Montag, 24. September 2018

Senat: Stichwahl bei Special Election in Mississippi

Update, 28.11.2018

Die Republikanerin Cindy Hyde-Smith hat die Stichwahl gewonnen. Sie setzte sich mit 53,9 % gegen den Demokraten Mike Espy durch, der auf 46,1 % kam.

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Update, 09.11.2018

Am 27.11.2018 kommt es zur Stichwahl zwischen Cindy Hyde-Smith und Mike Espy.
Bei den Midterm Elections wurden folgende Ergebnisse für Mississippi 2 erzielt:

Cindy Hyde-Smith, Rep: 41,6 %
Mike Espy, Dem: 40,4 %
Chris McDaniel, Rep: 16,6 %
Tobey Bartee, Dem: 1,4 %

Cindy Hyde-Smith gilt nun als Favoritin, da sich auch ihr parteiinterner Widersacher Chris McDaniel für sie ausgesprochen hat.

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Vom 24.09.2018:

Eine Besonderheit bei den diesjährigen Senatswahlen gibt es bei der Special Election in Mississippi. Neben dem regulär zu wählenden Senatssitz von Amtsinhaber Roger Wicker (Republikaner), Update: dessen Wiederwahl am 06.11.18 gelang, kommt es zu einer Nachwahl um den zweiten Senatssitz.


Cindy Hyde-Smith
Interimssenatorin Hyde-Smith
Im Frühjahr trat Senator Thad Cochran aus gesundheitlichen Gründen zurück. Cochran saß bereits seit 40 Jahren für den Bundesstaat Mississippi im US-Senat. Der Gouverneur von Mississippi erklärte die Republikanerin Cindy Hyde-Smith zur Nachfolgerin von Cochran. Hyde-Smith stellt sich nun zur Wahl. 
In dieser Special Election gibt es die Besonderheit, dass es am Tag der Kongresswahlen einen Open Primary geben wird. Mehrere Kandidaten treten gegeneinander an, ohne dass deren Parteizugehörigkeit auf dem Wahlzettel steht. Eine Vorauswahl innerhalb der Parteien entfällt. Erreicht keiner der Kandidaten eine Mehrheit von 50 % kommt es drei Wochen später zu einer Stichwahl (Runoff) zwischen den beiden Kandidaten mit den besten Ergebnissen aus dem Open Primary.

Normalerweise haben die Demokraten in der jüngeren Vergangenheit in Mississippi keine realistische Chance, den Senator zu stellen. Der letzte demokratische Sieg bei Senatswahlen im "Magnolia State" liegt über 30 Jahre zurück.

In diesem Jahr treten drei aussichtsreiche Kandidaten/Kandidatinnen an. Neben der ernannten Senatorin Hyde-Smith möchte mit Chris McDaniel noch ein weiterer Republikaner den Senatssitz gewinnen. McDaniel forderte 2014 bereits Thad Cochran parteiintern heraus. Im Primary mit drei Kandidaten lag McDaniel mit 49,5% knapp vor dem Amtsinhaber (49,0%). Im Runoff unterlag McDaniel dann mit 49% zu 51%. Nun also ein erneuter Versuch.

Die Republikaner in Mississippi haben mit Hyde-Smith und McDaniel zwei recht unterschiedliche Kandidatinnen/Kandidaten zur Auswahl. Die ernannte Senatorin war früher bereits für die Demokraten politisch aktiv und ist heute eher dem republikanischen Establishment zuzuordnen. Chris McDaniel ist ein Vertreter des rechten Parteiflügels und der Tea-Party-Bewegung nahe.


Mike Espy 20120223-OCE-RBN-1281 (cropped)
Mike Espy
Der dritte aussichtsreiche Kandidat ist der Demokrat Mike Espy. 1986 wurde Espy für Mississippi in das US-Repräsentantenhaus gewählt. 1993 berief ihn der damalige US-Präsident Bill Clinton als Landwirtschaftsminister in sein Kabinett. Nach dieser Zeit zog sich Mike Espy aus der vordersten Reihe der Demokraten zurück und nahm keine besonderen politischen Ämter mehr wahr.

Die Wahl ist wegen des Open Primary schwer zu prognostizieren. Cindy Hyde-Smith gilt allgemein als Favoritin. Sie ist als Interimssenatorin eingesetzt worden und liegt in Umfragen auch durchweg vor Chris McDaniel.
Zudem hat Hyde-Smith auch mit Abstand die meisten Spendengelder einsammeln können. Der Demokrat Mike Espy gilt als zweiter Favorit auf das Erreichen des Runoffs. Da sich die Republikaner untereinander die Stimmen wegnehmen werden, dürfte Espys Einzug in die Stichwahl ziemlich sicher sein.

