Jeb Bush im aufmerksamen Standby-Modus

Bush legt Papier zu Gesundheitsreform vor
Nachdem er in den vergangenen Wochen eher auf persönliche Fertigkeiten wie
Erfahrung und Führungsstärke setzte und dabei insbesondere seinen jungen
Konkurrenten Marco Rubio im Blick hatte, will Jeb Bush heute ein Papier zur
Gesundheitsversorgung vorlegen. ObamaCare sei ein Fehler gewesen, er wolle eine
neue Reform mit weniger Bürokratie und geringeren Gesundheitskosten. Er sei
aber schon der Ansicht, dass die Republikaner ein Alternativangebot
unterbreiten müssten. Dabei setzt er auf weniger Verpflichtung und mehr
Auswahlmöglichkeiten. Mehr zu seinem Konzept und Reaktionen darauf in Kürze.
Aber wieder fragt man sich, kluger Zeitpunkt oder taktisch
ungeschickt? Am Abend steht die erste TV-Debatte der Demokraten an. Will Bush hier
schon die Schlagzeilen auf seine Seite ziehen, um etwas von Clinton, Sanders
und Co. abzulenken oder hat er schlichtweg den Termin nicht richtig auf dem
Schirm gehabt? Oder ist es doch nur Zufall und die Beobachter machen sich zu viele
Gedanken über den Kandidaten, der doch eigentlich Favorit sein soll und aktuell
so gar nicht in die Rolle reinschlüpfen mag?
Jeb Bush muss auf der Hut sein
Ich bin mir sicher. Jeb Bush weiß genau, was getan werden
muss, um das Beste aus seinen Chancen zu machen. Bis zum Beginn der Vorwahlen
wird sich das Bewerberfeld der Republikaner noch in etwa halbieren. Bush wird
dann noch dabei sein und sich freuen, dass er noch nicht alle Körner
verschossen hat. Aufpassen muss er nur, dass seine Zurückhaltung nicht durch
die Konservativen seiner Partei und der Tea-Party ausgenutzt werden. Die
könnten nämlich konsensfähige Fakten schaffen, an denen er nicht mehr vorbei
kann. Ein starker und populärer Kandidat, der von einer Welle der
Anti-Establishment-Euphorie getragen wird, den kann Bush nun nicht gebrauchen.
Und so wird er durchaus noch ein Interesse daran haben, dass das Rennen eine
Zeit lang noch von drei, vier weiteren aussichtsreichen Kandidaten unterschiedlicher
Ausrichtung bestritten wird.
Nun kommt aber erst mal das Gesundheitspapier, dass sich an
dem klassischen republikanischen Wähler orientiert. Keine Fehler, ab und an ein
seriöses politisches Lebenszeichen. Jeb Bush ignoriert das wilde Gerangel bei
den Republikanern.
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