Freitag, 15. April 2016

TV-Debatte der Demokraten in Brooklyn

Hillary Clinton und Bernie Sanders haben die letzte TV-Debatte vor den wichtigen Vorwahlen in New York und weiteren Bundesstaaten an der Ostküste absolviert. Die Diskussion verlief weitgehend sachlich und fair, wenngleich beide Kandidaten versuchten, teils pointiert die Unterschiede zwischen ihren Positionen hervorzuheben. Dabei wurden die Differenzen, die sich bereits im gesamten Wahlkampf zeigten, ein weiteres Mal offen gelegt. Es ging um den Umgang mit der Wall Street, den stärkeren Kampf gegen die Waffenlobby, die Gesundheitsversorgung sowie Fragen der Außenpolitik, Israel und die Rolle der USA in der NATO. Das Rededuell wurde an verschiedenen Stellen etwas lauter und leidenschaftlicher geführt, was angesichts der bevorstehenden entscheidenden Phase der Vorwahlen auch nicht verwunderlich ist.
Beide Kandidaten bedienten dabei vorwiegend ihre eigene Basis, neue Wählerschichten dürften sie dabei jedoch nicht erreicht haben. So ist davon auszugehen, dass es weder Clinton noch Sanders gelungen sein dürfte, die Anhänger des jeweils anderen Kandidaten auf die eigene Seite zu ziehen. Insofern könnte Hillary Clinton als Führende in den Vorwahlen diesen Abend für sich als Erfolg verbuchen. Aber die Auseinandersetzung dürfte dazu führen, dass es abermals eine sehr hohe Wahlbeteiligung beim Primary in New York am 19.April geben wird. Sanders hat das Optimum seiner Mobilisierungskraft herausgeholt, so dass sich die Anhängerschaft Clintons keine Zurückhaltung beim Wahlgang erlauben kann. Wie sich noch unentschlossene Wähler nach der TV-Debatte entscheiden werden, bleibt offen. Clinton konnte eher als erfahrene Realpolitikerin punkten, Sanders nahm erneut die Rolle eines Visionärs mit dem ambitionierten Ziel einer "politischen Revolution" ein.

Wall Street und Waffenlobby dienen erneut als Grundlage für die ersten Anschuldigungen


Hätte man die Debatte zu den Themen Wall Street und Waffenlobby im Radio verfolgt, würde man wohl nicht sofort sagen können, ob sie aus April 2016 stammt oder es doch eine Aufzeichnung aus 2015 war. Das Publikum klatschte auf beiden Seiten pflichtbewusst, aber regelmäßige Beobachter des Wahlkampfes dürften gelangweilt gewesen sein. Die gegenseitigen Vorwürfe waren nicht neu und die dazugehörigen Verteidigungen ebenfalls nicht.

Sanders beklagte, dass Clinton nicht in der Lage sei, den Kampf mit den zerstörerisch großen Investmentbanken und der Wall Street aufzunehmen, die einen zu großen Einfluss auf den politischen Betrieb und die Gesellschaft der USA habe, wenn sie zeitgleich hohe Redehonorare von eben jenen Banken erhalte. "Fühlen wir uns wirklich wohl damit, dass wir eine Kandidatin haben, die so sehr vom großen Geld abhängig ist?" fragte Sanders ins Publikum. Ein konkretes Beispiel, wonach Clinton eine politische Entscheidung aufgrund ihrer "Verbindungen" zur Wall Street anders traf als erwartet, blieb der Senator allerdings schuldig und verharrte auf pointierten allgemeinen Ausführungen. Dennoch, wer die Wall Street als ein Grundübel in der amerikanischen Politik ansieht, wurde am gestrigen Abend nochmal daran erinnert, am 19. April Bernie Sanders seine Stimme zu geben.

Gewohnt anders sah es bei der Diskussion um Waffengesetze aus. Hier war Hillary Clinton wieder mal im Angriffsmodus und hob ihren eigenen jahrelangen Kampf gegen die Waffenlobby NRA hervor. Sanders warf sie vor, mehrere Male im Senat im Interesse der NRA gestimmt zu haben und 1990 soll er sogar mit der NRA kooperiert haben, da diese einen Gegenkandidaten von Sanders unbedingt verhindern wollte. Clinton sagte, dass die USA ein Problem mit Waffen habe und eine Präsidentin gebraucht werde, die es uneingeschränkt mit der Waffenlobby aufnehmen könne. 

Weitere innenpolitische Themen waren die Gesundheitsversorgung, die Justizreform, Umwelt- und Energiepolitik und der Mindestlohn. Hier wurden die bereits bekannten Positionen ausgetauscht. Beim Thema Mindestlohn überraschte Clinton zunächst mit der Äußerung, dass auch sie für einen Mindestlohn von 15 US-Dollar in der Stunde sei, eine Forderung, die bislang Bernie Sanders zugeschrieben wurde. Nachdem dieser energisch nachhakte, ruderte Clinton etwas zurück und präzisierte, dass sie flächendeckend einen Mindestlohn von 12 US-Dollar anstrebe, allerdings in den Bundesstaaten und Bereichen, wo es gewollt und möglich ist, auch die 15 US-Dollar befürworte. Sanders war zufrieden und stellte fest, dass es mit ihm nur die 15-Dollar-Variante geben werde.
Die Diskussion um den Mindestlohn kann man strukturell als sehr gutes Beispiel nehmen, wie sich die beiden Kandidaten unterscheiden, bzw. wie sie ihren Wahlkampf aufgebaut haben. Auf der einen Seite, die vorsichtige, an den machbaren Lösungen orientierte Clinton, auf der anderen Seite der "revolutionäre" und forsch auftretende Sanders, der immer noch ein klein wenig mehr will, als Clinton ankündigt. Dies dürfte zumindest bei Fragen nach Gesundheitsversorgung, Mindestlohn oder auch dem kostenfreien Zugang zu Universitäten zutreffend sein. Und Clinton hat sich im Laufe des Wahlkampfes angepasst. Wahlkampfstrategen raten in der Regel dazu, dass sich der führende Kandidat, den Positionen des Herausforderers annähern sollte, um diesen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dies ist an verschiedenen Stellen beim demokratischen Wahlkampf erkennbar gewesen. Anders bei den Republikanern, hier sind viele Kandidaten thematisch dem führenden Taktgeber Donald Trump hinterhergelaufen und der Reihe nach gescheitert (z. B. Christie, Rubio, Carson).