Die Chancen der Demokraten auf einen Sieg in Mississippi sind trotz des teils gespaltenen Lagers der Republikaner eher gering. Zwar hat Espy die besseren Umfragewerte gegenüber McDaniel, dass es aber zu eben dieser Stichwahl kommen wird, ist eher unwahrscheinlich.
Im vermutlichen Duell Smith-Hyde gegen Espy lassen die Umfragen zumindest eine Restchance für Espy offen. Grundsätzlich liegt die Republikanerin in einem Zwei-Kandidaten-Rennen vor dem Demokraten. Espy müsste schon darauf hoffen, dass er im Open Primary deutlich vor den beiden GOP-Kandidaten liegt, die Demokraten damit nochmal besonders für den Runoff mobilisiert und gleichzeitig einige Republikaner enttäuscht von der Stichwahl fernbleiben, weil ihr Kandidat es nicht über den Primary hinaus geschafft hat.
Das sind aus meiner Sicht zu viele Eventualitäten, aber eine bessere Einschätzung wird wohl erst nach den Ergebnissen des Primary möglich sein.

Ein Hinweis noch zur Stichwahl. Sollte die Sitzverteilung im Senat nach den regulären Midterm Elections auf Patt stehen, bzw. mit einem Sitz ein Patt möglich sein, könnte die Stichwahl in Mississippi drei Wochen später zum Zünglein an der Waage werden. Sollte die Frage, wer künftig im Senat die Mehrheit hat, nur über diesen einen Sitz von Mississippi beantwortet werden können, dürften sich wohl sämtliche Wahlkämpfer auf den Weg gen Süden machen. 

Sollten die Entwicklungen in Mississippi ein offenes Rennen vermuten lassen, werde ich hier rechtzeitig nochmals darauf eingehen. 

Freitag, 21. September 2018

Senat: Menendez vs Hugin in New Jersey

Eigentlich gilt New Jersey auch bei Wahlen zum US-Senat als relativ sicherer Bundesstaat für die Demokraten. Auch der erneut zur Wiederwahl anstehende Robert Menendez gilt als Favorit. Aber seine Beliebtheitswerte und der Vorsprung in den Umfragen haben wegen eines zurückliegenden Korruptionsverfahrens gegen den Demokraten etwas gelitten. Das Verfahren endete mit einem Patt ergebnislos, die Ermittlungen wurden später eingestellt, aber ein negativer Eindruck könnte bei einigen Wählerinnen und Wählern hängen geblieben sein. Eine Chance, die sich dem Republikaner Bob Hugin bietet, der durchaus auch für Demokraten eine wählbare Alternative darstellt.

Robert Menendez, Demokrat

Robert Menendez official Senate portrait (cropped)Der 64-jährige gebürtige New Yorker, Robert Menendez gehörte zu den einflussreichsten Senatoren der Demokraten. Er war bis zum Mehrheitswechsel Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Senat der Vereinigten Staaten von Amerika. Das außenpolitische Profil des Senators ist eher als interventionistisch zu bezeichnen.
In Folge des vorgenannten Korruptionsverfahrens zog sich Menendez aus der vordersten Spitze der Demokraten zurück. Erst nach Abschluss der Ermittlungen, entschloss sich der Demokrat, erneut für den US-Senat zu kandidieren.
Menendez ist seit den 80er Jahren in der Politik New Jerseys aktiv. 1992 wurde er in das US-Repräsentantenhaus gewählt und insgesamt sechs Mal wiedergewählt. 2006 wechselte er dann in den US-Senat und gewann 2006 und 2012 jeweils eine komfortable Mehrheit gegen die Republikaner.


Bob Hugin, Republikaner

Robert J. HuginBob Hugin könnte die "Wundertüte" bei den diesjährigen Senatswahlen sein. Der politisch eher unerfahrene Republikaner sieht sich selbst eher als überparteilicher und unabhängiger Kandidat. Finanzpolitisch vertritt er eher die Positionen seiner Partei. Bei gesellschaftspolitischen Themen wie Abtreibung, gleichgeschlechtlicher Ehen oder der Zuwanderung würde man ihn eher den Demokraten zuordnen. Der in der Pharmaindustrie beheimatete Geschäftsmann könnte damit auch für verprellte ehemalige Menendez-Wähler eine ernsthafte Alternative sein.
Dieser Vorteil zieht jedoch nur, wenn er gleichzeitig auch die klassischen Republikaner inklusive der treuesten Trump-Anhänger mobilisieren kann. Dies darf zumindest in Hinblick auf sein teils liberales Profil in Frage gestellt werden. Ähnlich unsicher ist auch, wie sich seine mangelnde politische Erfahrung auswirken wird. Einerseits könnte es ein Nachteil sein, gegen den weitaus bekannteren und profilierten Demokraten Menendez anzutreten. Angesichts dessen Korruptionsaffäre könnte Hugin andererseits aber auch gerade davon profitieren, dass er eben nicht die klassische Politikerkarriere präsentieren kann. 

