Donald Trump: Eure Meinung zur Arbeit des US-Präsidenten

Sonntag, 28. Februar 2016

Aktuelle Lage der Demokraten (Update: 28.02.)

Februar-Vorwahlen mit unterschiedlichen Ergebnissen


Bei den ersten drei Vorwahlen hatte Bernie Sanders die Schlagzeilen auf seiner Seite. Gute Ergebnisse in Iowa und Nevada und ein großartiger Sieg gegen Clinton in New Hampshire hatten bewiesen, dass der Senator aus Vermont den Enthusiasmus seiner Kampagne auch in zählbare Ergebnisse umwandeln kann. Seine Botschaften, eine wirkliche Alternative zur Establishment-Politik in den USA zu sein, kamen bei vielen Wählern an. Insbesondere bei jüngeren Wählern kann Sanders punkten.
Aber wie ein Damoklesschwert schwebte der South Carolina Primary über dem Senator. Clinton hat über Jahrzehnte hervorragende Bindungen in die afro-amerikanischen Gemeinden aufgebaut, Sanders musste hier massiv aufholen. Denn in South Carolina und auch vielen anderen Südstaaten gibt es eine große Anzahl schwarzer Wähler unter den Demokraten. Und seit gestern Abend ist klar, dass ihm das vorerst nicht gelungen ist. Dass Sanders unterlegen sein würde, ist erwartet worden. 15-30 % Rückstand hinter Clinton wurden prognostiziert. Am Ende sind es 47,5% Differenz gewesen, ein bemerkenswerter Sieg, dessen Höhe wohl selbst die ehemalige Außenministerin überraschte. 

Worauf es nun am Super Tuesday ankommt.


Betrachtet man die Wählerstruktur und die Ergebnisse aus South Carolina und auch die aktuellen Umfragen in den übrigen Südstaaten, müssten die Bundesstaaten Alabama, Georgia, Tennessee, Virginia, Arkansas und Texas allesamt an Hillary Clinton gehen, teils mit großem Vorsprung. Alles andere wäre ein große Überraschung.
Für Bernie Sanders kommt es nun darauf an, den Anschluss an Clinton nicht zu früh zu verlieren. Es wird mit der Zeit eine rein mathematische Frage werden, wie groß die Chancen für Sanders sind, Clinton die Nominierung der Demokraten wegnehmen zu können.
Der Senator muss am Dienstag auf Massachusetts, Oklahoma, Colorado und Minnesota setzen. Sein Sieg in seinem Heimatbundesstaat Vermont gilt als sicher. Evtl. verfehlt Clinton hier sogar die 15%-Hürde. In diesen Bundesstaaten gibt es insgesamt ca. 350 Delegiertenstimmen zu holen. Sanders müsste schon eine Mehrheit dieser Delegierten gewinnen, um sich so in die Lage zu versetzen, später z. B. mit den Bundesstaaten Kalifornien, Ohio, Michigan, Illinois, North Carolina, Washington, Pennsylvania, in denen es im Laufe der Vorwahlen noch viele Delegiertenstimmen gibt, Clinton nochmal gefährlich zu werden.
In den Südstaaten am Super Tuesday gibt es für die Demokraten über 600 Delegiertenstimmen zu holen. Dass Hillary Clinton also mit einem deutlichen Vorsprung in den März starten wird, ist zu erwarten. Ganz grob geschätzt sollte Sanders von den rund 1000 Delegierten (inkl. Superdelegierte) am Super Tuesday rund 350 Delegierte gewinnen, um weiter hoffnungsvoll in die nächsten Vorwahlen zu gehen. 


Clinton ist auf einem guten Weg, aber noch nicht durch


Clintons Sieg in South Carolina ist ein starkes Zeichen für ihre Nominierung. Zur Erinnerung: 2008 verlor Clinton noch in South Carolina mit einem Rückstand von 28% gegen Barack Obama. Obama hatte die schwarzen Wähler auf seiner Seite. Neben seinem progressiven Wahlkampf, ein absolutes Pfund gegen Clinton. Sanders Kampagne übertrifft in verschiedenen Bereichen Obamas Wahlkampf nochmal, seine Bindung zu den Afro-Amerikanern fehlt aber eben doch erheblich. Und nicht zu vergessen ist auch Obamas damaliges Plus bei den Superdelegierten gegen Clinton. Der Vorsprung zu Sanders, den die ehemalige First Lady bei den Superdelegierten in diesem Jahr nach aktuellen Einschätzungen hat, beträgt derzeit wohl über 400 Delegierte.
Aber noch ist Hillary Clinton nicht durch. Sie hatte und hat auch weiterhin mit dem Problem zu kämpfen, dass ihr die Euphorie und der Schwung im Wahlkampf fehlen. Insbesondere bei jungen Wählern ist sie gegen Sanders im Hintertreffen. Besonders problematisch sind ihre Glaubwürdigkeitswerte. Von allen noch verbliebenen demokratischen und republikanischen Präsidentschaftskandidaten hat Clinton die schlechtesten Werte in den Bereichen Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit. Hier liegt sie auch noch hinter Donald Trump zurück. Schlimmer noch: Spitzenreiter ist eben ihr direkter Konkurrent Bernie Sanders. Evtl. wäre dies noch ein möglicher Schlüssel zum Erfolg für den Senator aus Vermont. Sollte Sanders seine Aggressivität gegenüber Clinton erhöhen, könnte es möglicherweise nochmal einen Knacks in Clintons Wahlkampfstrategie geben. Die Republikaner haben bis zu ihrer letzten TV-Debatte gewartet, bis sie Donald Trump ernsthaft und nachhaltig angegriffen haben. Vielleicht haben sie zu lange gewartet. Vielleicht sollte Sanders frühzeitig ein höheres Risiko gehen.


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