Sanders verschafft Palästinensern eine prominente Bühne

Außenpolitisch wurden die Themen Syrien, Libyen und Israel behandelt. Den evtl. bemerkenswertesten Auftritt des Abends hatte Bernie Sanders zum Thema Israel. Er, der selbst Jude ist, trat mutig und couragiert auf, als es um die Frage ging, wie Israel mit den Palästinensern umgehe. Sanders sprach zum New Yorker Publikum, wohl wissend, dass etwa 13% der New Yorker jüdischen Glaubens sind und sagte, dass Israel jedes Recht habe, sich gegen Terror zu verteidigen. Dabei habe Israel aber an mancher Stelle übertrieben reagiert. Wenn im Gazastreifen so viele palästinensische Zivilisten getötet und verletzt würden, kann dies nicht den Konflikt befrieden. Es sei eine Überreaktion gewesen. Premierminister Benjamin Netanjahu habe bei allem Verständnis nicht mit allem Recht. Die Palästinenser müssten mit Respekt und Würde behandelt werden. Die USA sollte eine führende Rolle zur Friedensbildung im Nahen Osten einnehmen.
Hillary Clinton hörte genau zu, wohl wissend, dass sich unter der Obama-Administration das politische Verhältnis der USA zu Israel abgekühlt hat. Die frühere Außenministerin erinnerte daran, dass es eine äußerst schwierige Situation für Israel sei, wenn es aus der direkten Nachbarschaft, also dem Gazastreifen aus mit Raketen und Bomben in seiner Existenz bedroht werde. Es sei immer schwierig unter solchen Umständen ein Land zu führen. Clinton nannte die Zweistaatenlösung als Ziel und versetzte Sanders noch einen Seitenhieb. Es sei einfach ein Problem zu beschreiben, aber etwas anderes es auch zu lösen. Mit dieser Äußerung versuchte Clinton den Senator als einen in der Praxis unerfahrenen Außenpolitiker mit schönen Reden darzustellen. Sie selbst wisse um die Probleme und sei durch ihre Tätigkeit als frühere Außenministerin auch gut vorbereitet.

Präsident Obama hatte kürzlich seine Politik bei der Entwicklung in Libyen nach dem Sturz Gaddafis als seinen größten Fehler bezeichnet. Das war für Clinton pikant, weil dies genau in ihre Amtszeit als Außenministerin fiel.
Clinton rechtfertigte sich und hob hervor, dass es gelungen sei, zwei unabhängige Wahlen nach 42 Jahren Diktatur in Libyen abzuhalten. Man habe dabei geholfen eine Regierung einzusetzen. Aber Libyen habe sich an eingien Stellen auch verweigert. Die USA hätten Probleme bei der Grenzsicherung und der militärischen Sicherheit gesehen und die Regierung darauf angesprochen. Libyen wollte aber keine fremden Truppen im Land haben.
Bernie Sanders nahm das Thema zum Anlass nochmal auf Clintons Entscheidung pro Irak-Krieg einzugehen und zog Parallelen. Ein Regime-Change bringe immer unbeabsichtige Nebenfolgen mit sich. Dies müsse bei solchen Entscheidungen mit bewertet und berücksichtigt werden. Clinton habe ihren Fehler beim Irak-Krieg in der Libyenfrage wiederholt.

In der Frage zur Syrienpolitik stellte Bernie Sanders fest, dass Clinton abweichend vom Kurs Obamas für eine No-Fly-Zone sei. Er selbst unterstütze den Kurs Obamas. Dass Sanders dies so intensiv betonte, lag auch daran, dass Clinton an vielen Stellen ihres Auftritts bei der TV-Debatte immer wieder ihre inhaltlichen Verbindungen zum amtierenden US-Präsidenten erwähnte. Clinton hatte sich für eine No-Fly-Zone ausgesprochen, um den Flüchtlingen sichere Zonen zu verschaffen, in die sie vor Assad und dem IS fliehen könnten. Sanders lehnte eine solche Maßnahme ab und warnte davor, dass sie zu einer unkalkulierbaren Eskalation des Konflikts führen könne. Grundsätzlich sei er dafür, erst ISIS zu bekämpfen und sich danach um die Assad-Frage zu kümmern.



Wie Donald Trump fordern auch die Demokraten mehr europäisches Engagement der NATO.


Auf die Rolle der USA in der NATO angesprochen, sagten beide Kandidaten, dass sie sich mehr finanzielles Engagement der europäischen Verbündeten wünschen würden. Sanders nannte explizit die wirtschaftlich starken Staaten Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Hillary Clinton stellte aber in Abgrenzung zu Donald Trump unmissverständlich fest, dass es keinesfalls ein geringeres Engagement der USA in der NATO geben werde, falls Europa sich nicht weiter bewege und mehr finanzielle Mittel etwa in Einsätzen oder Ausstattung investiere.


Sanders sieht bessere Chancen bei sich, Donald Trump zu schlagen.


Zum Ende der Debatte ging es nochmal um den aktuellen Stand der Vorwahlen. Beide Kandidaten versuchten sich jeweils aussichtsreich in Position zu bringen und sehen gute Chancen die Nominierung zu gewinnen. Ungeachtet des aktuellen Rückstands auf Clinton, erinnerte Bernie Sanders an zahlreiche Umfragen, die ihm bessere Chancen gegen Donald Trump einräumten, als Hillary Clinton. Er stellte fest, dass mit ihm eine breitere, unabhängige Wählerschicht erreicht werden könnte.

Ob dies auch die Anhänger der Demokraten so sehen, wird sich nun in den nächsten zwei Wochen zeigen. Während Sanders heute nach Rom reist, um dort über Wirtschaftspolitik zu sprechen, stürzt sich Clinton in New York in den finalen Wahlkampf vor dem Primary am 19. April. Morgen wird dann auch Sanders wieder zurück im Empire-State erwartet.