In den Umfragen ist deutlich zu erkennen, dass seit Verkündung Hugins Kandidatur für den US-Senat bis heute der Vorsprung Menendez klar gesunken ist. Lag der Demokrat im Frühjahr noch rund 20 % vor dem Republikaner, ist mit zunehmender Bekanntheit Bob Hugins der Vorsprung auf inzwischen durchschnittlich 4% zusammengeschmolzen.
Aus diesem Grund wird das Rennen in New Jersey von einigen Beobachtern auch als offen angesehen. Strukturell bleiben die Demokraten im "Garden State" jedoch in der Favoritenrolle.

Den aktuellen Umfragestand zu diesem und den weiteren Wahlen zum US-Senat habe ich Euch hier aufbereitet.

Bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 gewann Hillary Clinton in New Jersey mit gut 13% Vorsprung gegen Donald Trump. Den zweiten Sitz New Jerseys im US-Senat hält der Demokrat Cory Booker. Dieser Sitz steht bei den diesjährigen Midterm Elections nicht zur Wahl.

Mittwoch, 19. September 2018

Senat: Tester vs Rosendale in Montana

Montana, flächenmäßig der viertgrößte Bundesstaat der USA, wird bei Präsidentschaftswahlen regelmäßig wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Zu klar sind die Ergebnisse für die Republikaner, zu gering die Anzahl an Wahlmännerstimmen. Bei den Kongresswahlen und auch bei Gouverneurswahlen ist dies jedoch anders. Hier gelang es dem Demokraten Jon Tester 2006 einer knappe und 2012 eine etwas komfortablere Mehrheit gegen seine republikanischen Mitbewerber zu gewinnen. Auch in diesem Jahr scheint es wieder ein enges Rennen um den Senatssitz zu geben.

Jon Tester, Demokrat

JonTesterDer 62-jährige Jon Tester ist in Montana geboren und begann dort auch seine politische Laufbahn. Nach einigen Jahren als Senatspräsident des Bundesstaats wagte er die Kandidatur um einen Sitz im US-Senat in Washington und gewann knapp.
2012 bestritt er erfolgreich seine Wiederwahl und will nun in die dritte Amtszeit eintreten.
Tester ist in Montana beliebt und gilt als besonders bürgernah, heimatverbunden und pragmatisch. Dass er im republikanisch geprägten Montana Mehrheiten für sich gewinnen konnte, liegt wohl zudem auch daran, dass er in einigen Fragen (z. B. Zuwanderung, Freihandelsabkommen oder Waffenrecht) von den Demokraten teils abweichende Positionen vertritt und auch keine besondere Nähe zu dem in Montana nicht nur geografisch so fernen politischen Washington sucht. Testers Chancen, erneut auch die Stimmen einiger Republikaner für sich zu gewinnen, könnten aber in diesem Jahr etwas gesunken sein. Grund dafür ist ein Streit mit US-Präsident Trump über dessen Kandidaten zum Veteranenminister, dem Leibarzt des Präsidenten, Ronny Jackson. Tester, bei den Demokraten im Senat zuständig für Angelegenheiten der Veteranen hatte verschiedene Anschuldigungen gegen Jackson veröffentlicht, woraufhin dieser seine Nominierung zurückzog. Trump wies die Vorwürfe Testers zurück und forderte den Senator zum Rücktritt auf.

Matt Rosendale, Republikaner


Matt RosendaleDer 58-jährige Matt Rosendale ist seit 2017 amtierender "Auditor of Montana", ein gewählter staatlicher Rechnungsprüfer im jeweiligen Bundesstaat und Mitglied des Kabinetts des Gouverneurs von Montana. Zuvor wurde er 2010 in das Abgeordnetenhaus und später in den Senat von Montana gewählt. Über die Grenzen Montanas hinaus hat Rosendale insbesondere keine formellen politischen Erfahrungen aufzuweisen. In den Vorwahlen der Republikaner in Montana zur Nominierung ihres Kandidaten für den US-Senat konkurrierte Rosendale mit drei Gegenkandidaten. Die einfache Mehrheit reichte für die Nominierung aus. Rosendale erhielt 34% der Stimmen, während die anderen auf 28%, 19% und 19% kamen.

Die Umfragen für Montana zeigen einen sinkenden Vorsprung für Amtsinhaber Tester. Zuletzt lag der Demokrat in zwei Umfragen nur noch 2-3 % vor Matt Rosendale. 

