe Walsh


Congressman Joe Walsh, Nationally Syndicated Radio Host
Joe Walsh
Joe Walsh ist 57 Jahre alt und stammt gebürtig aus Illinois. Einen Wahlbezirk Illinois vertrat Walsh in den Jahren 2011-2013 im US-Repräsentantenhaus.

Nachdem er 2012 die Wiederwahl verpasste, erreichte Walsh kein politisches Amt mehr. Zuletzt war Walsh als Radio-Moderator beim Salem Radio Network tätig.
Nachdem Walsh am 25.08.2019 seine Kandidatur verkündete, beendete er seine Zeit beim Radio.

Joe Walsh gilt als konservativer Republikaner und Anhänger der Tea-Party-Bewegung. Politisch liegt er in vielen Fragen auf Linie des US-Präsidenten. Walsh kritisiert aber Trump persönlich für dessen Stil, das Amt auszuüben und hält ihn moralisch für ungeeignet.  


Offizielle Wahlkampfseite Joe Walsh



















Mark Sanford

UPDATE, 12.11.2019: Mark Sanford beendet Kandidatur.


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Mark Sanford

Der 59-jährige Mark Sanford stammt gebürtig aus Florida. 
Von 1995 bis 2001 vertrat er einen Wahlbezirk South Carolinas im US-Repräsentantenhaus. Anschließend wurde er Gouverneur von South Carolina und hatte diesen Posten von 2003 bis 2011 inne, ehe er dann wieder in das Repräsentantenhaus wechselte und bis Anfang 2019 weiter aktiv war. Bei den Midterm Elections 2018 trat er nicht mehr an.


Am 08.09.2019 verkündete Sanford offziell, bei den republikanischen Vorwahlen 2020 gegen Amtsinhaber Trump anzutreten.

Sanford gilt als äußerst libertärer Kandidat. Im US-Kongress engagierte er sich zuletzt 2017 besonders stark für eine völlige und ersatzlose Streichung von Obamacare, der Gesundheitsreform des Vorgängers Donald Trumps. Sein Wahlkampfmotto lautet: "Fiscal Conservative". Finanzpolitisch wird Sanford eine kompromisslose Haltung nachgesagt. Eine massive Steuersenkung und eine damit verbundene Verschlankung der staatlichen Verwaltungs- und Sicherungssysteme gehört zu den obersten Zielen Sanfords.

Offizielle Wahlkampfseite Mark Sanford

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