Donnerstag, 14. April 2016

Umfrage zu unabhängigen Kandidaturen - Brokered Convention? - Rubio will Delegierte an sich binden

Wer glaubt, dass Trump oder Sanders im Falle einer Nichtnominierung unabhängig zur Präsidentschaftswahl im November 2016 antreten werden? Diese zweiwöchige Umfrage hier in meinem Blog ist heute ausgelaufen. 870 Stimmen wurden abgegeben. Hier das Ergebnis:

Nur 19% sind der Meinung, dass es nicht zu einer unabhänigen Kandidatur kommen wird. 46% glauben, dass nur Trump trotzdem antreten würde, 17% gehen davon aus, dass nur Bernie Sanders als Unabhängiger seinen Hut in den Ring werfen würde. 16% glauben sogar, dass beide Kandidaten weitermachen würden, selbst wenn sie nicht von Demokraten und Republikaner nominiert werden.


Marco Rubio will Delegierte nicht freigeben


Bei den Republikanern wird aktuell intensiv über eine Brokered/Contested Convention diskutiert. Dabei geht es häufig nicht nur um die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios sondern auch um rechtliche Fragen. Denn tatsächlich gibt es viele Unsicherheiten, wie letztlich ein solcher Parteitag ablaufen könnte. Es gibt viele unterschiedliche Regelungen, die - und das ist wichtig - durch den Parteitag selbst wieder über Bord geworfen werden können (Regel 32). Eine Regel besagt z. B. dass man nur auf den Wahlzettel kommen kann, wenn man mindestens 8 Vorwahlen gewonnen hat (Regel 40b). Trump und Cruz dürften sich da weniger Sorgen machen. Will aber John Kasich oder jemand anderes noch mitmischen, müsste diese Regel aufgeweicht werden.

Senator of Florida Marco Rubio at NH FITN January 23rd 2016 by Michael Vadon
Marco Rubio
Ebenso unklar ist, was mit den Delegierten passiert, die z. B. an bereits "ausgeschiedene" Kandidaten gegangen sind. Dies könnten je nach dem, was mit John Kasich in den nächsten Monaten ist, mehrere Hundert Delegierte sein. Aktuell ist insbesondere Marco Rubio im Fokus. Seine 173 Delegierten können ja (voraussichtlich) nicht für ihn stimmen. Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht - noch nicht. Denn nicht das RNC, also die Republikanische Partei auf Bundesebene bestimmt darüber. Alle Bundesstaaten haben da ihre eigenen Regelungen, die dann aber auch noch jede für sich, nicht immer eindeutig ist. Grundsätzlich ist es möglich, dass die Delegierten frei werden und für einen anderen Kandidaten schon im ersten Wahlgang abstimmen können. Aber es ist auch möglich, dass sie weiter an Rubio in irgendeiner Form gebunden sind. Genau dies will der Senator aus Florida in diesen Wochen forcieren. Er hat alle 21 Bundesstaaten kontaktiert, in denen er Delegierte gewonnen hat und darum gebeten, dass seine Delegierten auch weiterhin an ihn gebunden sein müssen. Hintergrund könnte sein, dass das Überlaufen einiger Delegierter zu Donald Trump und damit dessen Erreichen der 1237-Delegierten-Marke verhindert werden soll.

Mal unabhängig von der Frage, ob es überhaupt zu einer Brokered/Contested Convention kommt, kann Stand heute wohl niemand seriös beantworten, wie dies im Detail ablaufen wird. Viele rechtliche Fragen werden noch geklärt werden müssen und offensichtlich machen sich viele Republikaner darüber schon eifrig Gedanken. Ich behalte das weiter im Blick und werde euch hier auf dem Laufenden halten.

TV-Debatte der Demokraten in Brooklyn, New York steht an

In der kommenden Nacht steht für die Demokraten die vermutlich wichtigste TV-Debatte im Rahmen der Vorwahlen an. Sie kann möglicherweise darüber entscheiden, ob das Rennen zwischen Hillary Clinton und Bernies Sanders offen bleibt bzw. wieder enger wird oder ob Clinton bis Monatsende den Sack zumachen kann.



Die Debatte findet in Brooklyn statt, wo beide Kandidaten enge Verbindungen hin haben. Hillary Clinton hat ihre Hauptwahlkampfzentrale hier errichtet, Bernie Sanders ist hier geboren und aufgewachsen. Fünf Tage vor dem so wichtigen Primary im Bundesstaat New York ist es für Bernie Sanders vermutlich die letzte Chance auf großer Bühne, Hillary Clinton anzugreifen. In den aktuellen Umfragen für New York und auch die eine Woche später folgenden größeren Bundesstaaten Pennsylvania, Maryland und Connecticut liegt Clinton mehr oder weniger komfortabel vor Bernie Sanders. Sollte es aber Sanders gelingen, New York zu gewinnen oder ein "Unentschieden" zu erreichen, würde ihm das für den 26.04. nochmal Auftrieb geben.

Konzentriert auf New York wird aktuell aber erwartet, dass Clinton einen Vorsprung von rund 10 % ins Ziel bringen könnte. Damit könnte sie in etwa ihren Vorsprung um rund 30 Delegierte auf Sanders ausbauen. Zusätzlich würde es ihr Aufwind für die übrigen Primaries im April geben. Dies genau will Sanders verhinden und setzt voll auf einen Sieg in New York. Umso wichtiger wird es für ihn in der kommenden Nacht sein, gegen Clinton einen entscheidenden Schlag in der TV-Debatte zu setzen. Themen wie Wall Street, Irak-Krieg, Super Pac oder Ölindustrie werden vermutlich zum Standardprogramm gehören, dürften erfahrungsgemäß aber nicht ausreichen. Viel wird auch davon abhängen, wie die frühere First Lady reagieren wird. Als sie sich zuletzt verbal auf Zweikämpfe mit Sanders eingelassen hatte, wirkte sie wenig souverän - und verlor darauf relativ überraschend die Vorwahl in Michigan. Clinton kommt meist dann gut an, wenn sie weitgehend abgeklärt, präsidial und dennoch leidenschaftlich und bestimmt ihr eigenes Programm herunterspult.