Den aktuellen Umfragestand zu diesem und den weiteren Wahlen zum US-Senat habe ich Euch hier aufbereitet.

Den zweiten Sitz Montanas im US-Senat hält der Republikaner Steve Daines. Dieser Sitz steht bei den diesjährigen Midterm Elections nicht zur Wahl.

Dienstag, 18. September 2018

Senat: Cruz vs O'Rourke in Texas

Mit großer Spannung wird der Wahlkampf in Texas zu den Midterm Elections 2018 beobachtet. Die Wahlen zum US-Senat könnten im Lone Star State für die Republikaner zu einer unerwarteten Hängepartie werden. Ted Cruz war noch in den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2016 der schärfste Konkurrent Donald Trumps. Nun droht dem amtierenden Senator ein überraschendes Kopf-an-Kopf-Rennen, was auch über seine politischen Ambitionen in Washington entscheiden könnte. Solche Ambitionen könnte künftig auch sein Herausforderer Beto O'Rourke haben.
Heute allerdings deutet eine Umfrage daraufhin, dass der Demokrat wieder deutlicher zurück liegt.

Ted Cruz, Republikaner

Ted Cruz, official portrait, 113th CongressDer 47-jährige in Kanada geborene Ted Cruz wurde 2012 zum Senator für den Bundesstaat Texas gewählt. Damals setzte er sich mit rund 16 % Vorsprung gegen den Demokraten Paul Sadler durch. 2016 strebte der konservative Republikaner die Nominierung seiner Partei für die Präsidentschaftswahl an. Nachdem ihm zu Beginn nur Außenseiterchancen zugerechnet wurden, avancierte er im Laufe der Vorwahlen zum schärfsten Konkurrenten Donald Trumps, was auch zu teils heftigen und öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten zwischen den beiden Republikanern führte.
Auf dem Nominierungsparteitag sprach sich der Texaner trotz der deutlichen Niederlage in den Vorwahlen nicht explizit für die Wahl Donald Trumps aus, was ihm nun bei den Kongresswahlen zum Verhängnis werden könnte. Nicht alle Trump-Anhänger dürften Cruz verziehen haben. Auch im Kongress genießt Cruz nicht nur Sympathien unter den Republikanern. Dennoch hat der Senator eine treue Basis und gute Verbindungen zur konservativen Tea-Party-Bewegung.
Da seit rund 20 Jahren kein Senator aus Texas mehr von den Demokraten gestellt und Cruz spätestens seit 2016 weit über die Grenzen Texas hinaus bekannt wurde, galt seine Wiederwahl lange Zeit als sicher. Die Umfragewerte schmolzen in den letzten Monaten aber so weit zusammen, dass manche Beobachter seinem Herausforderer Beto O'Rourke ein Überraschungscoup zutrauen.


Beto O'Rourke, Demokrat


Beto O'Rourke, Official portrait, 113th Congress (cropped 2)Der bald 46-jährige Beto O'Rourke wurde innerhalb weniger Wochen und Monate zu einem der größten Hoffnungsträger des linksliberalen Flügels der Demokraten. Der in El Paso gebürtige Texaner wurde 2012 als Abgeordneter in das US-Repräsentantenhaus gewählt und seitdem zweimal mit souveräner Mehrheit bestätigt. Nachdem O'Rourke verkündete, gegen Senator Cruz antreten zu wollen, stiegen schlagartig seine Bekanntheitswerte an. Es folgte ein sehr basisorientierter Wahlkampf in Texas. O'Rourke gelang es zunächst, weit mehr Spendengelder einzusammeln als Ted Cruz, ohne dabei auf die sogenannten PACs zurückzugreifen. Der Demokrat profitiert, ähnlich wie Bernie Sanders 2015/2016 von einer enormen Anzahl von Einzelspenden. Inzwischen haben beide Kandidaten einen etwa ausgeglichenen Spendenstand. Laut opensecrets.org haben Cruz und O'Rourke etwa 23 Mio US-Dollar für ihre Wahlkämpfe einsammeln können.

Der bisherige Optimismus im Lager der Demokraten beruhte auf der Tendenz, die sich in den Umfragen abzeichnete. Zwar gab es bis heute keine einzige Meinungserhebung, die O'Rourke vor Cruz sieht, aber von dem einst komfortablen Vorsprung des Republikaners von teils über 10% war zuletzt nicht mehr viel übrig. Die Umfragen des vergangenen Monats sahen Cruz im Schnitt noch etwa 2,5 % vor dem Demokraten.
Heute allerdings veröffentlichte Quinnipiac eine Umfrage, wonach Cruz deutlich mit 9% vor O'Rourke liegt. Dies ist ein Dämpfer für die Demokraten, der bei Bestätigung durch weitere Umfrageinstitute dazu führen könnte, dass sich der Fokus wieder auf andere Bundesstaaten richtet.

