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Donnerstag, 25. Februar 2016

Super Tuesday - eine Frage der Prioritätensetzung

In einer Woche liegt der Super Tuesday bereits hinter uns. Jener Tag, an dem die Vorwahlen maßgeblich manchmal auch schon entscheidend beeinflusst werden können. In insgesamt 10 Bundesstaaten finden Primaries und Caucuses beider Parteien statt. Hinzu kommen noch weitere Caucuses der Republikaner und Demokraten.
Am 01.03. sind folgende Bundesstaaten an der Reihe:


Map of Super Tuesday States 2016
by DonkeyHotey

Für Demokraten und Republikaner: Arkansas, Alabama, Georgia, Massachusetts, Minnesota, Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont und Virginia.

Die Demokraten bestimmen noch ihre Delegierten beim Colorado Caucus, den American Samoa Caucus und bei den außerhalb der USA lebenden wahlberechtigten Demokraten.

Für die Republikaner gibt es zusätzlich noch ein Caucus in Alaska.
In Colorado und Wyoming finden am 01.03. zwar auch Caucuses der Republikaner statt. Dabei werden aber nur Vertreter für die District und State Conventions am 08./09.04. bzw. dem 16.04. gewählt. Über eine Präferenz zugunsten der Präsidentschaftskandidaten wird hier nicht abgestimmt, weshalb diese Caucuses der Republikaner auch erstmal außen vor gelassen werden. Ähnliches gilt für North Dakota, wo erst am 01.04. die Delegierten ihre Präferenz erklären.

Bei den Demokraten werden über 1000 Delegierte am Super Tuesday vergeben, bei den Republikanern sind es 652.

Einen Live-Ticker zum Super Tuesday mit allen Ergebnissen und den wichtigsten Entwicklungen aus den Bundesstaaten wird es hier natürlich auch am kommenden Dienstag wieder geben. Wann es genau losgeht und wann mit welchen Ergebnissen zu rechnen sein wird, teile ich nochmal am kommenden Wochenende mit.


Wahlkampfstrategen sind nun besonders gefordert.


Die Kandidaten und deren Wahlkampfteams müssen sich nun umstellen. Konnte man in den letzten Wochen "entspannt" von Iowa nach New Hampshire und von dort aus weiter nach South Carolina und Nevada reisen, ist nun eine klare Strategie erforderlich, wann in welchem Bundesstaat der Wahlkampf intensiviert werden soll. Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze.
Man kann sich z. B. auf die Staaten konzentrieren, in denen man sich selbst die besten Chancen ausrechnet. Ted Cruz hat seinen Wahlkampf ohnehin hauptsächlich auf die Südstaaten ausgerichtet, dann wird er seine Bemühungen in Vermont oder Massachusetts z. B. auf ein Mindestmaß beschränken. Marco Rubio wird sich wohl eher auf die Ballungsräume der Metropolregionen in den einzelnen Bundesstaaten konzentrieren (z. B. Atlanta, Boston, Dallas, Minneapolis oder Nashville), da er hier sein größtes Wählerpotenzial erwartet.
Oder man geht rein mathematisch vor und schaut, wo die meisten Delegiertenstimmen zu vergeben sind. Bei den Republikanern sind das Texas (155), Georgia (76) und Tennessee (58), bei den Demokraten Texas (252), Massachusetts und Georgia (je 116) und Virginia (110).
Aber auch die Art der Delegiertenverteilung spielt natürlich eine Rolle. Werden Delegierte nur an Kandidaten vergeben, die mindestens 20% der Stimmen gewinnen, muss sich der Kandidat nicht mit diesem Bundesstaat aufhalten, wenn ihm ohnehin nur ein einstelliges Ergebnis prognostiziert wird. Auch in den späteren Vorwahlen, wo das Winner-take-all-Prinzip greift, braucht man nichts weiter investieren, wenn man in den Umfragen abgeschlagen auf Platz 3 oder schwächer liegt. Andererseits können Siege in diesen Staaten für die Endabrechnung auch entscheidend sein. Und je größer der Erfolgsdruck für einen Kandidaten, desto risikoreicher auch die Prioritätensetzung im Wahlkampf.

Es wird also auch auf die Gesamtstrategien der Kampagnen ankommen, die Wahlkampfmanager und Strategen sind gefragt. Zwar werden sie sich langfristig ohnehin schon einen Rahmenablauf überlegt haben, aber die Kandidaten müssen auch kurzfristig und lageangepasst reagieren. Bei den Demokraten wird es sicherlich ein langfristiges Ziel für Bernie Sanders gewesen sein, seine Bindungen zu den afro-amerikanischen Wählern zu verbessern. Merkt er aber, und der South Carolina Primary am 27.02. wird hier wohl schon als Indikator anzusehen sein, dass er hier nicht nennenswert weiter kommt, darf er den Zeitpunkt nicht verpassen und muss kurzfristig wieder andere Prioritäten setzen. In Massachusetts liegt er laut einer letzten Umfrage mit Clinton gleichauf bei 46%. Ein Clinton-Erfolg hier am Super Tuesday, würde schnell die Frage aufwerfen, wo Sanders denn den vermutlichen Rückstand aus den Südstaaten noch wettmachen könne.
Letztlich wird am Ende der richtige Mix aus den unterschiedlichen Ansätzen zum Erfolg führen.


Infos und Umfragen zum Super Tuesday werden hier täglich aktualisiert.


Alle weiteren Details zu den Super Tuesday Umfragen und zur Delegiertenverteilung sind rechts in der Navigation den jeweiligen Bundesstaaten zu entnehmen.
Die aktuelle Lage der Republikaner vor dem Super Tuesday und eine Aussicht auf die weiteren Vorwahlen gibt es hier. Für die Demokraten gibt es nach dem South Carolina Primary noch eine aktuelle Lagebewertung.




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