Einen ausführlichen Bericht zur TV-Debatte gibt es hier am morgigen Freitag im Laufe des Tages. Wer den Auftritt live sehen will, kann dies in der kommenden Nacht ab 03:00 Uhr deutscher Zeit auf CNN tun.


Mittwoch, 13. April 2016

Paul Ryan beendet Spekulationen über seine Kandidatur

Paul Ryan--113th Congress--
Paul Ryan
Erlangt keiner der republikanischen Kandidaten in den Vorwahlen 1237 Delegierte, verfehlen alle die erforderliche Mehrheit, um die Nominierung der Republikaner auf deren Parteitag zu gewinnen. Dieses Szenario ist nicht unrealistisch, da Donald Trump nicht mehr viele Delegierte liegen lassen darf. Ein zweiter Wahlgang oder mehr wären nötig, bei denen dann die Delegierten wieder frei und nicht mehr an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden sind. Die Spekulationen, dass ganz neue Kandidaten dann auf die Bühne treten könnten und ihren Hut in den Ring werfen würden, kursieren schon seit mehreren Wochen und Monaten. Ein häufig genannter Name ist der des aktuellen republikanischen Sprechers im Repräsentantenhauses Paul Ryan. Dieser stellte heute aber in einer Presseerklärung klar, dass er nicht zur Verfügung stehen werde. Ryan, der auch den Vorsitz des Parteitages haben wird, sagte, dass er der Auffassung sei, dass nur Kandidaten gewählt werden sollten, die auch an den Vorwahlen teilgenommen hätten, nicht aber notwendigerweise noch im Rennen sind. Dies würde bedeuten, dass er auch offen dafür sei, Kandidaten wie Marco Rubio, Rand Paul und Jeb Bush etc. eine Comeback zu ermöglichen. Andere prominente Republikaner wie z. B. John Boehner hatten sich in der Vergangenheit gegenteilig in dieser Frage geäußert. Boehner vertritt die Ansicht, dass alle bei den Vorwahlen angetretenen Kandidaten ihre Chance gehabt und nicht genutzt hätten. Sollte also niemand die erforderliche Mehrheit erreichen, müsse ein ganz neuer Kandidat her. Ursprünglich hatte Boehner damals bereits den Namen Paul Ryans ins Spiel gebracht.

Evtl. kommt es ja aber gar nicht so weit. Donald Trump jedenfalls zeigt sich weiter optimistisch, bereits im ersten Wahlgang gewinnen zu können. Er gilt zumindest auch als der klare Favorit für die übrigen Vorwahlen im April. Der Frontrunner der Republikaner übt aber vorsorglich auch schon etwas Druck auf die Delegierten aus. Er erwarte Unruhen, sollte ihm die Nominierung trotz klaren Sieges gegen seine Konkurrenten in den Vorwahlen verweigert werden. Man darf also gespannt sein.
Für Missouri wurde derweil das Endergebnis des Primaries bekanntgegeben. Es dauerte etwa einen Monat bis nun endgültig feststeht, dass Trump mit 382.094 Stimmen knapp vor Ted Cruz mit 380.365 Stimmen gewonnen hat. Damit bleiben die 12 Delegierten für das Gesamtergebnis in Missouri bei Trump. In den Districts hatte Trump bereits 25 und Ted Cruz 15 Delegierte gewonnen.

Montag, 11. April 2016

Convention in Colorado beschert Ted Cruz weitere 34 Delegierte - Trump setzt auf New York Primary

Ted Cruz by Gage Skidmore 8.jpg
Ted Cruz
Innerhalb der letzten Woche haben die Republikaner über mehrere Tage verteilt in verschiedenen Conventions ihre Delegierten bestimmt. Die Denver Post berichtet, dass alle zu vergebenen 34 Delegierten an Ted Cruz gegangen sind. Der Durchmarsch bei den Conventions ist auch der gut organisierten Kampagne zu verdanken, auf die sich Ted Cruz bei den einzelnen Parteitagen verlassen konnte. Donald Trump hatte sich ohnehin kaum Chancen für Colorado ausgerechnet und sich stattdessen auf den Wahlkampf in seinem Heimatstaat New York konzentriert. Auch John Kasich hatte den Parteitag in Colorado Springs keine Bedeutung zugemessen. Ted Cruz darf sich also freuen, seinem ersten Ziel, Trump von der 1237-Delegierten-Marke fernzuhalten, ein Stück näher gekommen zu sein.
Ähnlich könnte es für Cruz auch in Wyoming laufen. Der dortige Parteitag zwischen dem 14. und 16. April bestimmt nochmal 14 Delegierte, Cruz gilt auch hier als Favorit. Klassische Vorwahlen nach dem Muster eines Primary oder Caucus finden bei den Republikanern in Colorado und Wyoming nicht statt.

Trump hofft in New York endlich wieder auf positive Schlagzeilen


Donald Trump March 2015
Donald Trump

Der Fokus liegt aber in diesen Tagen bereits auf dem 19.April, wenn die Republikaner (wie auch die Demokraten) zum Primary in New York aufrufen. 95 Delegierte werden bei den Republikanern im Winner-take-Most-Modus vergeben. Dass Trump gewinnen wird, bezweifelt niemand, die Frage wird aber sein, in welchem Ausmaß er Cruz und Kasich hinter sich lassen kann. Der Modus sieht vor, dass in allen 27 Congressional Districts jeweils 3 Delegierte zu gewinnen sind. Schafft ein Kandidat mindestens 50% oder als einziger mindestens 20% in einem District erhält er alle 3 Delegierte. Ansonsten werden sie 2:1 aufgeteilt. Weitere 14 Delegierte werden entsprechend für das Gesamtergebnis im Bundesstaat New York vergeben. Demnach kann damit gerechnet werden, dass Trump mindestens 70 Delegierte erreichen wird. Sein Wahlkampfteam dürfte auch noch auf ein paar mehr hoffen. Die aktuellen Umfragen sehen Trump durchschnittlich bei 53,5 %. Kasich und Cruz liegen jeweils um 20 % herum. Seit etwa einem Monat gibt es keine Umfrage mehr, die Trump unter 50% in New York sieht. Für Kasich und Cruz ist es aufgrund des Modus von besonderer Bedeutung auf mindestens 20% zu kommen. Hier könnte es sich für Trump auszahlen, dass sich seine beiden Konkurrenten gegenseitig wichtige Stimmen wegnehmen könnten.
Alle Infos zu Primary in New York findet Ihr hier.