Den aktuellen Umfragestand zu diesem und den weiteren Wahlen zum US-Senat habe ich Euch hier aufbereitet.

Bei der Präsidentschaftswahl 2016 gewann Donald Trump in Texas mit rund 9 % Vorsprung gegen Hillary Clinton.
Den zweiten Sitz Texas im US-Senat hält der Republikaner John Cornyn der mit über 27 % Vorsprung gegen seinen demokratischen Konkurrenten erfolgreich war. Dieser Sitz steht bei den diesjährigen Midterm Elections nicht zur Wahl.

Montag, 17. September 2018

Senat: Heitkamp vs Cramer in North Dakota

Gelingt der Demokratin Heidi Heitkamp erneut eine Überraschung im republikanisch geprägten North Dakota? Eine Wiederwahl der Senatorin scheint nicht unmöglich, ihr Herausforderer Kevin Cramer gilt laut Umfragen aber als leicht favorisiert.
UPDATE, 04.10.: Inzwischen hat der Republikaner Cramer laut Umfragen einen Vorsprung von 11%. Ein Sitzverlust der Demokraten gilt daher als wahrscheinlich.
 

Heidi Heitkamp, Demokratin

Heidi Heitkamp official portrait 113th CongressDie bald 63-jährige Heidi Heitkamp genießt ein hohes Ansehen im Bundesstaat North Dakota. Auch im Lager der Republikaner hat sie einige Anhänger, was es ihr als Demokratin ermöglichte, bei der Senatswahl 2012 überraschend eine knappe Mehrheit gegen den GOP-Kandidaten Rick Berg zu erreichen, während Barack Obama am selben Tag mit knapp 20 % Rückstand den Bundesstaat an Mitt Romney verlor. Ihr Ansehen bei den Republikanern ist oder war so groß, dass sie nach eigenen Angaben von US-Präsident Trump um einen Parteiwechsel gebeten worden sein soll. Heitkamp lehnte jedoch ab.
Vor ihrer Wahl zur Senatorin war Heitkamp bereits von 1993 bis 2000 Attorney General von North Dakota.
Für die Demokraten ist Heitkamp eine Schlüsselfigur bei den Kongresswahlen 2018. Die Verteidigung des Senatssitzes hat eine derart hohe Priorität, dass Heitkamp 2016 auf eine Kandidatur für die Wahl zur Gouverneurin North Dakotas verzichtete. Eine Prognose, inwieweit die Demokratin noch immer Stimmen aus dem GOP-Lager ziehen kann, wird wohl erst am Wahlabend möglich sein. Herausgefordert wird sie vom Republikaner Kevin Cramer. 


Kevin Cramer, Republikaner


Kevin Cramer, official portrait, 113th CongressDer 57-jährige Kevin Cramer stammt gebürtig aus North Dakota. Nach verschiedenen lokalpolitischen Tätigkeiten in seinem Heimatbundesstaat wurde er 2012 als Abgeordneter in das US-Repräsentantenhaus gewählt. Nun strebt er nach einem Rollenwechsel im Kongress. 
2014 und 2016 wurde er jeweils klar wiedergewählt, zuletzt mit über 45 % Vorsprung.
Mit dem ebenfalls sehr gut vernetzten und in North Dakota beliebten Cramer könnten die Republikaner den geeigneten Kandidaten gegen die populäre Heitkamp nominiert haben. Je kleiner der Bundesstaat, desto wichtiger sind meist lokalpolitische Themen und Heimatverbundenheit. Mit etwa 700.000 Einwohnern ist North Dakota gemessen an der Bevölkerung der drittkleinste Bundesstaat der USA.

Aus North Dakota liegen nur wenige Umfragen vor. In den beiden letzten Meinungserhebungen aus September und Juni hrte Cramer mit 4 % Vorsprung. Im Februar sah Gravis in ihrer Umfrage noch die Demokratin mit 3% leicht vorne.
Das Rennen um den Senatssitz bleibt offen, wenngleich die Wählerstruktur und die letzten Umfragen, einen Vorteil auf Seiten der Republikaner vermuten lassen.  

UPDATE, 04.10.: Inzwischen hat der Republikaner Cramer laut Umfragen einen Vorsprung von 11%. Ein Sitzverlust der Demokraten gilt daher als wahrscheinlich.

Den aktuellen Umfragestand zu diesem und den weiteren Wahlen zum US-Senat habe ich Euch hier aufbereitet.