Trump hofft darauf, dass er mit New York und den Vorwahlen am 26.April in Pennsylvania, Maryland, Connecticut, Delaware und Rhode Island so große Erfolge feiern kann, dass er die 1237 Delegierten noch erreichen kann. Am 26.April geht es bei den Republikanern um insgesamt 172 Delegierte.

Samstag, 9. April 2016

Bernie Sanders gewinnt Caucus in Wyoming

Bernie Sanders (19197909424) (cropped)Es ist nur ein kleiner Sieg, aber die Erfolgsserie von Bernie Sanders hält an. Er gewinnt mit etwa 56% gegen Hillary Clinton (44%) den Caucus in Wyoming. Es wurden 14 Delegierte vergeben. Nach dem letzten Stand gehen 8 Delegierte an den Senator und 6 Delegierte an die frühere Außenministerin. Eine leichte Verschiebung eines Delegierten zugunsten Hillary Clintons und damit zu einem Patt hinsichtlich der Delegiertenverteilung, ist noch möglich.
Nach aktuellem Stand scheinen zudem alle 4 Superdelegierten aus Wyoming zu Clinton zu tendieren.

UPDATE, 02:45 Uhr: Das Endergebnis liegt nun vor. Sanders: 55,7 %, Clinton 44,3 %. Sanders verliert damit noch einen Delegierten an Clinton. Beide Kandidaten erhalten demnach 7 Delegierte.

Wyoming Caucus der Demokraten am Samstag unterbricht die Spannungen zwischen Clinton und Sanders


Hillary Clinton und Bernie Sanders geraten verbal zunehmend aneinander. Der Frieden, der zu Beginn des Wahlkampfes noch suggeriert wurde, ist schon längst dahin. Die Streitigkeiten haben zwar noch keine republikanischen Ausmaße erreicht, aber die Spannungen zwischen den beiden Kandidaten sind nicht mehr zu verbergen. Dies liegt insbesondere daran, dass einerseits Hillary Clinton nicht kampflos durch die Vorwahlen gehen kann, da ihr der Senator doch schon den einen oder anderen Sieg zu viel geholt hat. Andererseits wittert Bernie Sanders nochmal seine Chance, doch noch an Hillary Clinton heranzukommen. Aber es ist nicht nur die reine Delegiertenanzahl, die beide Kandidaten antreibt. Hillary Clinton könnte es herzlich egal sein, wie knapp sie letztlich die Nominierung gewinnen würde. Aber sie würde natürlich auch gerne zeitnah das Kapitel abhaken, Kräfte und Geld für den Wahlkampf gegen den republikanischen Kandidaten sparen. Und noch etwas darf Clinton nicht unterschätzen. Bernie Sanders wird nicht nur von klassischen Demokraten gewählt. Der Enthusiasmus der Wähler, der sich auch an der großen Wahlbeteiligung zeigt, wird nicht automatisch auf den Hauptwahlkampf zu übertragen sein. Je intensiver Clinton gegen Sanders schießt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass die frühere Außenministerin später auf seine Wählerinnen und Wähler zählen kann. Hinzu kommt auch, dass die Bewegung der "politischen Revolution", die Sanders ausgerufen hat, aus Clintons Sicht, möglichst nicht bis in den Sommer anhalten sollte. Je länger und lauter diese Bewegung wahrzunehmen ist, desto intensiver werden auch die Rufe nach einer unabhängigen Kandidatur Sanders werden. Unabhängig davon wie realistisch dieses Szenario ist, eine dritte politische Bewegung, die den Demokraten näher ist als den Republikanern, kann nicht im Sinne einer demokratischen Establishment-Kandidatin sein. Und dass die frühere First Lady selbst die Unterstützung dieser Bewegung genießen kann, ist eher unwahrscheinlich. Insofern hofft Clinton darauf, durch klare Siege in New York und Ende des Monats in den übrigen Staaten an der Ostküste die Diskussionen beenden zu können. Und Bernie Sanders weiß genau, dass das exakte Gegenteil eintreten wird, sollte er Clinton in ihrem Heimatstaat schlagen, ganz gleich, wie viele Delegierte er dabei aufholen kann.
So sind die gegenseitigen Vorwürfe dieser Tage nicht verwunderlich, nach denen sich beide Kandidaten die Qualifikation zur Präsidentschaft mehr oder weniger direkt absprechen. Sanders nimmt dabei insbesondere Clintons angebliche Abhängigkeit von großen Geldgebern ins Visier und Clintons Wahlkampfteam lässt keine Chance liegen, Sanders als Ein-Thema-Kandidat darzustellen, der insbesondere in außenpolitischen Fragen, Schwächen zeige. Clinton zeigte sich auch zunehmend genervt von Sanders Anspielungen auf ihre Super PACs und Verbindungen zur Energie- und Finanzwirtschaft. Sanders kontert gerne mit dem Verweis auf Clintons Entscheidung für den Irak-Krieg und hob zuletzt hervor, dass er einen sauberen Wahlkampf führe, schließlich habe er mit keinem Wort sich zur E-Mail-Affäre der früheren Außenministerin geäußert.
Man darf also gespannt sein, wie sich beide fünf Tage vor der wichtigen Vorwahl in New York in der TV-Debatte auf CNN präsentieren werden. Die Debatte findet am 14.04. statt.


Flag of Wyoming
Flagge von Wyoming

Vorher aber steht noch der Caucus in Wyoming an. In der Öffentlichkeit kaum beachtet, wird hier mit einem weiteren Sieg Bernie Sanders gerechnet. Aber es sind letztlich nur 14 Delegierte zu gewinnen und so gerät der Equality State etwas außer Blick. Um 19:00 Uhr am heutigen Samstag beginnt der Caucus. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werde ich sie auch hier posten.
Alle weiteren Infos zur Vorwahl in Wyoming findet Ihr hier.

Dienstag, 5. April 2016

Alle aktuellen Entwicklungen und Ergebnisse zum Wisconsin Primary

Ted Cruz und Bernie Sanders gewinnen in Wisconsin

09:00 Uhr 
Demokraten, 99 % ausgezählt
Bernie Sanders: 56,5 % (48 Delegierte)
Hillary Clinton: 43,2 % (38 Delegierte)

Republikaner, 99 % ausgezählt
Ted Cruz: 48,3 % (36 Delegierte)
Donald Trump: 35,1 % (6 Delegierte)
John Kasich: 14,0 % (0 Delegierte)

06:35 Uhr 
Demokraten, 96 % ausgezählt
Bernie Sanders: 56,2 % (48 Delegierte)
Hillary Clinton: 43,4 % (38 Delegierte)

Republikaner, 92 % ausgezählt
Ted Cruz: 48,5 % (33 Delegierte)
Donald Trump: 34,8 % (6 Delegierte)
John Kasich: 14,2 % (0 Delegierte)
(3 Delegierte noch nicht verteilt)

05:00 Uhr 
Demokraten, 67 % ausgezählt
Bernie Sanders: 55,8 %
Hillary Clinton: 43,9 %

Republikaner, 69 % ausgezählt
Ted Cruz: 50,2 %
Donald Trump: 32,8 %
John Kasich: 14,6 %

04:45 Uhr 
Demokraten, 55 % ausgezählt
Bernie Sanders: 55,2 %
Hillary Clinton: 44,6 %

Republikaner, 57 % ausgezählt
Ted Cruz: 51,0 %
Donald Trump: 32,3 %
John Kasich: 14,3 %

04:30 Uhr 
Demokraten, 47 % ausgezählt
Bernie Sanders: 54,1 %
Hillary Clinton: 45,6 %

Republikaner, 50 % ausgezählt
Ted Cruz: 51,7 %
Donald Trump: 31,8 %
John Kasich: 14,2 %

04:15 Uhr 
Demokraten, 37 % ausgezählt
Bernie Sanders: 53,8 %
Hillary Clinton: 46,0 %

Republikaner, 44 % ausgezählt
Ted Cruz: 52,3 %
Donald Trump: 31,0 %
John Kasich: 14,4 %

04:05 Uhr 
Demokraten, 33 % ausgezählt
Bernie Sanders: 53,5 %
Hillary Clinton: 46,2 %

Republikaner, 38 % ausgezählt
Ted Cruz: 52,6 %
Donald Trump: 30,6 %
John Kasich: 14,6 %

03:55 Uhr 
Demokraten, 26 % ausgezählt
Bernie Sanders: 53,5 %
Hillary Clinton: 46,4 %

Republikaner, 30 % ausgezählt
Ted Cruz: 52,9 %
Donald Trump: 29,7 %
John Kasich: 15,1 %

03:45 Uhr 
Demokraten, 25 % ausgezählt
Bernie Sanders: 53,4 %
Hillary Clinton: 46,5 %

Republikaner, 25 % ausgezählt
Ted Cruz: 51,6 %
Donald Trump: 30,9 %
John Kasich: 15,1 %

03:40 Uhr 
Demokraten, 21 % ausgezählt
Bernie Sanders: 52,7 %
Hillary Clinton: 47,2 %

Republikaner, 19 % ausgezählt
Ted Cruz: 51,6 %
Donald Trump: 30,6 %
John Kasich: 15,5 %

03:30 Uhr
Demokraten, 4 % ausgezählt
Bernie Sanders: 56,7 %
Hillary Clinton: 43,0 %

Republikaner, 5 % ausgezählt
Ted Cruz: 51,1 %
Donald Trump: 32,2 %
John Kasich: 14,4 %

03:25 Uhr
Demokraten, 2 % ausgezählt
Bernie Sanders: 56,1 %
Hillary Clinton: 43,6 %

Republikaner, 3 % ausgezählt
Ted Cruz: 50,3 %
Donald Trump: 31,6 %
John Kasich: 15,8 %

03:22 Uhr
Demokraten, 2 % ausgezählt
Bernie Sanders: 55,6 %
Hillary Clinton: 44,2 %

Republikaner, 2 % ausgezählt
Ted Cruz: 52,8 %
Donald Trump: 31,1 %
John Kasich: 13,7 %

03:05 Uhr
Nun wird ausgezählt! Alle Wahllokale in Wisconsin haben inzwischen geschlossen.

02:50 Uhr
Noch 10 Minuten sind die Wahllokale in Milwaukee und in den anderen Orten Wisconsins geöffnet. 

Vorschau
Nach einer kleinen Erholungspause geht es heute Nacht endlich weiter mit den Vorwahlen der Demokraten und Republikaner zur US-Präsidentschaftswahl 2016.
In Wisconsin sind bei den Primaries der beiden Parteien die Wähler aufgerufen, ihren Favoriten für die Nominierung zu unterstützen.

Die Wahllokale in Wisconsin schließen heute Nacht um 03:00 Uhr deutscher Zeit. Ich melde mich dann hier zeitgerecht zur Schließung der Wahllokale wieder.

Bei den Demokraten wird mit einem relativ ausgeglichenen Rennen zwischen Bernie Sanders und Hillary Clinton gerechnet. Der Senator aus Vermont liegt nach Ansicht einer Mehrheit der Umfrageinstitute allerdings knapp vor Clinton. Man darf also gespannt sein, ob es Sanders weiter gelingen wird, den Rückstand auf Clinton zu reduzieren. In der kommenden Nacht stehen 86 Delegierte (ohne Superdelegierte) auf dem Spiel, die proportional zum Ergebnis verteilt werden. Aktuell liegt Sanders noch 220 Delegierte hinter Clinton zurück.


Bei den Republikanern ist es nicht weniger spannend. Es geht insgesamt um 42 Delegierte. Der Gewinner des Gesamtergebnisses (18 Delegierte) und der acht Districts zu je 3 Delegierten gewinnt jeweils alle Delegierte. Chancen auf Zählbares werden insbesondere Ted Cruz zugerechnet, der die durchschnittlichen Umfragen relativ komfortabel (5-10% Vorsprung) gegenüber Donald Trump anführt. Eine letzte Umfrage von ARG, die gestern veröffentlicht wurde, sieht allerdings Donald Trump vorne. John Kasich liegt zwar bei rund 20%, dürfte aber kaum Chancen auf Delegiertenstimmen haben.