Bei der Präsidentschaftswahl 2016 gewann Donald Trump in North Dakota mit über 36 % Vorsprung gegen Hillary Clinton, einer der größten Abstände zur Demokratin überhaupt.
Den zweiten Sitz North Dakotas im US-Senat hält der Republikaner Joe Hoeven der mit 78,5 % gegen den Demokraten Eliot Glassheim (17 %) souverän gewann. Dieser Sitz steht bei den diesjährigen Midterm Elections nicht zur Wahl.

Sonntag, 16. September 2018

Senat: Donnelly vs Braun in Indiana

Während zu Beginn des Sommers Indianas Senatssitz im Kongress in Washington noch fest für den demokratischen Amtsinhaber Joe Donnelly eingeplant war, macht ihm der politisch relativ unerfahrene Geschäftsmann Mike Braun ziemlich zu schaffen. Die Umfragen sehen nun ein offenes Rennen im "Hoosier State". Eine Wahlniederlage Donnellys wäre ein schwerer Schlag ins Kontor der Demokraten. 

Joe Donnelly, Demokrat

Joe Donnelly, official portrait, 113th CongressDer bald 63-jährige gebürtige New Yorker, Joe Donnelly gilt als einer der konservativsten Demokraten im US-Senat, dessen Positionen sich nicht selten auch mit der GOP-Agenda decken. Vermutlich ein Grund weshalb Donnelly 2012 die Wahl zum Senat im eher republikanisch geprägten Indiana gewann, während gleichzeitig Barack Obama gegen Mitt Romney die 11 Wahlmännerstimmen Indianas zur Präsidentschaftswahl verlor.
Zuvor hatte Donnelly seinen Bundesstaat sechs Jahre im US-Repräsentantenhaus vertreten. 
Obwohl sich Donnelly wegen seines Abstimmungsverhaltens im Senat nicht immer nur Freunde bei den Demokraten gemacht hatte, dürfte er sich deren Unterstützung bei den diesjährigen Kongresswahlen gewiss sein. Zu wichtig ist der demokratische Sitz Indianas im US-Senat.

Mike Braun, Republikaner

Mike Braun.jpg
By EditChamp67, CC BY-SA 4.0
Genau diesen will aber Donnellys Herausforderer erobern.
Der 64-jährige Geschäftsmann Mike Braun gilt als politisch eher unerfahren. Er war einige Jahre als Vertreter des Repräsentantenhaus in Indiana tätig, ehe er sich 2017 für eine Kandidatur für den US-Senat entschied. Etwas überraschend setzte er sich dann auch tatsächlich gegen die beiden bereits im US-Repräsentantenhaus vertretenen Kongressabgeordneten Luke Messer und Todd Rokita durch.
Mike Braun ist nicht dem Establishment der Republikaner zuzuordnen und wird versuchen, mit einem ökonomisch geprägten Programm, auch die Trump-Wähler Indianas abzuholen und zu mobilisieren, während einige Trump-kritische Establishment-Republikaner eher auch zum konservativen Demokraten Donnelly tendieren könnten.

Diese die Parteigrenzen durchbrechende Ausgangslage macht es schwierig, den Wahlausgang zu prognostizieren. Die Umfragen schwankten recht stark im vergangenen halben Jahr. Es liegen zwei relativ aktuelle Umfragen vor. In einer führt Braun mit 2%, in der zweiten liegt der Amtsinhaber Donnelly mit 6% vorne.

Den aktuellen Umfragestand zu diesem und den weiteren Wahlen zum US-Senat habe ich Euch hier aufbereitet.

Bei der Präsidentschaftswahl 2016 gewann Donald Trump in Indiana mit knapp 20 % Vorsprung gegen Hillary Clinton.
Den zweiten Sitz Indianas im US-Senat hatte der Republikaner Todd Young 2016 mit rund 10% Vorsprung gewonnen. Dieser Sitz steht bei den diesjährigen Midterm Elections nicht zur Wahl.

Freitag, 14. September 2018

Senat: Bredesen vs Blackburn in Tennessee

Nachdem der Republikaner Bob Corker in Tennessee nicht erneut für den Senatssitz im Kongress in Washington antritt, bewerben sich Marsha Blackburn (Republikaner) und Phil Bredesen (Demokraten) für dessen Nachfolge. Die Republikaner hatten 2012 und 2014 mit jeweils über 30 % Vorsprung die Senatswahlen in Tennessee souverän gewonnen. Dass es in diesem Jahr, offenbar zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kommt, ist eine große Überraschung, die wohl auch mit der Kandidatenauswahl zu begründen ist.

Phil Bredesen, Demokrat

Governor BredesenDie 74-jährige Phil Bredesen, geboren in Oceanport, New Jersey, ist in Tennessee sehr bekannt. In den Jahren 2003 bis 2011 war er bereits Gouverneur des "Volunteer State". Nachdem der frühere US-Vizepräsident Al Gore vor fast 30 Jahren zuletzt einen Senatssitz Tennessees für die Demokraten gewinnen konnte, ist Phil Bredesen nach langer Zeit mal wieder ein aussichtsreicher Kandidat. Dies liegt auch daran, dass er nicht einen amtierenden Senator herausfordern muss. In den 90er Jahren war Bredesen zudem ein durchaus erfolgreicher Bürgermeister von Nashville.
Bredesen genießt auch über die Parteigrenzen hinweg eine solide Anerkennung.


Marsha Blackburn, Republikanerin


Marsha blackburn congressDie 66-jährige Marsha Blackburn kommt gebürtig auch Laurel, Mississippi. Nachdem sie einige Jahre innerhalb Tennessees politisch aktiv war, wurde Blackburn 2002 in das US-Repräsentantenhaus gewählt. Seitdem wurde sie als Abgeordnete stets wiedergewählt. Nachdem klar war, dass Bob Corker nicht erneut antreten würde, ergriff Blackburn die Chance und kündigte ihre Kandidatur zur Senatswahl 2018 an.
Dabei tritt sie in große Fußstapfen, denn Corker ist ein durchaus auch über die Grenzen des Bundesstaats hinweg bekannter republikanischer Politiker und mit Bredesen hat sie ebenfalls einen profilierten Demokraten als Konkurrenten.

Tennessee gilt eigentlich als sichere Bank für die Republikaner. In diesem Jahr tut sich für Bredesen und die Demokraten aber eine Tür auf. In den Umfragen liegen beide Kandidaten dicht beieinander. Nachdem Bredesen im ersten Halbjahr 2018 die Umfragen noch anführte, sehen verschiedene Meinungserhebungen inzwischen aber auch Marsha Blackburn vorne. Den aktuellsten Umfragen zufolge, könnte die Republikanerin im Schnitt einen geringen Vorsprung von etwa 1,5 % für sich verbuchen. Eine sichere Prognose ist bei so geringen Abständen nicht möglich, da sie sogar noch innerhalb der Fehlertoleranz (3-5 %) liegen. 

Den aktuellen Umfragestand zu diesem und den weiteren Wahlen zum US-Senat habe ich Euch hier aufbereitet.

Bei der Präsidentschaftswahl 2016 gewann Donald Trump in Tennessee mit über 26 % Vorsprung gegen Hillary Clinton, was neben den oben bereits genannten früheren Ergebnissen bei Senatswahlen auch nochmal die deutliche republikanische Prägung des Bundesstaats unterstreicht.

Donnerstag, 13. September 2018

Senat: McSally vs Sinema in Arizona

Nachdem der Republikaner Jeff Flake in Arizona nicht erneut für den Senatssitz im Kongress in Washington antritt, bewerben sich Martha McSally (Republikaner) und Kyrsten Sinema (Demokraten) für dessen Nachfolge. Nachdem Sinema über ein Jahr die Umfragen anführte, gelingt es der Republikanerin McSally zu Beginn der heißen Phase des Wahlkampfs die Stimmung in einigen Umfragen zu ihren Gunsten zu drehen.

Martha McSally, Republikanerin

Martha McSally official congressional photoDie 52-jährige Martha McSally ist in Warwick, Rhode Island, geboren. 2014 wurde die moderate Republikanerin für Arizona in das US-Repräsentantenhaus gewählt. 2016 erhielt sie erneut das Mandat ihrer Wählerinnen und Wähler. Nun tritt sie für einen Sitz im US-Senat an.
McSally gilt nicht als besondere Unterstützerin des US-Präsidenten. In einigen Punkten ging McSally auf Distanz zu Donald Trump und dem rechtskonservativen Flügel der Republikaner. Dennoch konnte sie sich in den parteiinternen Vorwahlen deutlich gegen die "Trump-Kandidatin" Kelli Ward durchsetzen und gewann mit etwa doppelt so viel Stimmen.


Kyrsten Sinema, Demokratin


Rep Kyrsten Sinema, Official Portrait (cropped)Die 42-jährige Kyrsten Sinema ist in Tucson, Arizona, geboren und seit 2001 in verschiedenen politischen Ämtern in ihrem Heimatbundesstaat tätig gewesen. 2013 wechselte sie als Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses nach Washington. 2014 und 2016 wurde sie jeweils wiedergewählt und tritt nun zur Wahl des US-Senats für den Bundesstaat Arizona an.