Alle Details zu den Vorwahlen in Wisconsin findet Ihr hier.



Montag, 4. April 2016

New York

Kommende Vorwahlen: New York

Flag of New York.svg
Flagge vom Bundesstaat New York
 
Im Bundesstaat New York (der weit mehr als die Stadt New York City umfasst) leben knapp 20 Mio Einwohner. Etwa 9 Mio Menschen leben allein in New York City. Die Metrolpolregion um New York City dehnt sich auch auf die Bundesstaaten Pennsylvania, Connecticut und New Jersey aus. Es ist mit über 23 Mio Menschen die größte Metropolregion der USA. Die Hauptstadt des Bundesstaats New York ist Albany mit rund 100.000 Einwohner.

Der "Empire State" (Imperiums Staat) ist eine absolute Hochburg der Demokraten. Seit der Reagan-Ära hat hier kein Republikaner mehr bei einer Präsidentschaftswahl gewonnen.
Mit Hillary Clinton und Donald Trump kommen die beiden in den bisherigen Vorwahlen aussichtsreichsten Kandidaten der Demokraten und Republikaner aus New York.
Aktueller Gouverneur ist der Demokrat Andrew Cuomo.

Der Bundesstaat New York ist stark geprägt durch die High-Tech- und Finanzindustrie von New York City. IBM, Goldman Sachs, J.P. Morgan und die New Yorker Stock Exchange, die weltweit bedeutendste Börse, befinden sich in der Metropole am Hudson River. Ebenso sind große Medienunternehmen wie die TV-Sender NBC, CBS, FOX und HBO sowie die Zeitungen New York Times und Wall Street Journal in NYC beheimatet. Die zahlreichen kulturellen wie baulichen Sehenswürdigkeiten locken jährlich rund 50 Mio Menschen nach New York City. Zahlreiche Mussen, der Central Park, die Freiheitsstatue, das Empire State Building, die Brooklyn Bridge, das Chrysler Building,der Sitz der Vereinten Nationen, das Flatiron Building, der Times Square und der Broadway gehören zu den beliebtesten touristischen Zielen.

Ansonsten ist der Bundesstaat mit seinen mittelgroßen Städten Rochester, Buffalo und Albany wirtschaftlich recht industriell geprägt. New York verfügt aber auch über zahlreiche Naherholungsgebiete, die über große Wald- und Berglandschaften bis an die Grenze zu Kanada reichen. Die amerikanische Teil der Niagarafälle befindet sich ebenfalls in New York.
Jeweils rund 18% der Bevölkerung sind afro-amerikanisch und Hispanics. Etwa 9% sind asiatischer Abstammung.
Die Anschläge vom 11. September 2001, die insbesondere das World Trade Center in Manhattan trafen, hatten bedeutende außen- wie sicherheitspolitsche Auswirkungen für die USA und große Teile der westlichen Welt zur Folge.


Vorwahltermin Republikaner: 19.04. Closed Primary
Vorwahltermin Demokraten: 19.04. Closed Primary

Anzahl der zu vergebenen Delegiertenstimmen:

Demokraten: 291, davon 44 Superdelegierte (proportionale Verteilung: 163 Delegierte in den 27 Districts und 84 Delegierte für das Gesamtergebnis New York + 15% Hürde).
Republikaner: 95, Winner-take-Most, (14 Delegierte für das Gesamtergebnis New York werden wie folgt verteilt: Alle 14 Delegierten gehen an den Kandidaten, der mindestens 50% der Stimmen erreicht hat. Schafft dies keiner, werden die Delegierten proportional zum Stimmenergebnis unter den Kandidaten aufgeteilt, die mindestens auf 20% kommen.
Weitere 81 Delegierte werden in den 27 Districts (je 3 Delegierte) wie folgt verteilt: a) Erhält ein Kandidat mindestens 50% der Stimmen oder als einziger 20%, erhält er alle 3 Delegierte. b) Andersfalls bekommt der Erstplatzierte 2 Delegierte und der Zweitplatzierte 1 Delegierten.

Durchschnittliche Umfragen* für 2016 und Ergebnisse vergangener Primaries aus 2012 und 2008:
(Die Anzahl der gewonnen Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag werden nach offizieller Bekanntgabe des Ergebnisses ergänzt und bis dahin mit einem X markiert)

Republikaner: Ergebnis


2016
Ergebnis
und
gewonnene Delegierte
Donald Trump
60,4 %
90
John Kasich
25,1 %
5
Ted Cruz
14,5 %
0
2012
Ergebnis
Romney
62%
Paul
15%
Gingrich
13%
2008
Ergebnis
McCain
52%
Romney
25%
Huckabee
10%


Demokraten: Ergebnis
(2012 wird nicht mit aufgeführt, da Barack Obama als amtierender Präsident in den meisten Bundesstaaten ohne Gegenkandidat war und letztlich alle Bundesstaaten gewann.)


2016
Ergebnis
und
gewonnene
Delegierte
Hillary Clinton
58,0 %
139
(+39 Superdelegierte)
Bernie Sanders
42,0 %
108
(+0 Superdelegierte)
2008
Ergebnis
Hillary Clinton
57%
Barack Obama
40%

Allgemeine Erklärungen und Erläuterungen zu den Vorwahlen, Caucus, Primary, Delegierte

* Quelle der durchschnittlichen Umfragen: www.realclearpolitics.com
Weitere Quellen: wikipedia,com, thegreenpapers.com