In den Umfragen lag Sinema lange Zeit durchweg vor ihrer Konkurrentin Martha McSally. Zwei aktuelle Umfragen von Gravis und ABC15 sehen nun aber die Republikanerin leicht vorne. Fox News sieht dagegen die Demokratin vorne. Im Schnitt kommt Sinema aktuell auf 47% und McSally auf 47,3%.


In der Wahlkampfzentrale der Demokraten dürften diese jüngsten Zahlen teils mit Sorge betrachtet werden. Die Wahlkampfstrategen dürften bereits angesichts der günstigen Umfragen den Sitz für Arizona schon als Eroberung von den Republikanern fest im Blick gehabt haben. Der dringend benötige Wechsel einiger Sitze von Republikanern zu den Demokraten schien in Arizona durchaus realistisch zu sein. Tatsächlich ist das Rennen aber völlig offen und nur schwer vorhersehbar.
So oder so wird es für eine Premiere in Arizona geben. Denn noch nie wurde eine Frau als Senatorin nach Washington entsandt.

Den aktuellen Umfragestand zu diesem und den weiteren Wahlen zum US-Senat habe ich Euch hier aufbereitet.

Bei der Präsidentschaftswahl 2016 hatte Donald Trump in Arizona gut 4% Vorsprung vor Hillary Clinton.
Bei der Wahl des zweiten Senatssitzes für Arizona im Jahr 2016, gewann der kürzlich verstorbene Republikaner John McCain deutlich mit rund 13 % Vorsrpung vor der Demokratin Ann Kirkpatrick. Dieser Sitz wird 2020 zeitgleich zur US-Präsidentschaftswahl neu gewählt. Der Gouverneur von Arizona bestimmte, dass bis dahin der Republikaner Jon Kyl den offenen Sitz im Senat einnimmt.

Mittwoch, 12. September 2018

Senat: Heller vs Rosen in Nevada

Auf dem Weg zu einem Mehrheitswechsel im Senat gilt Nevada als Schlüsselstaat für die Demokraten. Denn im "Silver State" steht ein amtierender republikanischer Senator unter großem Druck, seinen Sitz in Washington nicht zu verlieren. Nevada ist einer der wenigen Staaten, in denen sich den Demokraten eine Chance bietet, den Republikanern einen Sitz abzunehmen.


Dean Heller, Republikaner

Dean Heller, official portrait, 114th CongressDer 58-jährige Amtsinhaber wurde 2007 in das US-Repräsentantenhaus gewählt und übernahm mit knappem Vorsprung vier Jahre später einen der beiden Senatssitze für den Bundesstaat Nevada.
Heller war einer der wenigen Republikaner, die sich im Senat gegen Trumps Pläne zur Abschaffung von Obamacare stellten. Donald Trump zählte ihn öffentlich an und drohte auch damit, einen parteiinternen Konkurrenten bei den Vorwahlen zur Kandidatur für die Senatswahl zu unterstützen - der Druck wirkte. Heller stellte sich fortan hinter den Präsidenten und stimmte für dessen Pläne. Trumps potenzieller Kandidat, Danny Tarkanian, tritt nun für die Wahl ins Repräsentantenhaus an. Tarkanian verlor 2016 das Rennen um den Sitz im Repräsentantenhaus gegen die heutige Herausforderin Dean Hellers, der Demokratin Jacky Rosen.


Jacky Rosen, Demokratin

Jacky RosenDie 61-jährige Jacky Rosen ist in Chicago, Illinois, geboren und erst seit 2017 im US-Repräsentantenhaus. Nach ihrem Sieg gegen Tarkanian ruhen nun die Hoffnungen der Demokraten voll auf Rosen. Sie wird im Wahlkampf unter anderem durch Ex-Präsident Obama und dem ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden unterstützt. Die prominenten Unterstützung unterstreicht die Bedeutung Nevadas für den von den Demokraten angestrebten Machtwechsel im Senat.

Die Umfragen der letzten Monate wiesen mal eine Mehrheit für Rosen auf, mal war Amtsinhaber Dean Heller knapp vorn. Die letzte Umfrage von Suffolk sah Rosen vor einigen Tagen bei 42 % und Heller bei 41 %. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen darf erwartet werden.

Den aktuellen Umfragestand zu diesem und den weiteren Wahlen zum US-Senat habe ich Euch hier aufbereitet.

Bei der Präsidentschaftswahl 2016 war Nevada einer der wenigen Swing States, in dem Hillary Clinton vor Donald Trump lag. Die Demokratin gewann mit 2,4 % Vorsprung.
Bei der Wahl des zweiten Senatssitzes für Nevada im Jahr 2016, gewann ebenfalls die Demokratin Catherine Cortez Masto (47,1 %) gegen den Republikaner Joe Heck (44,7 %). Dieser Sitz steht 2018 nicht zur Wahl.