Samstag, 2. April 2016

Republikaner bestimmen ungebundene Delegierte für North Dakota

Flag of North Dakota.svgAn diesem Wochenende bestimmen die Republikaner in North Dakota ihre Delegierten für den Nominierungsparteitag in Cleveland. Anders als in den meisten anderen Bundesstaaten finden hier keine klassischen Vorwahlen in Form eines Primaries oder Caucus statt. Stattdessen werden die 28 Delegierten durch rund 2000 Parteimitglieder und Funktionäre bestimmt. Häufig werden dabei langjährige Parteifunktionäre ausgewählt, die viel politische Erfahrung haben und in der Partei gut vernetzt und einflussreich sind. Der wichtigste Unterschied jedoch ist, dass diese ausgewählten Delegierten ungebunden sind, auch bereits im ersten Wahlgang. Sie können sich völlig frei entscheiden, wen sie auf dem Nominierungsparteitag unterstützen. Es gibt also keine sicheren Delegiertenstimmen für Trump, Cruz oder Kasich.
Aufgrund des Verfahrens kann aber angenommen werden, dass Ted Cruz hier als aussichtsreichster Konkurrent von Donald Trump die besten Chancen hat. Cruz ist auch der einzige Kandidat, der an diesem Wochenende nach Fargo reist, um persönlich zu den Teilnehmern zu sprechen. Dabei wird er durch Carly Fiorina unterstützt. Donald Trump hat Ben Carson geschickt, der für ihn Werbung machen soll und John Kasich entsendet den früheren Senator von New Hampshire Gordon Humphrey.
Obwohl nur 28 Delegiertenstimmen auf dem Spiel stehen, versuchen die Kandidaten das Beste herauszuholen, da bei der zentralen Frage, ob Trump die 1237-Delegierten-Marke knacken kann, jede Stimmen zählen kann.
Die Demokraten wählen ihre Delegierten am 07.Juni im Rahmen eines Caucus.

North Dakota

Kommende Vorwahlen: North Dakota

Flag of North Dakota.svg
Flagge von North Dakota
gemeinfrei
In North Dakota leben rund 700.000 Einwohner. Damit ist der Bundesstaat nach Vermont und Wyoming der drittkleinste gemessen an der Bevölkerungszahl. Mit über 100.000 Einwohnern ist Fargo die größte Stadt. In der Hauptstadt Bismarck leben etwa 62.000 Menschen.

Der "Peace Garden State" (Friedensgartenstaat) gilt bei Präsidentschaftswahlen als sicheres Terrain für die Republikaner. Seit 1964 ist es keinem Demokraten mehr gelungen, hier eine Mehrheit zu gewinnen.
Aktueller Gouverneur ist der Republikaner Jack Dalrymple.

Über 40% der Bevölkerung North Dakotas sind deutscher Herkunft, davon etwa die Hälfte Russlanddeutsche. North Dakota hat im Vergleich zu den anderen Bundesstaaten die geringste Zahl an Konfessionslosen und Atheisten und verfügt über die größte Kirchendichte pro Einwohner.


Vorwahltermin Republikaner: 01.-03.04. Convention, am 01.-03.04. findet keine klassische Abstimmung der Republikaner zur Präferenz eines Kandidaten statt. Die Delegierten sind ungebunden und werden durch Parteifunktionäre und aktive Parteimitglieder bestimmt.
Vorwahltermin Demokraten: 07.06. Open Caucus 

Anzahl der zu vergebenen Delegiertenstimmen:

Demokraten: 23, davon 5 Superdelegierte (proportionale Verteilung)
Republikaner: 28 ungebundene Delegierte 

Durchschnittliche Umfragen* für 2016 und Ergebnisse vergangener Primaries aus 2012 und 2008:
(Die Anzahl der gewonnen Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag werden nach offizieller Bekanntgabe des Ergebnisses ergänzt und bis dahin mit einem X markiert)

Republikaner: keine Vorwahlen!!!


2016
Ergebnis
und
gewonnene Delegierte
Trump
 %
17
Cruz
 %
11
Kasich
 %
X
Rubio
 %
X
Carson
 %
X
2012
Ergebnis
Romney
69%
Paul
12%
Vorwahlen waren bereits entschieden


2008
Ergebnis
Romney
36%
McCain
23%
Paul
21%
Huckabee
20%


Demokraten: Ergebnis
(2012 wird nicht mit aufgeführt, da Barack Obama als amtierender Präsident in den meisten Bundesstaaten ohne Gegenkandidat war und letztlich alle Bundesstaaten gewann.)


2016
Ergebnis
und
gewonnene
Delegierte
Hillary Clinton
25,6 %
5
Bernie Sanders
  64,2 %
13
2008
Ergebnis
Barack Obama
61%
Hillary Clinton
37%

Allgemeine Erklärungen und Erläuterungen zu den Vorwahlen, Caucus, Primary, Delegierte

* Quelle der durchschnittlichen Umfragen: www.realclearpolitics.com
Weitere Quellen: wikipedia,com, thegreenpapers.com

Freitag, 1. April 2016

Eure Abstimmungsergebnisse für den Monat März

Vielen Dank für Eure Teilnahme an den beiden Umfragen im Monat März!

3458 Stimmen wurden für die Frage, wen Ihr zum US-Präsidenten wählen würdet, abgegeben.
Wie schon im Monat Februar kommt Bernie Sanders mit 46% (+/- 0) auf der ersten Platz. Gefolgt von Hillary Clinton mit 31% (+3). Donald Trump kommt auf den dritten Platz mit 15% (-1). Alle weiteren Kandidaten bleiben im einstelligen Bereich. Ted Cruz kommt auf 3% (+1), John Kasich liegt bei 1%.

3291 Stimmen wurden für die Frage, welches Präsidentschaftsduell Ihr erwartet, abgegeben.
Hier hat es einen deutlichen Zuwachs für das Duell Clinton vs Trump gegeben. 64% (+24) stimmten für dieses Rennen ums Weiße Haus. Das Duell Sanders vs. Trump kommt auf 21% (-9). Dass Ted Cruz die Nominierung noch gewinnen wird, glauben 10%; 8% davon im Duell gegen Clinton und 2% im Duell gegen Sanders.

Alle Abstimmungsergebnisse auch früherer Monate findet ihr unter diesem Link.

Für April habe ich eine neue Umfrage eingestellt. 14 Tage lang könnt ihr darüber abstimmen, ob ihr meint, dass Donald Trump und/oder Bernie Sanders eine unabhängige Kandidatur anstreben, falls sie nicht durch die Republikaner und Demokraten nominiert werden.
Außerdem könnt ihr noch ein letztes Mal bis zum Monatsende für das wahrscheinlichste Präsidentschaftsduell abstimmen.